Die beste Software für HDR-Fotos: fünf Programme im Vergleich

Wer schon einmal versucht hat, einen Sonnenuntergang zu fotografieren, kennt das Problem: Aufgrund des hohen Helligkeitsunterschiedes zwischen Himmel und Landschaft ist es kaum möglich, eine ordentliche Ausleuchtung auf dem Foto hinzubekommen. So muss man entweder mit überbelichteten Wolken oder viel zu dunklen Bergen leben. Hier kommen HDR-Bilder ins Spiel – sprich Fotos mit einem höheren Dynamikumfang. Per Software lassen sich über- und unterbelichtete Aufnahmen zu einem perfekt ausgeleuchteten Bild kombinieren.

Wie für so ziemlich jeden Anwendungszweck gibt es für das Erstellen von HDR-Fotos eine Vielzahl von Programmen. Manche davon sind kostenlos, andere wiederum sündhaft teuer. Wir zeigen, welches Ausgangsmaterial für ein solches Bild vonnöten ist und was die diversen Tools für Möglichkeiten zur Optimierung bieten.

Das Ausgangsmaterial


Aus drei mach’ eins: Diese Einzelbilder (oben) vereinigen wir zu einem HDR-Bild mit erhöhtem Dynamikumfang (unten).

Wie bereits erwähnt, benötigen wir mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Verschlusszeiten. Es eignet sich also jede Kamera, die über einen manuellen Modus verfügt. Kompakte Modelle, die lediglich über einen Belichtungsausgleich, lassen sich nur eingeschränkt einsetzen, da die Automatik nicht immer mit der gleichen Blende arbeitet. Und Aufnahmen mit unterschiedlichen Tiefenschärfen lassen sich nur eingeschränkt miteinander kombinieren oder sorgen für unschöne Störungen auf den fertigen Bildern.

Nahezu jede DSLR und eine ganze Reihe aktueller Bridgekameras verfügen über ein Feature zur Aufnahme von Belichtungsreihen. Dabei schießt die Digicam drei, fünf oder sogar sieben Fotos mit unterschiedlichen Verschlusszeiten hintereinander. Alternativ dazu lassen sich auch aus einer einzigen RAW-Datei mehrere Bilder mit verschiedenen Helligkeitsstufen entwickeln und dann wieder zu einem HDR-Bild kombinieren. Allerdings funktioniert die HDR-Generierung aus einer “echten” Belichtungsreihe besser – sie übertrifft den Dynamikumfang eines einzelnen RAW-Bilds. Die einzelnen Fotos sollten außerdem keine zu kleinen Helligkeitsunterschiede zueinander aufweisen. Bei drei Aufnahmen sollten je zwei Blendenstufen zwischen den Fotos liegen.


Bei Canons Spiegelreflexkameras – hier die EOS 450D – lässt sich die Belichtungsreihenfunktion im Hauptmenü aktiveren (links). Im Unterpunkt “AEB” zieht ein Druck auf “Rechts” auf dem Vier-Wege-Pad das Intervall auseinander (mitte). Auf dem Hauptbildschirm zeigen die drei schwarzen Blöcke unter der Skala von -2 bis +2 an, mit welchen Belichtungen die Kamera aufnimmt.

Keine Belichtungsreihenfunktion? Kein Problem

Verfügt die Kamera über keine dedizierte Funktion für Belichtungsreihen, so hilft der manuelle Modus weiter. Ein Unterschied von zwei Blenden entspricht einer Vervierfachung beziehungsweise Viertelung der Belichtungszeit. Ist das Foto also beispielsweise mit 1/100 Sekunde ausgewogen ausgeleuchtet, so besteht die entsprechende Drei-Foto-Belichtungsreihe zusätzlich aus zwei weiteren Bildern mit Verschlusszeiten von 1/400 und 1/25 Sekunde. Insbesondere bei der manuellen Aufnahme von Belichtungsreihen gilt: Je mehr unterschiedlich helle Bilder, desto besser. Denn aussortieren lässt sich später immer noch.

Aktuelle digitale Spiegelreflexkameras schießen zwischen drei und über zehn Bilder in der Sekunde. Das ist unter Umständen also schnell genug, um auch aus der Hand drei gleiche Fotos von einem Motiv aufzunehmen. Bei der manuellen Belichtung muss der Fotograf allerdings nach jedem Bild die Einstellungen händisch anpassen. Ohne Stativ geht hier nichts. Die verschiedenen HDR-Programme in diesem Artikel verfügen zwar größtenteils über Funktionen, die leichte Verschiebungen ausgleichen, doch die Toleranzen sind relativ eng.

Belichtungsreihe aus einem Foto

Aus mehreren Aufnahmen ein einzelnes Fotos zusammenzubasteln, hat einen entscheidenden Nachteil: Mit bewegten Motiven funktioniert das Ganze nicht. Denn unterscheiden sich die verschiedenen Bilder stark voneinander, liefern die HDR-Programme nur bunten Müll. Allerdings lassen sich aus einem RAW-Foto mehrere Bilder mit unterschiedlichen Belichtungszeiten entwickeln und diese dann durch die HDR-Software jagen. Die Ergebnisse reichen zwar nicht an die “echter” Belichtungsreihen heran, können sich aber dennoch sehen lassen. Manche Programme – etwa Photomatix – ermöglichen auch die Erzeugung eines High-Dynamic-Range-Bilds direkt aus einer RAW-Datei.

Wir probieren sämtliche Programme mit einer Belichtungsreihe aus drei Aufnahmen aus. Dabei handelt es sich um aus der Hand geschossene 21-Megapixel-Fotos aus einer Canon EOS 5D Mark II. Im folgenden betrachten wir fünf verschiedene Tools, wie diese mit unseren Fotos zurechtkommen und was letztendlich dabei herauskommt.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Die beste Software für HDR-Fotos: fünf Programme im Vergleich

  • Am 17. Oktober 2009 um 16:50 von Jo Holz

    HDR Tools
    Ich benutze seit einem Jahr PHOTOMATIX und bin von der Stabilität zufrieden und von den Ergebnissen absolut begeistert. Manchmal habe ich den Eindruck, dieFotografie ist neu erfunden worden, so viele neue Möglichkeiten tun sich durch HDR auf. Ich habe nicht das Bedürfnis, eine andere Software zu testen. Die 80 Euro für Photomatix haben sich mehr als gelohnt. Man sollte die Software allerdings behutsam einsetzen sonst erhält man schnell unnatürliche Ergebnisse oder verrauschte Bilder. Mit der Try and Error Methode kommt man dank der praktischen Schiebreglern gut voran. Ein wenig Nachbearbeitung in PS & Co. ist nicht schädlich.

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