Camcorder-Handys im Vergleich: Video-Kamera für die Hosentasche

Ein Handy ohne Kamera? Gibt es kaum noch – selbst die günstigsten Prepaid-Modelle nehmen längst Fotos auf. Am anderen Ende der Skala erreichen die Geräte mit bis zu 12 Megapixeln bereits Digicam-Niveau. Doch wie sieht es eigentlich mit bewegten Bildern aus? Wir werfen einen Blick auf den Markt und vergleichen Handys und Smartphones mit Video-Funktion. Selbst HD-ready gibt es schon – doch reicht die hohe Auflösung, um gegen Camcorder zu konkurrieren?

Mit dem i8910 HD hat Samsung ein Kamera-Handy im Programm, das Videoclips in HD-ready-Auflösung mit immerhin 1280 mal 720 Pixeln einfängt. Damit läuten die Koreaner eine neue Generation der Bewegtbildaufzeichnung im Handy ein – denn die Masse der Geräte schafft maximal VGA-Auflösung oder noch geringer. Selbst der Marktführer Nokia hat kein einziges Modell im Programm, das höher auflösende Clips abdreht – 640 mal 480 Pixel ist das Maximum, obwohl beispielsweise das N86 bereits Standbilder mit 8 Megapixeln aufnimmt.

Bewegte Megapixel – der nächste Wahn?

Während bei den kompakten Digitalkameras langsam durchgesickert ist, dass hohe Megapixel-Zahlen nicht unbedingt für ein besseres Bild stehen, ist dieses Wissen im Bereich der Handy-Cams noch nicht angelangt. Vor knapp sechs Wochen haben wir die neuesten Kamera-Handys gegenübergestellt – immerhin zwölf Modelle von vier Herstellern knipsen mit mehr als 8 Megapixeln Auflösung.

Wenn es um die Aufzeichnung von Bewegtbildern geht, bekleckern sich aber selbst diese Foto-Profis nicht gerade mit Ruhm. Ein Drittel der Modelle ist gerade mal in der Lage, Videos mit 320 mal 240 Pixeln aufzuzeichnen. Das ist selbst für Youtube fast zu wenig: Die Web-Video-Plattform empfiehlt mindestens 480 mal 360 Bildpunkte.

Samsung i8910 HD Linse
Die Linse des i8910 HD unterstützt keinen optischen Zoom. Damit muss der Kameramann nah heran an das Motiv – denn die digitale Vergrößerung geht zu Lasten der Qualität.

Doch selbst die viermal größere VGA-Auflösung sieht im Vollbildmodus noch pixelig und hässlich aus. 720 mal 480 Pixel sollten es schon sein – das ist die Auflösung von DVDs nach dem amerikanischen NTSC-Standard. Das deutsche PAL-Format mit 720 mal 576 Bildpunkten ist bei den Camcorder-Handys noch gar nicht vertreten.

Im Markt sieht das Angebot hingegen bescheiden aus. Lediglich die beiden koreanischen Handy-Hersteller Samsung und LG haben Handys im Programm, die die NTSC-DVD-Auflösung unterstützen – und featuren diese Funktion vollmundig als DVD-Auflösung. Nokias Top-Kamera-Modell N86 schafft VGA. Nicht viel anders sieht es beim Kamera-Profi Sony Ericsson aus. Das seit dem Mobile World Congress angekündigte Satio (Idou) schafft ebenfalls nur VGA. Ein vorsichtiger Blick zum Smartphone-Profi HTC sieht ähnlich mager aus. Die Kamera- und Camcorderfunktionalitäten stehen beim Android-Pionier und Windows-Mobile-Profi definitiv nicht im Vordergrund.

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