Auf den ersten Blick läuft einem Technik-Fan beim Aino das Wasser im Munde zusammen. Es sieht gut aus und ist bis zum Anschlag vollgepackt mit spannenden und innovativen Ausstattungsmerkmalen, darunter eine Fernbedienung samt Streaming-Möglichkeit für die PlayStation 3. Das Aino ist bereits in Deutschland zu haben – Zeit für uns, das Gerät genau unter die Lupe zu nehmen.

Fernbedienung

Seit einiger Zeit gehen im Netz Gerüchte um, Sony Ericsson würde an einem PSP-Phone arbeiten – also an einem Handy mit integrierter Spielekonsole à la PlayStation Portable. Zunächst die Enttäuschung – das Aino ist nicht das PSP-Phone. Aber immerhin, es kommuniziert mit der PS3: Man registriert die Konsole im Handy und es findet die Playstation. Von überall auf der Welt ist der Zugriff auf Audio- und Videoinhalte möglich. Sowohl über WLAN als auch über UMTS. Zocken ist zwar nicht möglich, aber immerhin lässt sich die PS3 ein- und ausschalten, egal wo man ist.

Wir haben die Wiedergabefunktion in zwei verschiedenen kabellosen Netzen ausprobiert. Ganz so innovativ und einfach, wie wir uns das vorgestellt haben, klappt das leider nicht. Es gibt eine Anleitung zur Konfiguration im Internet – aber um das Einrichten von Port-Forwarding im DSL-Router kommt man nicht herum. Und das ist genauso technisch, wie es sich anhört. Wer sich darum drücken möchte, hat unter Umständen eben keinen Zugriff auf die Konsole.

Alternativ verbindet sich das Handy auch direkt per WLAN mit der PS3, also ohne Umweg über das heimische Netzwerk. Auch das klappt leider nicht auf Anhieb. Wer es aber einmal eingerichtet hat, bekommt zur Belohnung ein echt cooles Feature.

Gucken, aber nicht anfassen

Das Aino wagt einen interessanten Spagat zwischen Touchscreen und Nicht-Touchscreen. Unterhalb des Displays befindet sich eine klassische Telefontastatur samt aller Knöpfe, die man bei einem „normalen“ Handy ohne berührungsempfindliche Anzeige so erwartet. Und sobald man den Slider öffnet, verhält sich das Sony-Ericsson auch wie ein Telefon ohne Touchscreen. Schiebt man es zusammen, ändert sich das komplette User-Interface, und viele der tollen Funktionen verschwinden – stattdessen verwandelt sich das Aino in einen Multimedia-Player, der per Fingerzeig den Zugriff auf Fotos, Videos und Musik ermöglicht.

Der Touchscreen selbst reagiert gut, und die Icons und Symbole der Oberfläche sehen hübsch aus. Die Oberfläche ist aber nicht das Gelbe vom Ei. Wer beispielsweise im MP3-Player-Modus ist, kann seine Songs nur nach Alben sortieren, aber nicht nach Künstler oder Genre. Man kann Playlisten zwar anhören, um sie zu editieren, muss man den Slider allerdings wieder öffnen und auf die Tastenbedienung zurückgreifen. Das ganze wirkt sehr eingeschränkt – vor allem im Vergleich zu einem „echten“ MP3-Player.

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