Wie die ersten Rechner benötigten auch die ersten Projektoren fast einen ganzen Raum, um die notwendige Hardware darin unterzubringen. Doch die Technik hat sich weiterentwickelt: Computer sind heute in Form von Notebooks weniger als einen Zentimeter dick und dennoch um ein Vielfaches schneller als ihre frühen Vorfahren. Auch Beamer sind geschrumpft: Seit ein paar Jahren werfen sogenannte Pico-Projektoren, die auf die Handfläche passen, Bilder groß an die Wand. Der rund 450 Euro teure Benq Yoybee GP1 ist eines Mini-Modelle mit großer Bilddiagonale.

Design und Ausstattung

Der GP1 wirkt ja schon auf den ersten Blick klein. Richtig bewusst wird einem die Größe aber erst anhand der Angaben im Datenblatt des Beamers: Er misst schlappe 13,6 mal 12,0 mal 5,7 Zentimeter und wiegt lediglich 640 Gramm. Natürlich erreicht Benq so nicht die Leistung eines ausgewachsenen Heimkino-Projektors, dennoch sind auch die technischen Daten des GP1 beeindruckend. Er arbeitet auf DLP-Basis und mit einem PhlatLight-LED-Chipsatz. Letzterer ist speziell für den Betrieb mit der Micro-Display-Optik ausgelegt. So erreicht der Beamer eine Auflösung von 858 mal 600 Pixeln (SVGA). Dadurch ist er fast HD Ready und kommt sowohl mit 720p– als auch mit 1080i-Quellen zurecht.

Besonders erstaunt sind wir über den angegebenen Kontrast. Das Gerät soll eine Rate von 2000:1 erreichen. Allerdings ist die Lichtausbeute mit lediglich 100 ANSI-Lumen nicht sonderlich hoch. Beim Bildformat haben Zuseher die Wahl zwischen 4:3 und 16:9. Die Bildgröße variiert zwischen schlafzimmertauglichen 15 und sogar für Präsentationen ausreichenden 80 Zoll (203 Zentimeter). Für ein so kleines Gerät ist das gigantisch.

Dennoch liegt das Hauptziel des GP1 nicht darin, eine möglichst perfekte Bildqualität zu erreichen, sondern Filme oder Präsentationen überall dort an die Wand zu werfen, wo es der Käufer wünscht. Dazu ist lediglich das Anstecken eines Notebooks, einer Spielkonsole oder eines USB-Sticks notwendig. Benq hat sogar einen kleinen Lautsprecher in den GP1 integriert, wodurch keine zusätzliche Hardware für die Audiowiedergabe notwendig ist.

Leider ist das Netzteil etwas klobig geraten. Es hängt wie eine Klotz am Bein des Projektors. Die Stromversorgung ist fast so groß und schwer wie der Beamer selbst, und es gibt keine andere Möglichkeit, das Gerät mit Energie zu beliefern. Batterien sind zwar heutzutage schon sehr gut, anscheinend aber nicht gut und vor allem nicht günstig genug, um einen solchen Projektor zuverlässig zu versorgen.

Die Anschlüsse sind minimalistisch, aber effizient. Neben der Buchse für das Netzteil finden sich an der Rückseite des Beamers ein USB-Port und ein proprietärer Stecker. Letzterer ist zum Anstöpseln einer mitgelieferten Kabelpeitsche gedacht, die in einem VGA-Stecker mit Adapter für Component-Video, einem Composite-Video-Eingang und zwei Cinch-Buchsen für Stereo-Audio mündet. Auch ein iPod-Dock ist erhältlich.

Außerdem finden sich im Karton des GP1 eine Fernbedienung im Kreditkartenformat sowie eine CD mit dem Handbuch und der Software ArcSoft MediaConverter 3.0.

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