Digicams mit den Abmessungen einer Kompaktkamera und der Bildqualität einer DSLR – diesen Spruch hört man derzeit häufig aus den Lagern von Olympus und Panasonic. Die beiden Konzerne haben den Micro-Four-Thirds-Standard entwickelt, der eine Konstruktion von handlichen Fotoapparaten mit vergleichsweise großen Bildsensoren ermöglicht. Nun stellt auch Ricoh ein jackentaschenfreundliches Modell vor, das Sensorgrößen von bis zu APS-C ermöglicht – und damit die Konkurrenz in puncto lichtempfindlicher Fläche schlägt.

Der Trick bei Ricoh besteht darin, dass das Objektiv fest mit Bildsensor und Bildprozessor verbunden ist. Es lässt sich also nicht die Optik einzeln, sondern nur das Dreierpack komplett austauschen. Die drei Komponenten bingt Ricoh in einem so genannten Aufnahmemodul unter.

Was haben Fotografen von dem neuen System?

Je größer der Bildsensor, desto mehr Licht fängt er ein. Und je mehr Lichtteilchen auf den Sensor treffen, desto geringer ist die Ausleseempfindlichkeit. Das wiederum sorgt für weniger Rauschen auf den Aufnahmen. Zudem ermöglicht ein größerer Bildsensor höhere Empfindlichkeiten. Damit sind auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch gut ausgeleuchtete Fotos möglich – bei kurzen Belichtungszeiten.

Allerdings kann auch ein kleiner Sensor von Vorteil sein. Denn je kompakter der Chip, desto kompaktere Objektive sind realisierbar. Mit der dreifach vergrößernden Linse und dem 1/1,7 Zoll großen S20-Modul passt die GXR beispielsweise noch problemlos in die Jackentasche. Beim APS-C-Format wären derartige Optiken nicht möglich. Hier ist Ricohs neues System der Konkurrenz definitiv einen mutigen Schritt voraus. Je nach Situation passt der Fotograf bei der GXR also nicht nur das Objektiv, sondern auch den Bildsensor an seine Bedürfnisse an – und bewegt sich stets in kompakten Dimensionen.


Wechselobjektiv 2.0: Bei der Ricoh GXR tauscht der Fotograf nicht nur die Optik, sondern auch Bildprozessor und Sensor.

Aufnahmemodule wechseln, aber wie?

Anstatt das Objektiv auf ein rundes Bajonett zu stecken, schieben Ricoh-Nutzer das quadratische Aufnahmemodul seitlich in das Kameragehäuse. Die Wechselsystemschnittstelle befindet sich bei der Ricoh GXR nicht zwischen Objektiv und Bildsensor, sondern hinter dem Bildprozessor. Dadurch liegt niemals ein empfindlicher Teil des Innenlebens frei, wenn der Fotograf ein Modul tauscht, sondern lediglich ein Stecker.

Der Mechanismus, mit dem das Aufnahmemodul in der Kamera einrastet, macht einen soliden Eindruck. Der Wechsel selbst ist mit erfreulich wenig Aufwand verbunden: Schieber am Handgriff nach links drücken, altes Modul abziehen, neues einstecken – fertig. Sowohl die Aufnahmemodule als auch das aus einer Magnesiumlegierung gefertigte Gehäuse machen einen sehr soliden Eindruck und sind dennoch erstaunlich leicht.

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