Heimkino in 3D: Stand der Technik, aktuelle Geräte und Zukunftsvisionen

HDTV steht hierzulande noch immer in den Startlöchern, doch die Hersteller von Fernsehern konzentrieren sich schon auf den potenziellen Nachfolger. Bereits 2010 sollen die ersten Consumer-Geräte erscheinen, die Filme und Bilder dreidimensional darstellen. Wir zeigen, mit welchen Methoden die kommende TV-Generation die 3D-Optik erzeugt und welche Filme es künftig in 3D geben wird.

Wer sich einen 3D-Film ansehen will, muss sich derzeit noch aus seinem gemütlichen Wohnzimmer bewegen und in ein Kino gehen. Dort ist 3D-Technik schon seit Jahrzehnten gang und gäbe und sogar länger im Einsatz als etwa Ton oder Farbe. Bereits 1922 erschien mit „The Power Of Love“ der erste Stumm-Spielfilm, der mit 3D-Effekten experimentiert. Einen echten Boom erlebte der dreidimensionale Film in den 50er-Jahren, als das aufkommende Fernsehen den Kinobetreibern Zuschauer abspenstig machte. In der Hoffnung, viele Leute in die Kinos zu locken, produzierten die Hollywood-Studios einen 3D-Film nach dem anderen. Insgesamt kamen so mehr als 40 Streifen zustande.

Heute ist die Situation ähnlich: Filme wie „Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los“ oder „Bolt – Ein Hund für alle Fälle" bieten Zuschauern etwas, das sie zu Hause nicht haben. Nämlich ein dreidimensionales Seh-Erlebnis, nun allerdings in optisch überlegener Digitaltechnik. 3D-Kinos sind besonders in den USA weit verbreitet. Dort gibt es bereits mehr als 1000 entsprechende Aufführungsorte. Im deutschsprachigen Raum sind es deutlich weniger, immerhin aber mehr als 100 in Deutschland und über 50 in Österreich und der Schweiz. Doch das 3D-Kino boomt: Schätzungen zufolge dürfte es Ende des Jahres weltweit bereits 12000 Digitalkinos geben, wovon dann bereits 7000 3D-Cinemas sind.

Mit der Polarisationsbrille ins 3D-Kino

Ein Art von 3D-Kino setzt auf die so genannte Stereoskopie. Damit ein dreidimensionales Bild auf der Leinwand entsteht, sind 3D-Kinos bei diesem Verfahren mit zwei Projektoren ausgestattet, die jeweils ein separates Bild für jedes Auge erzeugen. Beide werden anschließend überlagert auf die Leinwand geworfen. Damit sie der Betrachter als dreidimensionales Bild wahrnimmt, benötigt er eine spezielle Brille. Je nach Medium kommen leicht unterschiedliche Varianten der Stereoskopie zum Einsatz. Im Kino ist es die Polarisationstechnik, bei 3D-Fernsehern sind es die so genannten Shutter-Brillen. Einen Standard gibt es jedoch nicht, und so setzt jeder Hersteller auf ein eigenes Verfahren.

Im deutschsprachigen Raum nehmen immer mehr Kinos - etwa das Cinemagnum - 3D-Filme in ihr Programm auf.
Im deutschsprachigen Raum nehmen immer mehr Kinos – etwa das Cinemagnum – 3D-Filme in ihr Programm auf.

Beim Polarisationsverfahren werden die Einzelbilder jedes Projektors unterschiedlich polarisiert und übereinander auf die Leinwand geworfen. Entsprechende 3D-Brillen lassen dann mittels zweier ebenfalls unterschiedlich ausgerichteter Polarisationsfilter nur diejenigen Bilder durch, die für das jeweilige Auge bestimmt sind. Dieser Vorgang wiederholt sich dutzende Male pro Sekunde und läuft daher so schnell ab, dass ihn das Auge als flüssige Bewegung interpretiert. Das Gehirn setzt folglich beide Bilder zu einem einzigen zusammen und generiert damit den Eindruck räumlicher Tiefe. Damit nichts auf der Leinwand flimmert, wird jedes 3D-Bild gemäß der wichtigsten Digitalkino-Norm DCI dreimal hintereinander mit einer Bildwiederholrate von 24 Hz ausgestrahlt, woraus eine Gesamtfrequenz von 72 Hz resultiert. Schwarzseher und Raubkopierer haben es hier schwer, denn die Filme lassen sich nicht einfach von der Leinwand abfilmen – ohne Spezialbrille sieht man nichts.

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