Musik online kaufen: zehn Shops für MP3 & Co. im Vergleich

Musikindustrie und MP3 – das passt so gut zusammen wie Ketchup und Himbeeren. Jedenfalls war das in den frühen Stunden des Audioformats so. Inzwischen nutzen zahlreiche Online-Shops den digitalen Codec, um Lieder schnell, günstig und vor allem legal zu ihren Kunden zu bringen. Wir haben uns auf die Suche nach MP3-Dealern gemacht. Steht iTunes mit über acht Milliarden verkaufen Titeln zu Recht an erster Stelle oder gibt es eine bessere Alternative?

Zu den Zeiten der Schallplatte war für die Musikindustrie noch alles im Lot. Abgesehen von ein paar hochbegaben Vinylschnitzern dürfte keine Privatperson jemals eine Kopie hinbekommen haben. In den 60er Jahren kam allerdings der große Schock. Zum Erscheinen der beliebig oft beschreibbaren Audiokassette prophezeihten die großen Musiklabel ihren eigenen Untergang. Die folgenden 30 Jahre „siechte“ die Industrie dann alles andere als schlecht vor sich hin und schaufelte fröhlich Milliarden und Abermilliarden in ihre Kassen – bis zum Erscheinen des MP3-Codecs in den 90ern. Mit der nächsten „Gefahr“ ging auch das Geschrei in die nächste Runde.

Aber die Veränderung stellt nicht nur eine Bedrohung, sondern auch eine Chance dar. Jeder kauft überall Musik – in der S-Bahn mit dem Handy, im Café auf dem Notebook und so weiter. Mit ein paar wenigen Klicks füllen sich Rechner und Smartphones mit Sound und die Konten der Plattenlabel mit Geld. Als Vermittler dienen allerdings nicht mehr Kaufhäuser, sondern Online-Portale – darunter der ehemalige Erzfeind der Musikindustrie Napster, Apple-Ziehkind iTunes, Buchgigant Amazon, die Provider Freenet und AOL sowie Internet-Angebote von Saturn und Media Markt. Wir zeigen, worauf es beim Einkaufsbummel über die digitale Audio-Meile ankommt.


Bei iTunes gingen bereits mehr als acht Milliarden Titel über die virtuelle Ladentheke.

Musikformate

Auch wenn er mit Abstand am verbreitetsten ist, stellt der MP3-Codec nicht die einzige Möglichkeit dar, Musik in downloadfreundliche Form zu bringen. Apple hat als einziger Musik-Shop in diesem Vergleich keine Titel im MP3-Format auf Lager. Bei MedionMusic und 7digital steht der Großteil der Lieder zwar als MP3 zur Verfügung, doch gibt es einige Ausreißer im WMA-Format. Hier hilft nur ein Gang zum nächsten Online-Shop gleich hinter der nächsten virtuellen Ecke.

Ein zweiter Aspekt, der nicht zu vernachlässigen ist, sind Kopierschutzmechanismen. MedionMusic beispielsweise verkauft zahlreiche Titel nicht im MP3-, sondern im WMA-Format mit Digital Rights Management (DRM). Der von Microsoft etablierte Verbreitungsschutz sorgt dafür, dass sich die Titel nicht beliebig oft brennen oder kopieren lassen. Mehr Informationen zu DRM gibt es auf der Website von Microsoft.

Außerdem unterstützt nicht jeder tragbare Musikplayer DRM-geschützte Inhalte. Wer komplette Freiheit wünscht, sollte daher im MP3-Format kaufen. Allerdings gibt es auch hier stellenweise Einschränkungen. Der Musik-Shop von Freenet beispielsweise versieht die Audiodateien mit einem Wasserzeichen des Käufers. Taucht die Datei später in einer Tauschbörse auf, ist der Schuldige schnell gefunden. Zudem kann es zu Problemen kommen, sollte der Verkäufer der DRM-geschützten Musik Pleite gehen. In diesem Fall lassen sich die Lizenzen nicht mehr erneuern, und die Lieder sind nach der nächsten Neuinstallation von Windows nutzloser Ballast auf der Festplatte.

Der „Lieferumfang“ spielt unter Umständen ebenfalls eine Rolle. Zahlreiche Anbieter, darunter Amazon und der iTunes Store heften an die heruntergeladene Musik die zugehörigen Albencover an. iTunes bietet zwar beispielsweise die Möglichkeit, die Bildchen nachzuladen, doch das funktioniert auch nicht immer ganz zuverlässig. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, fährt mit den zum Download mitgelieferten Covers besser.

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