So knipst man heute: Hat es die alte Digicam hinter sich?

Wer bei Saturn, MediaMarkt & Co. durch die Kameraabteilung schlendert, bekommt schnell Zweifel an der Aktualität seiner fünf Jahren alten Kompaktkamera: 12 Megapixel, blitzschneller Serienbildmodus, HD-Videofunktion – da kann die alte Krücke nicht mehr mithalten. Aber lohnt sich der Neukauf? Wir werfen einen Blick darauf, was sich in den letzten Jahren getan hat.

Die Megapixel verschwinden zunehmend von der ersten Position im Datenblatt und aus den ersten Sätzen, mit denen Verkäufer im Elektronikfachhandel ihr Portfolio anpreisen. Die freigewordene Werbefläche nutzen die Hersteller nun ganz unterschiedlich. Bei dem einen stehen schickes, schlankes und stoßfestes Design im Vordergrund, bei dem anderen astronomische Akkulaufzeiten oder gigantische Geschwindigkeiten. Auch auf die Bildqualität wird noch fleißig gepocht, allerdings nicht mehr mit Pixelzahlen, sondern mit hochwertigen Objektiven und revolutionären Bildsensoren.

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Eine der mit Sicherheit spannendsten Neuerungen im Bereich der Digitalfotografie dieses Jahres stammt von Ricoh. Bei der Kompaktkamera GXR tauschen Fotografen nicht nur das Objektiv, sondern mit der Optik auch gleich den Bildsensor und -prozessor aus. So etwas gab es noch nie.

Der Herbst 2009 und insbesondere die um die IFA herum vorgestellten Kompaktkameras stellen eines klar: Extrawürste sind die neuen Megapixel. Statt mehr und mehr Bildpunkte auf kleine Sensoren zu quetschen, stagnieren Consumer-Digicams bei 10 bis 12 Megapixeln. Canon schraubt die Pixelzahl bei seiner PowerShot-G-Serie nun sogar erstmals nach unten – mit 10 Megapixeln auf das Niveau von 2006.

Extras? Wie wäre es beispielsweise mit der Nikon S1000pj, die aus gerade geschossenen Fotos dank integriertem Beamer gleich einen Diaabend macht? Fujifilm bringt mit der W1 eine 3D-Kamera mit zwei Linsen und Casio zeigt eine Kompakte, die 1000 Fotos am Stück schießt, ohne ans Ladegerät zu müssen. Samsung hingegen reicht ein einziger Bildschirm nicht mehr aus – die Koreaner verbauen kurzerhand auch auf der Vorderseite ihres ST-Duos 500 und 550 ein Display. Sony bringt noch dieses Jahr mit Party-shot einen automatischen Fotografen, der auf Festen und Feiern selbsttätig die Gäste ablichtet.

Was davon Schnickschnack ist und was nicht, das wird die Zeit zeigen. Klar ist: Wer in den Genuss der exotischen Spielereien kommen möchte, muss jetzt zuschlagen. Integrierten Beamer, zweites Display & Co. gab es noch nie.


Fujifilms W1 schießt mit ihren beiden Linsen waschechte 3D-Fotos.

Während uns der Spätsommer mit einem bunten Extra-Potpourri überraschte, stand die erste Hälfte 2009 eher im Zeichen der handlichen Systemkameras. Olympus und Panasonic brachten mit ihren Modellen E-P1 und GF1 kompakte Modelle auf den Markt, die über leistungsfähige Bildsensoren verfügen, wie sie ansonsten praktisch nur in digitalen Spiegelreflexkameras zu finden sind. Allerdings verzichtet die auch als EVIL (Electronic Viewfinder, Interchangable Lens) bezeichnete Kameraklasse auf einen Spiegelkasten.

Zum Bestimmen des Bildausschnitts bleibt also nur der Blick auf das Display oder in einen elektronischen Sucher. Dafür stellen die Kameras ein weiteres Novum dar: Derart kompakte Digicams mit Wechselobjektiven gab es bislang nicht.

Derart kompakte Digicams mit zehn- bis zwölffachem optischen Zoom auch nicht. Gemeint sind die hosentaschenfreundlichen Superzoomer, die ebenfalls in der ersten Hälfte 2009 das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Panasonic Lumix DMC-TZ7, Fujifilm F70EXR und Olympus µ9000 heißen ein paar Beispiele für gut zigarettenschachtelgroße Superzoomer.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu So knipst man heute: Hat es die alte Digicam hinter sich?

  • Am 10. Dezember 2009 um 20:30 von jwende

    So fotografiere ich heute …
    … zunächst gilt es für jeden Fotografen darum, den Unterschied zwischen Schnappschuß und bewußt erzeugtem Foto zu definieren. Na klar, für letzteres ist eine DSLR – ich nutze eine EOS 400D – nahezu unerläßlich.
    Meine erste "DiGiCam" war 2005 eine Panasonic FX7. Damals wie heute trendiges Design, stylisch im schwarzen Klavierlack. Meine zurückliegenden Bilder / Motive des Jahres schoß ich meistens mit dieser Cam – auch 2009; obwohl sie nur 5 Mio.Pixel hat.
    Gleichwohl habe ich für "bewußte Schnappschüsse" seit kurzem eine PowerShot G11 und bin total begeistert, welche Qualität sich darinnen verbirgt. Nicht soviel wie bei der EOS – aber immerhin. Mein Photohaus-Fachberater sagt immer wieder: "Gute Bilder kann Mann oder Frau auch mit einer Keksdose schießen." Meine Keksdosen sind von Canon und deren Angebote schmecken mir inzwischen am besten.

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