Unter Pinguinen: 150.000 gegen einen an der Magellanstraße

CNET.de in Punta Arenas
Das erste Jahrzehnt in diesem Jahrtausend ist zu Ende, und damit auch die erste Woche in Südamerika passé. Mehr als 1000 Fotos sind bereits geschossen, und bislang kristallisiert sich noch kein klarer Favorit aus den drei Kameras heraus. Canons PowerShot G11 bietet den flexibelsten Zoom und schießt bei guten Lichtverhältnissen starke Fotos. Die Olympus E-P1 überzeugt mit intensiven Farben und ausgezeichneter Bildqualität. Ricohs GXR fasziniert mit ihrem innovativen Konzept und wahlweise einem großen Bildsensor samt genialem Makromodus sowie unschlagbarem Rauschverhalten oder mit einem flexiblen Zoom im handlichen Paket. Das wird ein knappes Rennen.

Ich habe alle drei Digicams eingepackt und mich auf den Weg zur größten Pinguinkolonie außerhalb der Antarktis gemacht. Isla Magdalena heißt das Eiland, auf dem sich über 150.000 der Kreaturen tummeln. Und ich finde heraus, wieso Pinguine im Zoo meistens hinter Glas sind: Man kann die Insel riechen, bevor man sie sieht. Die Tierchen selbst leben auf dem kleinen Fleckchen in der Magellanstaße in Höhlen, die inzwischen dort ausgestorbene Kaninchen vor einigen Jahren zurückgelassen haben. Wir haben leider nicht viel Zeit – das Meer wird ungemütlich, und das wackelige Schiff könnte den zweistündigen Rückweg kurze Zeit später nicht mehr überstehen.


Dieses rostige Gefährt bringt uns durch die Magellanstraße zur Isla Magdalena.

Dann schließlich steht Silvester an – von der üblichen „Was-machen-wir-bloß“-Anspannung ist hier überhaupt nichts zu spüren. Eine halbe Stunde vor Mitternacht beschließen wir spontan, mit dem Taxi an den Strand zu fahren. Ein Taxi 30 Minuten vor Silvester kriegen? Keine Chance. Also laufen wir los und finden doch eine Mitfahrgelegenheit die uns gegen Bezahlung ans Meer bringt. Es sind ausschließlich Taxis unterwegs, und es gelten andere Regeln. Rote Ampeln? Geschwindigkeitsbegrenzungen? Einbahnstraßen? Spielt plötzlich alles keine Rolle mehr.

Ein paar haarsträubende Minuten später stehen wir am Strand und bewundern das gigantische Feuerwerk. Geböllert wie in Deutschland wird hier nicht. In den letzten Jahren haben zu viele Chilenen an Silvester ihre Gliedmaßen gelassen, und jetzt sind Knaller illegal. Danach spielt eine Liveband Salsa, und geschätzte 20.000 Leute tanzen und springen wie wild durcheinander.


Bye bye Punta Arenas! Von Deutschland bin ich über 13.000 Kilometer entfernt, das nächste große Ziel ist das mit 4101 Kilometern deutlich näher gelegene Rio de Janeiro.

Am ersten Januar fliege ich nach Santiago für ungefähr 28 Stunden Aufenthalt, bis es weitergeht nach Rio de Janeiro. Wir sitzen mit beleidigten Mägen um drei Uhr nachts am Flughafen der chilenischen Hauptstadt und warten darauf, bis Leben ins Zentrum kommt und wir uns dort sicher bewegen können. Dann folgt Brasilien. Copacabana, wir kommen – und fotografieren weiterhin fleißig. Wir wünschen allen CNET.de-Lesern an dieser Stelle noch einmal ein gesundes und glückliches neues Jahr. (Fotos: CBS Interactive)

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