CNET.de in Viña del Mar, Valparaiso und Rio de Janeiro

Die besuchten Städte werden vielfältiger und damit wächst auch die Zahl der abgelichteten Motive und deren Diversität. Bei dem Standard-Urlaubsfoto bei guten Lichtverhältnissen und unproblematischer Beleuchtung machen alle drei Kameras eine gute Figur. Anders hingegen sieht es etwa bei schlechten Lichtverhältnissen aus. In Kirchen oder bei Nacht steht die Ricoh GXR mit dem A12-Modul einsam an der Spitze. Dank des großen Sensors und der lichtstarken Festbrennweite schießt diese Kamera-Aufnahmemodul-Kombination auch im Dunkeln ausgezeichnete Fotos. Der große Nachteil ist allerdings die unveränderliche Brennweite von 50 Millimetern im Kleinbildäquivalent. Für Panoramen, Innenaufnahmen in großen Kirchen oder dergleichen und Fotos von nahestehenden Hochhäusern ist das nicht zu gebrauchen. Mitreisende, verwinkelte Gassen oder Makroaufnahmen von exotischen Pflanzen und Käfern dagegen bringt die Kamera genial aufs Bild.

Olympus‘ E-P1 verfügt über einen etwas kleineren Bildsensor als Ricohs A12-Aufnahmemodul und taugt damit nicht ganz so gut für Nachtaufnahmen. Auch bei Portraitfotos muss sie sich hinter der GXR einreihen. Aufgrund des kleineren lichtempfindlichen Chips liefert die E-P1 trotz gleicher kleinster Blende bei den Festbrennweiten-Objektiven eine deutlich größere Tiefenschärfe. Bei Portraitfotos stechen die Personen weniger stark aus dem Hintergrund heraus, sollte das gewünscht sein. Allerdings ist die Olympus-Kamera mit ihren Wechselobjektiven derzeit dem Ricoh-System noch überlegen, hält sie doch auch eine dreifach zoomende Linse bereit, die im Gegensatz zum Ricoh-S10-Zoom dann einen großen Bildsensor nutzt.

Der Bildsensor der Canon PowerShot G11 bietet nur rund ein Viertel der Fläche des GXR-Chips – und ist etwa so groß wie der von Ricohs S10-Aufnahmemodul. Dramatische Tiefenschärfe-Wirkungen darf man sich von der Kompaktkamera nicht erhoffen. Dafür bietet die Canon-Digicam mit der fünffach vergrößernden Optik die größte Flexibilität. Auch beim Preis steht die PowerShot G11 am besten da: Sie wechselt für 450 Euro den Besitzer. Für die Olympus E-P1 mit den beiden Objektiven werden gut 700 Euro fällig, die Ricoh GXR reißt inklusive A12- und S10-Modul gar ein 1500 Euro tiefes Loch ins Urlaubsbudget.

Genug zur Technik – was ist in Südamerika passiert? Nach der Ankunft am Flughafen von Santiago um drei Uhr morgens haben wir es uns erst einmal vor Ort gemütlich gemacht – der Busbahnhof im Zentrum ist um diese Zeit kein empfehlenswerter Ort. Um kurz vor sechs fahren wir schließlich mehr schlecht als recht ausgeschlafen zum Busterminal, jedenfalls versuchen wir es. Einer Passagierin fällt auf dem Weg auf, dass ihr Notebook noch am Flughafen liegt, und wir drehen um. Es geschehen tatsächlich noch Wunder – das augenkrebsverdächtig pinke Sony-Notebook liegt nach wie vor auf der Sitzbank. Also ab zum Busbahnhof und in Richtung Pazifik. Zwei Stunden dauert die Fahrt, bis wir in Viña del Mar stehen.


Hunderte kleiner Trampelpfade führen auf die Hügel hinauf, über die sich Valparaiso erstreckt.

Unser Ankunftsort ist das Hollywood von Chile – hier begegnen sich nationale Stars und Sternchen im Supermarkt und gehen Kaffee trinken. Der Strand ist nett, aber die Altstadt von Valparaiso ist interessanter. Mittels Stadtbus inklusive lebensmüdem Fahrer, der im Sekundentakt hupt und zentimeterdicht an Fußgängern, Radfahrern und anderen Autos sowie Bussen vorbeischießt, geht es nach „Little San Francisco“. Während sich die Gegend am Meer primär aus Lagerhallen, Containerwüsten und Bürogebäuden zusammensetzt, sind die landeinwärts gelegenen Hügel mit hunderte Jahre alten, liebenswürdigen Gebäuden übersät, durch die sich zahllose enge, steile und baufällige Trampelpfade ziehen – wunderschön.

Kurz nach Anbruch der Dunkelheit fahren wir zurück nach Santiago und kommen gegen ein Uhr nachts am Flughafen an. Sechs Stunden, bevor der Flieger nach Rio de Janeiro geht. Die Bänke im Flughafen kennen wir doch irgendwoher – und schlafen bereits die dritte Nacht in nicht einmal zwei Wochen am Comodoro Arturo Merino Benítez International Airport, putzen uns auf den Toiletten die Zähne und ziehen uns in den Kabinen um. In Rio wird alles anders!


Sonnenuntergang in Viña del Mar, fotografiert mit der Canon PowerShot G11.

Oder auch nicht, denn in der Sieben-Millionen-Einwohner-Metropole ist an diesem Sonntag alles ausgebucht. Silvester ist Schuld, und ich finde nach quälend langer Sucher in viel zu heißen Klamotten ein Bett in einem Acht-Personen-Schlafraum. Das gerade einmal 1,5 mal 1,5 Meter große Bad teilt sich unser Raum mit zwei weiteren Schlafsäalen. Aber was solls – hauptsache das Bett hat nicht die Form eines Flugzeugsitzes oder einer Bank am Flughafen.

Nach einem Bad am Strand von Ipanema – das ist neben der Copacabana – und einem Essen, das für den Stress der letzten Tage entschädigt, schlafen wir uns aus. Versuchen es zumindest, denn die Klimaanlage eines Nachbarraums bläst die heiße Abluft direkt in unsere Gemächer. Bei Temperaturen von ohnehin schon 30 Grad in der Nacht sorgt das nicht gerade für eine schlafkompatible Atmosphäre. Dafür lernen wir in dem Hostal Ricardo kennen, einen Brasilianer aus Belo Horizonte, der jede freie Minute in Rio de Janeiro verbringt und uns den südlichen Teil der Stadt zeigt.

Nach dem Zuckerhut und der Christus-Statue kommt bei Rio de Janeiro gleich die Assotiation „Sicherheit“ auf. Grundsätzlich sind in Großstädten nur die Armenviertel wirklich gefährlich. Das Besondere an Rio ist allerdings, dass sich diese inmitten der Stadt und nicht nur am Rand befinden. Sämtliche Hügel sind mit den sogenannten Favelas überzogen. Nicht einmal Einheimische aus den anderen Stadtteilen trauen sich dort hin, denn es gelten eigene Gesetze und eigene Regeln. In der Stadt um den Zuckerhut haben die Armenviertel sogar ein Art eigenen Präsidenten – damit funktionieren sie praktisch als autonomer Staat ohne feste Grenzen.


Beeindruckend: Mitten im Zentrum von Rio de Janerio steht diese moderne Kirche.

Natürlich verpassen wir auch die typischen touristischen Attraktionen nicht. Dazu zählen eine Fahrt auf den Aussichtspunkt „Redentor Cristo“, der um die berühumte Statue herum gebaut ist, ein Caipirinha an der Copacabana, ein Besuch der Innenstadt und der Genuss von Açai-Bananen-Snacks. Das Fazit: Die Aussichtsplattform um die Statue herum ist völlig überfüllt, der Strand von Ipanema ist meilenweit schöner als die Copacabana, die Innenstadt überrascht positiv und Rio de Janeiro hält etliche kulinarische Überraschungen bereit.

Die Pläne, erst nach São Paulo und dann nach Foz do Iguaçu zu fahren, wurden kurzfristig zu Ungunsten der 11-Millionen-Metropole São Paulo über den Haufen geworfen. Am Busbahnhof angekommen, erfahre ich, dass es an diesem Tag keine Fahrt mehr nach Iguaçu gibt. Also geht die Reise über Nacht erst nach Coritiba. Einem Deutschen, der gerade sein freiwilliges soziales Jahr in Brasilien ableistet, sei Dank, ist der Tag bereits komplett mit Pflichtterminen ausgebucht. Am Abend geht es dann weiter nach Foz do Iguaçu und schließlich nach Asunción, der Haupstadt von Paraguay.


Bye Rio, ich komme wieder!

Apropos „Prost Neujahr“: In Brasilien ist das Autofahren unter Alkoholeinfluss erst seit wenigen Monaten verboten. Das entsprechende Gesetz sorgt insbesondere bei jungen Menschen für kräftig Unmut. (Alle Fotos: CBS Interactive)

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