CES 2010: Ferngesteuertes Ufo Parrot AR.Drone nutzt iPhone als Fernbedienung

Eigentlich ist die Überschrift diesem Produkt überhaupt nicht angemessen. Aber eine genauere Erklärung passt nicht einmal ansatzweise – denn was der französische Hersteller, den wir bislang hauptsächlich von Bluetooth-Freisprecheinrichtungen her kennen, hier auf der CES unter dem Namen AR.Drone präsentiert, könnte sich als Revolution herausstellen.

Parrot AR.Drone

Auf den ersten Blick handelt es sich dabei tatsächlich um ein ferngesteuertes Ufo. Die korrekte Bezeichnung wäre übrigens Quadrokopter, denn es ist ja ein identifiziertes Flugobjekt, das seine Höhe mit Hilfe von vier Rotoren hält – und darüber auch lenkt und steuert. Die Tatsache, dass anstelle einer billigen Plastikfernbedienung hier das iPhone (oder der iPod Touch) zum Einsatz kommen, ist schon eher eine Meldung wert: Auf dem Display sieht der Pilot quasi aus der Kanzel seines Ufos, das einen Videostream per WLAN auf das Apple-Smartphone schickt – in VGA-Auflösung und mit 15 Bildern pro Sekunde. Vorwärts und seitwärts geht es durch seitliches Neigen des iPhones, die Höhe wird per Display reguliert – und wenn man das Handy loslässt, hält ein Autopilot die Drone stabil in ihrer Position. Die Datenübertragung erfolgt per WLAN, und wenn die Verbindung abbricht, landet der Quadrokopter automatisch.

Damit das alles funktioniert, gibt es neben der Frontkamera und den vier Propellern noch haufenweise Technik an Bord, etwa eine zweite, nach unten gerichtete Kamera für die Navigation, einen akustisch arbeitenden Höhenmesser und vor allem einen Bordcomputer, der mit haufenweise Software und einem Linux-Betriebssystem gefüttert ist. Natürlich gibt es auch noch einen Lithium-Ionen-Akku, der 1000 mAh speichert – damit ist eine Flugzeit von 15 Minuten drin, nachladen dauert 90 Minuten. Das ist nichts für ungeduldige Piloten, die den nächsten Flug gar nicht erwarten können – aber wir sind uns sicher, es wird Zusatzakkus geben.

Das absolute Highlight ist aber die Idee dahinter, und das, was noch kommt. Software-Entwickler können sich ab sofort auf ardrone.org registrieren und Anwendungen für die AR.Drone programmieren – etwa Augmented-Reality-Games. Auf Deutsch: Während der Pilot sein Ufo durch die Wohnung manövriert, tauchen beispielsweise fiese Aliens hinterm Sofa auf, die es dann abzuschießen gilt – virtuell natürlich, während die Drohne tatsächlich an diesem Ort ist. Alternativ könnten sich mehrere der ferngesteuerten Hubschrauber mit unterschiedlichen Personen im Park einen Kampf liefern – oder einen virtuellen Gegenstand suchen, Rennen durch halb-virtuelle und halb-reelle, dreidimensionale Parcours hinter sich bringen, virtuelle Gegenstände von realen Orten zu anderen realen Zielen transportieren, oder, oder, oder – der Fantasie der Programmierer sind keine Grenzen gesetzt.

Wem es jetzt schon im Mausfinger juckt und wenn die Kreditkarte bereits auf dem Schreibtisch liegt – schlechte Nachrichten. Im Moment nennt der Hersteller weder einen Preis, noch ein Datum der Markteinführung. Wir werden versuchen, hier noch etwas in Erfahrung zu bringen. Fotos: Parrot

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