Nexus One Unlock: Warum der Jailbreak hier so einfach ist

Bereits vor dem Verkaufsstart des Google-Handys mit Android ging die Meldung durchs Web: Das Gerät ist geknackt, die Installation angepasster ROM-Versionen kein Problem. Kein Wunder: Google hat den Unlock vorgesehen und keinerlei Hürden eingebaut. Wir haben recherchiert, warum das so ist, wie der Jailbreak klappt und was dann möglich ist.

29. Juni 2007 – Verkaufsstart des ersten iPhones. Zu dem Zeitpunkt war das Apple-Handy attraktiv, seine Oberfläche innovativ – aber die Technik schon von gestern. Weder UMTS noch GPS, kein Copy & Paste, keine MMS, kein App Store. Noch dazu SIM- und Netlock, die Nutzung des Geräts war nur im amerikanischen AT&T-Netz möglich.

Zumindest für wenige Tage. Denn bereits am 3. Juli beschrieb Jon Lech Johansen, der Hacker der DVD-Verschlüsselung CSS, in seinem Blog erste Möglichkeiten, die Beschränkungen aufzuheben. Ab dem 14. August war dann auch die Nutzung in beliebigen Handynetzen mittels eines Chips, der an der SIM-Karte angebracht wird, möglich – und im September brachte das iPhone Dev Team die erste Version seines Software-Unlocks in Umlauf. Kurze Zeit später kam der Jailbreak – und damit die Möglichkeit, zusätzliche Programme auf dem iPhone zu installieren. Zur Erinnerung: Den App Store gab es zu dieser Zeit noch nicht.

All das könnte man als die Geburtsstunde des Smartphone-Hackings bezeichnen. Fachlich korrekt ist das zwar nicht, da sich seit Jahren schon angepasste Firmware-Images auf verschiedene Windows-Mobile- oder Symbian-Geräte aufspielen ließen – aber mit den zusätzlichen Möglichkeiten für das iPhone wurde das Thema erstmals für die breite Masse interessant.

iPhone Jailbreak
Jailbreak beim iPhone: Neben dem App Store gibt es mit Installer und Cydia zwei weitere Quellen für coole Applikationen, die häufig mehr können als ihre Pendants im offiziellen Apple-Shop.

Was der Unlock bei Android bringt

Beim iPhone gibt es inzwischen den App Store – und damit quasi ab Werk die Möglichkeit, Programme nachzuinstallieren. Ein gejailbreaktes Apple-Smartphone kann aber mehr – zum Beispiel Multitasking, um Instant-Messaging-Programme im Hintergrund laufen lassen, Zugriff auf kostenlose GPS-Navisoftware, Voice over IP über UMTS, Dateiübertragungen und so weiter.

Ähnlich verhält es sich auch beim Konkurrenzbetriebssystem Android. Hier gibt es zwar eigentlich keinen Jailbreak, sondern einen Unlock – aber letztlich geht es nur darum, ein manipuliertes Firmware-Image auf dem Smartphone zum Laufen zu bringen. Bei Google-Handys profitiert der Nutzer dann von den sogenannten Root-Rechten – er ist also quasi selbst Administrator seines Smartphones.

Damit funktionieren Applikationen, die eigentlich nicht vorgesehen sind – etwa Wifi Tether, ein Programm, das das Smartphone zum WLAN-Accesspoint macht, sodass das Surfen über das Notebook mittels der SIM-Karte im Handy möglich ist. Oder das Installieren von Programmen, die Screenshots anfertigen, ein Komplett-Backup vom Gerät inklusive Anwendungen auf SD-Karte kopieren, Autostart-Applikationen einrichten, Multitouch aktivieren, die Oberfläche austauschen, und, und, und.


Praktisch: Das Programm WiFi Tether macht das Android-Handy zum Access-Point. Damit das funktioniert, sind Root-Rechte nötig.

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