Uyuni, Bolivien: psychedelische Eindrücke am weltgrößten Salzsee

CNET on the RoadNach knapp 50 Stunden Busfahrt auf unbefestigten Straßen, die von 416 auf 3670 Metern über dem Meeresspiegel führen, ist erstmal ein Tag Ruhe vonnöten, um die geschundenen Gliedmaßen und den durch die Höhe belasteten Kreislauf zur Ruhe kommen zu lassen. Auf dem Weg in die bolivianische Hochebene gab es einiges zu sehen und auch zu fotografieren. Und hier liefern unsere Kameras deutlich unterschiedliche Ergebnisse. Je nachdem, wie weit die Objekte der Begierde vom Bus entfernt sind, ist eine kürzere Verschlusszeit vonnöten, um ein scharfes Bild zu erreichen. Ab einer Distanz von 50 Metern reichen Belichtungszeiten von 1/300 Sekunde aus, bei wenige Meter entfernten Motiven darf es schon einmal 1/2000 Sekunde sein.

Je kürzer die Verschlusszeit, desto lichtempfindlicher muss der Sensor und desto lichtstarker das Objektiv sein. Die Nase vorne hat hier ganz klar das A12-Aufnahmemodul der Ricoh GXR – die Kombination aus APS-C-Sensor und F2,5-Optik schlägt die Konkurrenz nicht. Allerdings liegt die Brennweite der Linse bei 50 Millimetern. Für Panoramen ist das nicht geeignet.

Danach kommt die Olympus E-P1. Der Bildsensor der Micro-Four-Thirds-Kamera ist nur wenig kleiner als der der Ricoh GXR – und bietet damit eine ordentliche Lichtempfindlichkeit. Zusammen mit der 34-Millimeter-F2,8-Festbrennweite ergibt das eine leistungsstarke Kombination für Panorama-Aufnahmen aus dem Bus heraus. Das Kit-Zoomobjektiv besitzt im Weitwinkel eine Lichtstärke von F3,5. Damit ist der Spielraum ein ganzes Stück geringer.

An letzter Stelle steht Canons G11. Der 1/1,7-Zoll-Sensor besitzt nur etwa ein Viertel der Fläche des E-P1-Chips und fängt damit deutlich weniger Licht ein. Selbst bei Sonnenschein und im Weitwinkel mit der kleinsten Blendenzahl F2,8 gerät die PowerShot bei stark bewegten Aufnahmen an ihre Grenzen.

Natürlich lässt sich diese Schnelligkeit der Kameras nicht nur auf Busfahrten in Südamerika anwenden. Gleiches gilt auch für Aufnahmen von tobenden Haustieren, spielenden Kindern und dergleichen. Wenn sich der Fotograf nicht mitten ins Getümmel stürzen möchte, dann ist hier die 50-Millimeter-Festbrennweite der Ricoh GXR allerdings dem 34-Millimeter-Objektiv der Olympus E-P1 auch in puncto Bildausschnitt überlegen.


Auf nach Uyuni in Bolivien: Wir kommen um zwei Uhr nachts in dem verschlafenen Ort an.

Nach einer Fotosafari durch den paraguayanisch-bolivianischen Chaco geht es hinein in die bolivianischen Anden. Es bleiben 32 Stunden Verschnaufpause, dann starten wir zusammen mit vier Argentiniern und zwei Bolivianern mit einem uralten Toyota Landcruiser in Richtung Salzsee – Asphalt unter den Rädern ist wieder einmal nur ein entfernter Traum.


Uralt, aber schlagkräftig: Dieser Toyota Landcruiser bringt uns durch den Salzsee und diverse Wüsten.

Nach einem kurzen Boxenstopp an einem alten Eisenbahnfriedhof, an dem etliche der ersten bolivianischen Züge stehen, geht es zum Salar de Uyuni. Auf gut 3600 Metern Höhe liegt die Salzplatte mit der 20-fachen Größe des Bodensees. Die unwirkliche, schier unendliche und völlig planare, weiße Fläche ist von Hexagonen überzogen, die beim Trocknen nach den spärlichen Regenfällen entstehen.

Aus dem Salzsee ragen an einigen Stellen bis zu 100 Meter hohe Erhebungen heraus. Wir fahren auf eine Insel, die dem letzten Inka-König als Zufluchtsort diente. Die gigantischen, stellenweise über zehn Meter hohen und mehr als 1000 Jahre alten Kakteen haben auch Túpak Amarus Flucht vor den spanischen Conquistadoren schon gesehen.


Die Ricoh GXR schießt schnell – schnell genug, um auch freihändig Belichtungsreihen anzufertigen. Daraus lassen sich HDR-Bilder wie dieses basteln.

Der Salzsee selbst sieht nicht nur umwerfend aus, sondern stellt auch die Lebensgrundlage für die Mitarbeiter der örtlichen Speisesalzproduktion dar. Zudem soll in naher Zukunft die Lithiumförderung beginnen – immerhin liegen hier 50 bis 70 Prozent der weltweiten Vorkommen. Einsatzzweck für das teure Metall sind vor allem Akkus in Smartphones, Autos, Notebooks und dergleichen.


Alles Handarbeit: Der kleine Junge füllt die „1-KG“-Beutel nach Augenmaß und verschweißt sie mit der Gasflamme – aufgenommen mit der Olympus E-P1.

Neben gut 10.000 Quadratkilometern Salz gibt es in der kargen Landschaft zwischen 4000 und 6000 Metern bunt gefärbte Lagunen mit tausenden und abertausenden von Flamingos, dampfende Vulkankrater, heiße Quellen, die höchstgelegene Wüste der Welt und einen unglaublich klaren Sternenhimmel zu bestaunen.


Was zum Teufel macht Ihr hier? Auf über 4000 Metern Höhe begegnen uns auf einmal Flamingos.

Autopannen sind natürlich auch dabei – bereits nach wenigen Stunden Fahrt fällt die Bremse rechts vorne irreparabel auseinander, wenige Kilometer später platzt ein Reifen. Kein Grund zur Sorge, unser bolivianischer Fahrer und sein Landsmann sind immer guter Dinge, und schließlich fährt das Auto ja auch ohne Bremse. Erholsam sollten diese drei Tage allerdings auch nicht werden. Schuld daran sind über 30 Stunden Fahrt an drei Tagen – unbeheizte sowie ab 21 Uhr unbeleuchtete Unterkünfte und ein chronisch verstimmter Magen tun ihr Übriges dazu. (Fotos: CBS Interactive)

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