Ricoh GXR vs. Canon G11 vs. Olympus E-P1 in Peru und Ecuador

CNET.de in Peru und EcuadorDas Reisekameratrio hat inzwischen einiges mitgemacht – von stundenlangen Schütteltortouren auf ungeteerten Straßen über Salzwassergischt auf Bootsfahrten bis hin zu staubtrockenen Wüsten und tropisch-feuchten Urwäldern war alles geboten. Und alle drei Digicams funktionieren nach wie vor einwandfrei. An der Verarbeitungsqualität und der Robustheit gibt es bei keinem der Modelle etwas auszusetzen. Aber wie sieht es mit den übrigen Anforderungen aus?

Canons PowerShot G11 hat sich inzwischen als praktische „Immer-Drauf-Knipse“ herausgestellt. Der fünffache optische Zoom, das dreh- und schwenkbare Display sowie die zahlreichen praktischen Bedienelemente auf dem Gehäuse erlauben es in jeder Situation, schnell das Motiv in der gewünschten Form auf die Speicherkarte zu bannen. In jeder Situation? Nicht ganz – bei schlechten Lichtverhältnissen läuft die Canon G11 schnell in den Begrenzer und fordert immer höhere ISO-Empfindlichkeiten, um kurze Belichtungszeiten zu ermöglichen und somit freihändig noch ein verwacklungsfreies Bild zu liefern.


Der große Bildsensor von Ricohs A12-Aufnahmemodul ermöglicht in Kombination mit der lichtstarken Optik eine selektive Tiefenschärfe und damit Fotos wie dieses.

Ricohs GXR bietet hier mit dem A12-Aufnahmemodul mit dem großen APS-C-Chip die besten Voraussetzungen und liefert auch in der Praxis die besten Ergebnisse. Allerdings reduziert die Festbrennweite von 50 Millimetern im Kleinbildäquivalent die Flexibilität deutlich – ein Panorama komplett aufs Bild zu bringen, ist nicht möglich. Hier bleibt nur der Griff zum S10-Aufnahmemodul, das über einen angenehm starken Weitwinkel verfügt – allerdings wiederum einen kleineren Bildsensor und damit auch eine schlechtere Performance bei Lichtmangel bietet. Die GXR-S10-Kombination liefert bessere Ergebnisse als die Canon G11, kostet allerdings auch knapp 400 Euro mehr.

Die 34-Millimeter-Festbrennweite der Olympus E-P1 ermöglicht einen deutlich größeren Blickwinkel als Ricohs GXR – und fällt bei Aufnahmen im Zwielicht, was die Bildqualität angeht, nur wenig hinter der GXR zurück. Neben der Pancake-Linse ohne Zoom findet sich außerdem das dreifach vergrößernde Kitobjektiv im Reisegepäck. Zwar liegt die Zoom-Optik in puncto Lichtstärke hinter der Festbrennweite, doch dafür steht auch hier ein größerer Bildsensor zur Verfügung.

Ein weiterer Vorteil der Olympus E-P1 ist die Masse an inzwischen verfügbarem Zubehör. Neben den beiden Objektiven in unserem Gepäck lassen sich beispielsweise mit dem optional erhältlichen Adapter sämtliche Four-Thirds-Optiken aus Olympus‘ DSLR-Sortiment mit der Kamera nutzen. Außerdem kommen in den nächsten Monaten eine zweifach vergrößernde Weitwinkellinse sowie ein Zehnfach-Zoomobjektiv für die Digicam in den Handel. Und nicht zuletzt hat auch der Micro-Four-Thirds-Kollege Panasonic eine ganze Reihe von Optiken im Angebot, die sich ebenfalls mit der E-P1 nutzen lassen.

Ricoh hat hier, was die Flexibilität angeht, noch einiges aufzuholen. Was nicht weiter verwunderlich ist, denn schließlich kommt das Kamerasystem gerade erst aus den Startlöchern. Am schmerzlichsten vermisse ich auf meiner Reise ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv an der GXR. Bis der Hersteller hier nachlegt, bietet die Olympus E-P1 das vielseitigste System des Trios.


Bunt gemischt: Zwischen Handkarren und Hochhäusern verkürzen Breakdancer den Autofahrern die Wartezeiten an den Ampeln – und verdienen sich den einen oder anderen Nuevo Sol dazu.

Südamerikanische Millionenstadt mit Meer – das weckt Erinnerungen an die Traumstadt Rio de Janeiro. Lima liegt allerdings am hier deutlich raueren Pazifik und bietet keine direkt in der Stadt befindlichen Sandstrände à la Copacabana und Ipanema. Wer sich danach sehnt, muss ein Stückchen in die Pampa fahren. Alles andere gibt es dagegen in Lima – vom beinahe europäisch wirkenden, recht ruhigen Viertel Miraflores bis zum hektischen Stadtzentrum ist alles geboten. Nach zweieinhalb Tagen Aufenthalt geht es weiter in Richtung Ecuador. Primärziel: Sandstrand und Erholung von der zurückliegenden Durchquerung des Kontinents, bevor Kolumbien und Venezuela an die Reihe kommen.


ISO 1600 und 1/8 Sekunde: Dieses Foto am Strand von Salinas in Ecuador gelingt mit der Olympus E-P1 auch freihändig noch praktisch unverwackelt.

Nach der Überquerung des angeblich „schlimmsten Grenzübergangs Südamerikas“ lautet die nächste Station Guayaquil. Zeit für Sightseeing bleibt hier nicht, wir fahren direkt mit dem nächsten Bus nach Salinas am Pazifik. Der Ort ist zwar touristisch geprägt, Menschen von außerhalb Ecuadors trifft man hier allerdings selten an. Dafür gibt es eine Kentucky-Fried-Chicken-Niederlassung, die Suppe serviert, Restaurants, die auf Besteck verzichten (und ihre Gäste stattdessen mit Hämmern ausstatten, um das Essen zu zerlegen), einen Sandstrand, der jeden Abend von der Flut komplett saubergewaschen wird und einen kräftigen Sonnenbrand. (Fotos: CBS Interactive)


Wenn die Sonne in Salinas zwischen den Häusern und Palmen verschwindet, ist noch genug Licht für die Canon PowerShot G11 übrig. Zu späterer Stunde hat die Kompaktkamera gegen ihre Konkurrentinnen allerdings keine Chance mehr.

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