So schlagen sich Ricoh GXR, Canon G11 und Olympus E-P1 im Extremtest

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen! Dank digitaler Fotografie gibt es zum Erlebten auch einiges herzuzeigen. Damit die Daheimgebliebenen auch richtig neidisch werden, sollte auch die Qualität der Fotos stimmen. Denn ein verrauschter oder überbelichteter Sonnenuntergang wird dem Erlebten einfach nicht gerecht. Wir haben uns in Südamerika auf die Suche nach der besten Reisekamera gemacht.

Wer nicht gerade professionell fotografieren möchte, freut sich bei einer Kamera über jedes Gramm Gewicht und jeden Kubikzentimeter Raum, der einzusparen ist. Denn egal ob Taucherbrille oder Anorak, ob Bergstiefel oder Moskitonetz – der Platz ist immer zu knapp. Wir haben uns daher drei kompakte Digicams ausgesucht, die trotz ihrer geringen Ausmessungen eine hohe Bildqualität versprechen. Im Gepäck finden sich die Canon PowerShot G11, die Olympus E-P1 mit dem 17-Millimeter-Pancake- und dem 14-bis-42-Millimeter-Kitobjektiv sowie die Ricoh GXR samt S10- und A12-Aufnahmemodul.

Was für eine gute Bildqualität wichtig ist

Auf seinem Weg zur Speicherkarte passiert das vom Motiv ausgesendete Licht zunächst das Objektiv. Anschließend werden die Photonen vom Bildsensor in Bits und Bytes umgewandelt und vom Bildprozessor in optimierter Form auf das Speichermedium gebannt. Diese vereinfachte Ausführung einer digitalen Kamera verdeutlicht, welche Elemente für eine gute Fotoqualität von Bedeutung sind.

Das Objektiv

Im Datenblatt finden sich diverse Parameter, die Aufschluss über die Qualität der Optik geben. An erster Stelle stehen zumeiste die Brennweite beziehungsweise der optische Zoom. Je nachdem, ob es sich bei dem Objektiv um eine Festbrennweite oder um eine Zoomlinse handelt, ist hier nur eine einzige Zahl oder ein Bereich zu finden. Zoomlinsen bieten eine erhöhte Flexibilität und bringen sowohl Panoramen als auch entferntere Motive auf den Bildsensor. Besitzer von Festbrennweiten hingegen müssen im Zweifelsfall „zu Fuß zoomen“ – sprich zum Motiv hin oder vom Objekt der Begierde weg laufen.

Optiken mit variabler Brennweite erfordern eine aufwändigere Konstruktion: Neben zusätzlichen Linsen ist außerdem eine Mechanik zum Verschieben der einzelnen Gläser zueinander vonnöten – die Optiken sind dadurch sperriger und schwerer als ihre Kollegen. Ein weiterer Vorteil von Festbrennweiten ist die durch den einfacheren Aufbau bedingte höhere Lichtstärke. So entstehen bei schlechten Lichtverhältnissen auch ohne Blitz noch verwacklungsfreie Aufnahmen. Zudem ermöglicht eine kleinere mögliche Blendenzahl eine selektivere Tiefenschärfe, was beispielsweise bei Portraitaufnahmen zu ansprechenderen Fotos führt.

Die PowerShot G11 bietet Canon-Kunden keine Möglichkeit zum Objektivwechsel – für die kompakte Kamera steht lediglich der fest verbaute fünffache Zoom zur Verfügung. Die Olympus E-P1 hingegen verfügt über das Micro-Four-Thirds-Bajonett. Das ermöglich die Verwendung aller MFT-Linsen von Olympus und Panasonic mit der Digicam. Zudem stehen eine Reihe von unterschiedlichen Adaptern für Objektive verschiedenster Hersteller bereit. Ricohs GXR verfolgt einen völlig neuen Ansatz: Bei der Kamera wechseln Fotografen nicht nur die Optik, sondern gleich auch den fest integrierten Bildsensor.

Der Bildsensor

Das vom Objektiv gebündelte Licht erreicht den Bildsensor – am aussagekräftigsten hinsichtlich der zu erwartenden Fotoqualität ist die Größe des lichtempfindlichen Chips. Denn je mehr Fläche der Sensor bietet, desto mehr Lichtteilchen fängt er ein. Das wiederum ermöglicht eine niedrigere Empfindlichkeit und damit weniger Bildrauschen. Für die letztendlich resultierende Bildqualität spielt die Auflösung eine untergeordnete Rolle – ob sich 10 oder 12 Millionen Pixel die Fläcke auf dem Chip teilen, macht keinen allzu großen Unterschied.

In der Canon PowerShot G11 kommt ein 1/1,7-Zoll-Sensor zum Einsatz. Olympus setzt bei der E-P1 auf einen 17,3 mal 13,0 Millimeter großen Chip, der etwa das fünffache an Fläche bietet. Die A12-Festbrennweite der GXR bietet den größten Lichtfänger – Ricoh setzt auf einen Sensor im APS-C-Format. Das S10-Aufnahmemodul mit dreifachem optischen Zoom hingegen verlässt sich auf einen 1/1,7 Zoll großen Bildsensor.


Die Grafik zeigt die Sensorgrößen der verschiedenen Kameras im maßstabsgetreuen Vergleich.

Die Elektronik

Die Rohdaten vom Sensor in ein brauchbares Format zu überführen, ist die Aufgabe des Bildprozessors. Doch statt übertragbarer Werte finden sich hier im Datenblatt Schlagwörter aus der Marketingabteilung: Ob Digic IV oder TruePic V besser ist, zeigt ausschließlich die Praxis. Neben dem Abspeichern ist die Elektronik in der Kamera außerdem etwa für die Belichtungsmessung, den Autofokus und den Weißabgleich verantwortlich.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu So schlagen sich Ricoh GXR, Canon G11 und Olympus E-P1 im Extremtest

  • Am 17. Februar 2010 um 20:43 von Manuel

    Toller Test!
    Grundsätzlich sehr interessanter test.
    mich hätte im zusammehnag auch die Sigma DP1s interessiert, da sie ja auch in die reihen dieser klasse gehört.

  • Am 17. August 2010 um 15:06 von Albert Graf

    Sensormagie
    Danke, danke, mir gingen die Augen weit auf! Die verklauslulierte Angabe von 1/1,7 Zoll kommt der Kameraindustrie sehr gelegen. Ich dachte immer, das hieße 1 Zoll mal 1,7 Zoll Fläche. Weit gefehlt. Kein Wunder, dass bei einer Fläche, die nur dem zwanzigstel des KB-Formats der SLRs entspricht, keine Wunder zu erwarten sind. Nun weiß ich, was ich bei meiner nächsten Cam beachten muss. 😉

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