Nokia Booklet 3G: Netbook mit gigantischer Akkulaufzeit

Unserer Meinung nach ist ein mobiler Rechner, der 700 Euro kostet, kein Netbook, sondern eher ein Notebook. Allerdings rechtfertigt das Booklet 3G von Nokia den hohen Preis mit einer tollen Ausstattung: 57-Wh-Akku, HD-Display und integriertes UMTS-Modem sind nur die Spitzen des Eisbergs. Wir haben getestet, ob das finnische Mini-Notebook auch in puncto Leistung überzeugt.

Mit seinem Booklet 3G mit 10,1 Zoll großem Display versucht Nokia, im Netbook-Markt Fuß zu fassen. Wie seine Rivalen ist das Gerät primär als mobile Surfstation gedacht. Allerdings nutzt der Hersteller seine langjährige Erfahrung mit Handys, um dem Booklet 3G einige Features zu verpassen, mit denen es aus der grauen Masse heraussticht. Da wären zum Beispiel stromsparende Komponenten, die für eine tolle Akkulaufzeit sorgen, und ein integriertes UMTS-Modem, das mobiles Surfen via Handynetz ermöglicht. Leider erhebt sich das Netbook auch noch in einem anderen Punkt aus der Masse. Mit rund 700 Euro ist das Booklet 3G für ein Netbook zum Surfen vergleichsweise teuer. Schließlich bieten andere Hersteller für dieses Geld bereits vollwertige Notebooks an.

Ein Mini-Macbook

Das Booklet 3G kommt etwas spät zur großen Netbook-Party, allerdings wird schnell klar warum: Nokias Designer haben anscheinend richtig viel Zeit investiert und das Gerät zum schicksten aller Mini-Notebooks gemacht. Der Deckel unseres Testgeräts ist aus klavierlackschwarzem Kunststoff. Eine weiße Variante ist ebenfalls erhältlich. Der Rest des Gehäuses besteht aus edlem Aluminium und ist mit einer matten Oberfläche versehen. Tastatur und Displayrahmen sind in Schwarz gehalten und bieten einen willkommenen Kontrast. Alles in allem wirkt das Booklet 3G so wie ein geschrumpftes Macbook Pro. Trotz Metallhülle ist das Netbook nicht sonderlich schwer. Es wiegt 1,2 Kilogramm und ist zudem mit einer Dicke von nur knapp 2 Zentimetern erstaunlich dünn.

Alt gegen neu

Während die meisten modernen Mini-Notebooks auf Intels Atom-CPU N450 setzen, paart Nokia 1 GByte Arbeitsspeicher mit einem Atom-Z530-Chip – der schon seit fast zwei Jahren auf dem Markt ist. Bevor man Nokias Ingenieure dafür mental eine Rüge verpasst, sollte man bedenken, dass der Z530 nur deshalb weniger populär ist als der N270, da er einige Verbesserungen an Bord hat, die ihn teurer machen. Das Entscheidenste ist seine Thermal Design Power (TDP) von 2 Watt, was deutlich weniger ist als die 2,5 Watt TDP des N270. Damit zehrt der Prozessor nicht nur weniger am Akku, durch die geringere Hitzeentwicklung läuft auch der Lüfter langsamer und leiser.


Das Booklet 3G ist dünn, leicht und schick – genau so sollte ein Netbook unserer Meinung nach aussehen.

Nokia hat bei der Wahl des Chipsatzes eine klevere Entscheidung getroffen. Der Hersteller nutzt den Intel SCH US15W anstatt des traditionellen Intel 945GSE, der in den meisten Netbooks aus dem Jahr 2009 steckt, oder des NM10 Express, der bei Geräten aus dem Jahr 2010 Standard ist. Auch hier liegt der Grund wieder beim Energieverbrauch. Der US15W genehmigt sich maximal 2,3 Watt TDP, was etwa einem Drittel der 6 Watt des 945GSE entspricht. Sogar im Vergleich zum neuen NM10-Chipsatz mit 2,1 Watt TDP steht er noch gut da. Alles in allem kommt das Booklet 3G so auf eine TDP von 4,3 Watt, was viel weniger ist als die durchschnittlichen 8,5 Watt TDP von N270-basierten Netbooks, oder die 7,1 Watt TDP moderner N450-Geräte.

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