Die Zeiten, in denen Nokia-Handys grundsätzlich das Beste vom Besten waren, sind mehr oder weniger vorbei. Während das Unternehmen vor allem bei den Touchscreen-Geräten noch einiges aufzuholen hat, sind Business-Smartphones immer noch eine Stärke der Finnen: Bei seinem E71 hat der Hersteller fast alles richtig gemacht. Nun bekommt es einen Nachfolger, jetzt mit optischem Joystick, besserer Kamera und schnellerem Prozessor. Das klingt gut – Zeit, zu prüfen, ob das E72 seinen Vorgänger übertrifft.

Design

Auf den ersten Blick fallen kaum Unterschiede zum E71 auf. Mit einem Gewicht von 128 Gramm wiegt das neue Modell nahezu gleich viel wie das alte, und wie gehabt ist es extrem dünn: Das E72 misst gerade einmal einen Zentimeter in der Höhe. Kenner bemerken allerdings den verchromten Rahmen um die Ränder des Smartphones, den der Vorgänger noch nicht zu bieten hatte. Unterm Strich ist es einfach ein klassisches Business-Phone.

Das Display wirkt irgendwie nicht ganz zeitgemäß. Es misst 2,4 Zoll und löst 320 mal 240 Pixel auf. Keine schlechten Werte, aber zu Zeiten von hochauflösenden 3,7-Zoll-OLED-Displays ist das eben nichts, mit dem man beeindrucken kann. Immerhin ist die Anzeige hell und farbenfroh, aber aufgrund der geringen Auflösung nicht gerade perfekt zum Betrachten von Webseiten.

Hervorragende Tastatur

Unterhalb des Displays gibt es einen Home-Button sowie Tasten für den direkten Zugriff auf Kalender, Kontakte und Posteingang. Der Vier-Wege-Controller nutzt nun einen optischen Sensor anstelle eines mechnischen Joysticks – man scrollt also durch Überstreifen mit dem Finger. Das funktioniert wirklich gut, ist aber auch nicht schneller als ein herkömmlicher Knopf.

Vor allem die erstklassige Tastatur des E71 hat sich bei uns in den Köpfen festgesetzt. Entsprechend hoch sind unsere Erwartungen an den Nachfolger. Die Nachricht, dass der Hersteller Veränderungen am Tastenfeld durchgeführt hat, ließ vor dem Test schon unsere Alarmleuchten blinken. Zu unrecht, wie sich schnell herausstellt. Der einzige echte Unterschied ist die nun etwas schmalere Leertaste: Sie musste Platz für zwei weitere Knöpfe machen. Unterm Strich ist das Layout des Tastenfelds immer noch hervorragend. Auch beim blinden Tippen kommt man gut klar, da sich die Knöpfe gut erfühlen lassen. Damit ist das E72 in diesem Punkt eines der besten Geräte, die es im Markt gibt.

Symbian S60? Gut, aber nicht modern

Nicht mehr ganz so toll sieht es auf der Software-Seite aus. Auf dem Nokia-Smartphone läuft das Symbian-S60-Betriebssystem – und das kann im Vergleich zu iPhone oder Android einfach nicht mehr überzeugen. Immerhin klappt die Bedienung logisch und einfach. Das mag dem einen oder anderen auch wichtiger sein als Multitouch oder flüssiges Scrollen durch eine Bildergalerie. Besonders praktisch ist eine Funktion, die durch simples Austauschen des Homescreens zwischen Business- und Privatmodus hin- und herwechselt.

Dank des nun 600 MHz schnellen ARM-Prozessors im Inneren des Handys reagiert es auch angenehm flott.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Nokia E72: Tastatur-Smartphone für Text-Profis

  • Am 26. Januar 2011 um 18:16 von Stefan Bakunin

    mangelhafte Tastatur
    Ich bin immer wieder erstaunt wenn dem E72 eine überragende Tastatur bescheinigt wird. Die Wahrheit ist, die Buchstaben über dem Ziffernblock erzeugen trotz korrektem Drucks keine Eingabe, wenn kurz vorher eine andere Taste gedrückt wurde. Bei schnellem Schreiben hat man daher in fast jedem Wort ausgelassene Buchstaben, so dass aufwendig korrigiert werden muss. Die Tastatur ist aufgrund dieses nicht abstellbaren Bugs absolut mangelhaft.

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