Alle LCD-Fernseher mit 200 Hz im Überblick: Das bringt die hohe Bildrate

Fernsehgeräte mit 200-Hertz-Technik gibt es schon seit etwa einem Jahr zu kaufen. Wenn man den Herstellern Glauben schenkt, sollen sie besonders bei der Darstellung schneller Bewegungen punkten und Videomaterial gänzlich ruckelfrei wiedergeben. Wir haben Vertreter der aktuellen Baureihen unter die Lupe genommen und erklären, wie Käufer von 200 Hz profitieren.

Wer heute einen Blick auf den Bildschirm eines zeitgemäßen Flachbildfernsehers wirft, kann sich kaum noch vorstellen, dass Zuschauer Jahrzehnte lang die unscharfe und flackernde Bildwiedergabe von Kathodenstrahlröhren über sich ergehen ließen. Moderne Displays sind aufgrund der vollkommen anderen Wiedergabetechnik deutlich schonender für die Augen. Wer beispielsweise einen LCD-Computermonitor mit 60 Hz ansteuert, wird im Gegensatz zu einem Röhrengerät bei gleicher Vertikalfrequenz kein Flackern wahrnehmen.

Obwohl das Flimmern bei zeitgemäßen Flachbildfernsehern kein Problem mehr darstellt, haben die Herstellerfirmen das Thema Bildwiederholfrequenz wieder aufgegriffen. Videosignale beim Fernsehen oder von DVD besitzen in den meisten Fällen eine Vollbildrate von 25 Hz, also 25 Bildern pro Sekunde. Bei Blu-ray-Filmen sind es sogar nur 24 Hz, was das menschliche Auge gerade noch als flüssig wahrnimmt. Kommt es jedoch zu schnellen Bewegungen im Bild, wie zum Beispiel bei einer Explosion oder einer Verfolgungsjagd in einem Action-Film, nehmen viele Betrachter ein unangenehmes Ruckeln wahr. Dieser Effekt wird auch noch dadurch verstärkt, dass die Bilddiagonalen von TV-Geräten immer größer werden. Röhrenfernseher hatten dieses Problem aufgrund des trägen Bildaufbaus nicht, was auch der Grund ist, weshalb sich einige Leute nicht von ihrem alten Gerät trennen möchten. Eine wesentlich ruckelfreiere Bildwiedergabe versprechen die Hersteller mit Hilfe der 200-Hz-Technik. Außerdem soll die Schärfe der Bewegungsdarstellung höher sein.

So funktionieren 200-Hz-Fernseher

Hinter dem Schriftzug 200 Hz verbergen sich im Allgemeinen zwei verschiedene Technologien, die jeweils auf ihre Weise die Bildwiedergabe beeinflussen. Dies sollten Käufer vor dem Erwerb eines neuen Geräts berücksichtigen, denn manche Hersteller bedienen sich eines Tricks, um ihre Produkte mit dem werbewirksamen Logo schmücken zu können.

Wenn man die Einzelbilder eines Films betrachtet, fällt bei schnell bewegten Objekten auf, dass sie ihre Position vom einen Bild zum nächsten deutlich sichtbar ändern. Angenommen ein Sportwagen fährt in einer Szene von links nach rechts durchs Bild, sieht es beim Betrachten der Einzelbilder so aus, als hätte er sich schlagartig in Fahrtrichtung weiterbewegt oder wäre dort hingebeamt worden. Wer einen DVD- oder Blu-ray-Player mit Einzelbildfunktion besitzt, kann sich am Bildschirm selbst von diesem Effekt überzeugen.

Bei TV-Geräten, die die 200-Hz-Technik konsequent umsetzen, analysiert eine Software jeweils zwei benachbarte Bilder und macht die darin befindlichen bewegten Objekte ausfindig. Auf dieser Grundlage berechnet sie daraufhin zusätzliche Bilder, die die wahrscheinlichen Positionen der Objekte zwischen dem ersten und dem zweiten Frame darstellen. Im Fall des Sportwagens würde der Algorithmus also Bilder generieren, auf denen das Auto mehrere kleine Bewegungen statt einer großen nach vorne macht. Der Hintergrund der Szene wird dabei größtenteils übernommen. Bei der Wiedergabe der Sequenz blendet der Fernseher die errechneten Bilder zwischen den bereits vorhandenen ein. Beim Betrachter äußert sich dies in einer flüssigeren Wahrnehmung der Bewegung. Es entsteht der Eindruck, als wäre das Quellmaterial bereits mit einer höheren Bildwiederholrate aufgezeichnet worden, was weniger Ruckeln zur Folge hat.


Ein echter 200-Hz-Bildprozessor berechnet zwischen zwei Bildern des Ausgangsmaterials drei Zwischenbilder und vervierfacht so die Bildrate (Bild: Sony Deutschland).

„Unechte“ 200-Hz-Geräte arbeiten mit einem Trick, um die Bildwiederholrate zu erhöhen. Auch hier setzen Hersteller das Zwischenbildverfahren ein, um Bewegungsabläufe geschmeidiger zu gestalten. Allerdings beträgt die dadurch erreichte Bildfrequenz nur 100 Hz. Auf 200 Hz kommt das Gerät durch regelmäßiges Ein- und Ausschalten der Hintergrundbeleuchtung. Der Fernseher deaktiviert die Hintergrundbeleuchtung bei jedem Bildwechsel kurz, wodurch sich die subjektive wahrgenommene Bildschärfe erhöht. Das Umschalten der Beleuchtung geschieht so schnell, dass der Betrachter davon nichts mitbekommt. Ein vergleichbares Verfahren kommt übrigens auch in Kinos zum Einsatz, um eine flimmerfreie Projektion mit hoher Bewegungsschärfe zu gewährleisten. Die blinkende Hintergrundbeleuchtung hat allerdings eine Verringerung der Grundhelligkeit zur Folge. Hersteller müssen deshalb leistungsfähigere Backlights einsetzen, um die durchschnittliche Helligkeit wieder anzuheben.

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