Angetestet: erster Blick auf Samsungs Wave GT-S8500 mit Bada

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona hat Samsung mit dem Wave sein erstes Smartphone mit dem hauseigenen Bada-Betriebssystem vorgestellt. Das Gerät soll im April auf den deutschen Markt kommen. Wir hatten bereits jetzt die Möglichkeit, uns mit einem Prototypen näher zu beschäftigen.

Die unverbindliche Preisempfehlung des Badas liegt mit geschätzten 500 Euro extrem hoch. Trotz des attraktiven Designs und der erstklassigen Ausstattung dürfte es schwierig werden, gegen vergleichbare Geräte wie das Nexus One oder das HTC Desire anzukommen. Wir vermuten aber, dass der Hersteller über die Handynetzanbieter noch massiv an der Preisspirale dreht – und dass das Gerät schon im Sommer mit Vertrag für einen einstelligen Betrag zu haben sein wird. Spätestens dann wird’s interessant.

Design

Das Wave ist auf den ersten Blick ein typisches Touchscreen-Smartphone: Die Oberseite dominiert das Display, das mit einer Diagonalen von 3,3 Zoll etwas kleiner ist als die Anzeige des iPhone (3,5 Zoll) und schon merklich kleiner als der Nexus-Monitor (3,7 Zoll). Die Auflösung ist mit 480 mal 800 Pixeln allerdings auf Nexus-Niveau – und überragt die Pixelzahl des iPhones (320 mal 480 Pixel) spürbar.

Der hohen Auflösung und der von Samsung als Super-AMOLED bezeichneten Displaytechnik ist es zu verdanken, dass die Darstellung von Texten und Bildern wirklich gestochen scharf aussieht. Im Vergleich zu „normalen“ AMOLED-Anzeigen verzichtet das verbesserte Display auf eine Schicht im Aufbau. Damit ist der Screen dünner und noch etwas schärfer.

Bei der Abdeckung der Anzeige setzen die Koreaner auf Kunststoff statt auf Echtglas. Das trübt den ansonsten hochwertigen Qualitätseindruck etwas, ermöglicht aber ein attraktives Design: Oben und unten ist die Scheibe leicht hochgebogen und passt sich so perfekt in die Optik des Smartphones ein. Dadurch ist die Scheibe auch leicht nach unten versetzt, was das Verkratzen erschwert. Vielleicht gleicht das den Verzicht auf Echtglas fast schon wieder aus. Im oberen Bereich der Kunststoffscheibe über dem Display sitzen Sensoren und Auge der zweiten Kamera sowie das aus Metall gefertigte Lautsprechergitter.

Um die Anzeige zieht sich ein Rahmen aus geschliffenem Aluminium. Das sieht hochwertig aus und fühlt sich gut an, allerdings sind die obere und untere Kappe am Handy aus Kunststoff gefertigt – und dann auch noch aus verschieden Materialien mit unterschiedlichen Einfärbungen. Die technische Notwendigkeit dafür ist klar, denn dahinter sitzen die Antennen. Dennoch ist es nicht nachzuvollziehbar, warum die obere Kappe aus schwarzem, metallisch glänzenden Plastik gefertigt ist, während die untere an die infrarotdurchlässigen Kappen von TV-Fernbedienungen erinnert. Aber wie gesagt: Wir haben nur einen Prototypen in der Hand. Vielleicht ändert sich das bis zur Serie noch.

Unterhalb des Displays gibt es drei Tasten. Eine davon ist erhaben und dient als Menüknopf, links und rechts davon sind die stilisierten Telefonhörer zu finden, die zum Annehmen und Abweisen von Anrufen gedacht sind. Schade nur, dass ausgerechnet der große Menüknopf wieder aus Kunststoff gefertigt ist und gefühlt nicht der hohen Qualität des restlichen Geräts entspricht. Aber auch die Druckpunkte der anderen beiden Tasten sind nicht gerade erstklassig.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Angetestet: erster Blick auf Samsungs Wave GT-S8500 mit Bada

  • Am 11. Mai 2010 um 18:46 von Curon

    Kunststoffscheibe
    Hallo,

    in ihrem Review schreiben sie bei den Dingen die nicht gefallen "Kunststoffscheibe über dem Display" – Ist dies sicher? Denn ich lese sonst immer nur "Oberfläche aus gehärtetem Glas" [http://www.samsung.com/at/news/newsRead.do?news_seq=17778&gltype=globalnews]

    Über eine Erklärung wäre ich und sicherlich viele andere sehr dankbar 😉

    • Am 19. Mai 2010 um 10:53 von Daniel Schraeder

      AW: Kunststoffscheibe
      Hallo Curon,

      inzwischen haben wir ein Samsung Wave mit finaler Hardware vorliegen – und die Scheibe überm Display schon testweise mit einem scharfen Messer "bearbeitet". Ob tatsächlich "normales" Glas zum Einsatz kommt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber definitiv ist die Scheibe nicht ohne Anwendung von grober Gewalt zu zerkratzen. Also – Kommando zurück. Wir stellen in den nächsten Tagen den ausführlichen Einzeltest des Wave online, da gibt’s dann alle Fakten und Details.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 29. Mai 2010 um 18:51 von Ros

    Die SW ist ein Witz
    Gestern kam mein S8500. Erster Eindruck war super. Tolles Display, schnell Performance, gutes Finish. Also SW (Kies) installiert und los. …. Na, das dachte ich jedenfalls. Auf keinem Rechner (XP, Vista oder 7) ließ sich eine stabile, wiederholbar Verbindung zu Telefon aufbauen. Als es endlich gelang zerschoß eben besagte Verbindung den FW Update. Nun, kein Problem eigentlich, kann man die alte ja wiederherstellen. Würed auch gehen, wenn nicht jedesmal bei 50% Schluß wäre. Abruch der SW. Super!!! Klasse !!!

    Ob ich angefressen bin? Aber hallo. So eine diletantische SW ist mir bis jetzt noch nicht untergekommen.
    Telefon wird wieder zurückgeschickt. Schade drum, ist ein tolles Gerät.

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