Ringblitz selber bauen: Fotos ohne Schatten schießen

Wo Licht ist, da ist auch Schatten – das sorgt beim Einsatz des Kamerablitzes immer wieder für gefrustete Fotografen. Denn ganz gleich, ob integrierte oder externe Belichtung, der Blitz sitzt über dem Objektiv und sorgt so für Schlagschatten hinter dem Motiv. Ringblitze verhindern zwar das Problem, kosten aber hunderte von Euro. Wir zeigen, wie man sich eine solche Leuchte für gerade einmal 15 Euro selber bastelt.

Makrofotos, Portraits, Partybilder – alles Gelegenheiten, bei denen das Fotografieren meist nicht ohne zusätzliche Beleuchtung klappt. Der kamerainterne Blitz liefert meistens recht dürftige Ergebnisse. Aufsteckblitze werfen zwar ordentlich Licht auf das Motiv, doch kommt es bei direkter Anstrahlung zu scharfen, unangenehmen Kanten. Auch ein dreh- und neigbarer Blitzkopf hilft nicht immer weiter, denn eine geeignete Wand, Decke oder ähnliches zum Bouncen steht nicht immer zur Verfügung. Eine aufwändige Studiobeleuchtung hilft hier weiter, ist allerdings wenig portabel und teuer. Die Alternative dazu sind Ringblitze. Sie sorgen für ein weiches, rund um das Objektiv herum abgestrahltes Licht, das für Fotos ohne harte Schatten sorgt.

Prinzip

Ein Ringblitz strahlt das Licht nicht nur von einer Seite der Linse ab, sondern gleichmäßig um das Objektiv herum. Dadurch schrumpft der Schatten hinter dem Motiv in dem Maße, dass ihn die Kamera nicht mehr sieht. Auch auf dem fotografierten Gegenstand selbst eliminiert die von allen Seiten belichtende Vorrichtung alle Schatten.


Links die Theorie, rechts die praktische Umsetzung: Unser Ringblitz leitet das Licht vom Aufsteckblitz mittel Spiegel in den Reflektor, der das Licht streut und gleichmäßig um das Objektiv herum abstrahlt.

Wir nutzen für unseren Eigenbau-Ringblitz einen Canon Speedlite 550EX, den wir gebraucht für 50 Euro erstanden haben und schon für diverse andere Projekte missbraucht haben. Mittels eines Spiegels in einem Lichttunnel leiten wir das Blitzlicht in eine Reflektorvorrichtung, die um das Objektiv herum sitzt. Dort soll es möglichst gleichmäßig verteilt ausgestrahlt werden.

Bau des Reflektors

Unser Reflektor besteht aus zwei verschieden großen, konzentrischen Blechschüsseln, durch die wir im Boden jeweils ein Loch bohren. Eine halbe leere Ananasdose verbindet die beiden Hälften miteinander. Die Kamera selbst wird später einmal mit dem Objektiv durch die Konserve blicken, während das Licht aus dem Zwischenraum zwischen den beiden Schüsseln austritt. Kostenpunkt: fünf Euro für die große, zwei Euro für die kleine Schüssel und einen Euro für die Konserve. Die Vorteile: Blech sorgt für eine solide Konstruktion, und es gibt beim Basteln Ananas zur Stärkung.


Passt perfekt: Die Dose verfügt über den gleichen Durchmesser wie die kleinere Blechschüssel.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Ringblitz selber bauen: Fotos ohne Schatten schießen

  • Am 25. März 2010 um 16:11 von Dieter Serk

    Befestigung?
    Hi,

    ich hab Euern Ringblitz nachgebaut, allerdings etwas unpräzise gemessen und jetzt hält der Reflektor nicht so gut auf dem Blitzkopf. Habt ihr irgendwelche Tipps wie ich hier nachbessern kann ohne alles neu zu kleben?

    Grüße aus Köln,
    Dieter

    • Am 25. März 2010 um 18:47 von Stefan Möllenhoff

      AW: Befestigung?
      Hallo Dieter,

      Sie können auch das Stativgewinde der Kamera nutzen, um den Reflektor zu befestigen. Dafür nehmen sie am besten ein schmales Winkelblech aus Aluminium, befestigen es an der Außenseite der Blechschüssel und biegen es so hin, dass sie die Konstruktion unten am Stativgewinde der Kamera festschrauben können.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *