Die Idee des 3D-Kinos ist schon uralt. Bereits in den 50er Jahren gab es in Amerika die ersten Vorstellungen dreidimensionaler Filme. Allerdings führten die 3D-Brillen von damals mit ihren rot-grünen Gläsern beim ein oder anderen Zuseher eher zu Übelkeit als zu einem tollen Erlebnis. Dass das heute anders ist, zeigt der Erfolg des 3D-Films Avatar. Der Streifen hat einen wahren 3D-Boom ausgelöst, da jeder den absolut realistischen Effekt nicht nur im Kino, sondern auch in seinem eigenen Wohnzimmer erleben will. Die dafür notwendige Hardware ist bereits angekündigt. Die ersten 3D-Fernseher sind bereits auf dem Markt, und noch dieses Jahr sollen auch Blu-ray-Player mit einer Unterstützung für dreidimensionales Material in den Handel kommen.

Für anspruchsvolle Heimkinofans ist ein Fernseher aber keine Alternative zum Kino. Hier muss schon ein Projektor her – natürlich einer, der 3D beherrscht. Und genau so ein Gerät ist mit dem ViewSonic PJD6381 nun in den Testlabors unserer australischen Kollegen angekommen.

Design und Ausstattung

Unsere Erwartungen an den ersten 3D-Projektor, den wir in den Händen halten, sind nach unserem Eindruck von Avatar natürlich nicht gerade gering. Allerdings wirkt der PJD6381 zumindest rein äußerlich nicht sonderlich hochwertig. Als wir das Gerät aus seinem Karton holen, bricht – trotz vorsichtigem Umgang – der vordere Standfuß ab. Wir behelfen uns so, wie es vermutlich die meisten Heimkinobesitzer getan hätten: Anstatt des Fußes steht die Vorderseite des Beamers nun auf einigen DVD-Hüllen.

Der ViewSonic PJD6381 ist ja – wie bereits erwähnt – ein 3D-Projektor. Allerdings gilt das nur mit Einschränkungen. Um in den Genuss des Effekts zu kommen, benötigen Käufer einen PC mit einer aktuellen Nvidia-Grafikkarte. Zusätzlich müssen sie sich eine Nvidia-3D-Brille kaufen. Da nicht einmal die Sehhilfe im Lieferumfang des Beamers enthalten ist, sind so mit Grafikkarte und Brille rund 200 Euro für Zubehör fällig. Das erinnert uns etwas an ein Produkt aus der Vergangenheit, den ersten 3D-Monitor namens Zalman ZM-M220W. Hier bestand die Einschränkung darin, dass Zuseher nur bei einem ganz bestimmten Abstand zur Anzeige einen 3D-Effekt zu sehen bekamen. Stimmte die Position der Augen nicht, gab es Übelkeit anstatt dreidimensionalem Kino. Der Grund dafür war eine Technologie mit passiven 3D-Sehhilfen. ViewSonic nutzt im Gegensatz dazu aktive Shutter-Brillen, die deutlich besser funktionieren.

Allerdings funktioniert dreidimensionales Kino mit dem PJD6381 eben nur mit PC. Wer hofft, den DLP-Beamer einfach an seinen Blu-ray-Player anstecken zu können und sich Avatar anzusehen, sobald der Film als 3D-Blu-ray-Disc erhältlich ist, hat Pech. Der Projektor besitzt keine digitalen Videoeingänge, wodurch 3D-Blu-rays, die einen HDMI-1.4-Port benötigen, nicht laufen.

Stattdessen bietet das ViewSonic-Modell jede Menge PC-Anschlüsse. Darunter sind unter anderem gleich zwei separate VGA-Eingänge und ein -Ausgang. Außerdem finden sich ein S-Video– und ein Composite-Video-Port. Audiotechnisch verfügt der Beamer über zwei 3,5-Millimeter-Klinkeneingänge und einen Klinkenausgang. Laut Kurzanleitung ist der Einsatz eines Component-Video-auf-VGA-Adapters möglich. Das würde zumindest beim Anschluss von Receivern oder Settop-Boxen eine Signalübertragung mit der HD-Auflösung 1080i erlauben. Letztendlich würde aber auch das aufgrund der geringen Auflösung des Beamers selbst nichts nützen.

Neben der 3D-Darstellung bewirbt ViewSonic den PJD6381 mit einem sehr geringen notwendigen Projektionsabstand. Das bedeutet, dass der Beamer schon bei geringem Abstand zur Leinwand ein vergleichsweise großes Bild erzeugt. Das hat zwar Vorteile, wirkt sich bei diesem Modell allerdings auch negativ aus. Warum, erklären wir etwas weiter unten im Test.

Die Auflösung des PJD6381 beträgt 1024 mal 768 Pixel, was XGA entspricht. Somit ist der Beamer nicht in der Lage, HD-Material mit den Auflösungen 720p oder 1080p verlustfrei darzustellen. Die Helligkeit liegt laut Datenblatt bei tageslichttauglichen 2500 ANSI-Lumen, der Kontrast bei ordentlichen 2500:1. Besonders interessant ist die Wiederholrate von 120 Hz. Sie ist für die 3D-Darstellung notwendig. Der Projektor muss schließlich nicht nur ein Bild darstellen, sondern hintereinander je eines pro Auge. Dank der hohen Wiederholrate bleiben so für jedes Auge 60 Frames pro Sekunde übrig, was für ruckelfreien Filmgenuss ausreicht.

Wer den Beamer nicht nur zu Hause, sondern auch im Büro oder in der Universität zum Vorführen von Präsentationen nutzen möchte, wird sich über die LAN- und USB-Steuerungsfunktionen freuen. Sie erlauben es, den PJD6381 komplett über ein Notebook fernzubedienen.

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