Videos auf dem Handy: so funktioniert Konvertieren & Umwandeln

Quasi jedes aktuelle Handy hat einen MP3-Player an Bord, die meisten bringen sogar einen Video-Player mit. Doch was ist, wenn die aufgezeichnete TV-Serie, der gespeicherte Youtube-Clip oder der heruntergeladene Film nicht läuft? Dann sind die Codecs schuld. Wir zeigen, welche Programme und Einstellungen jedes Video passend für das eigene Mobiltelefon oder Smartphone umwandeln.

Videos auf dem PC abspielen? Kein Problem – zumindest meistens. Denn spätestens der Video-Player VLC ist in der Lage, so gut wie jeden Clip wiederzugeben. Egal, ob man ihn selbst aus dem Fernsehen aufgenommen hat, von Youtube gespeichert, von Freunden bekommen oder heruntergeladen. Selbstverständlich ist das nicht: Ein Formatchaos sorgt für Probleme.

Codecs – was soll das eigentlich?

Auf den meisten Computern finden sich gigabyteweise Filme, Serien, Musik-Videos oder kurze Fun-Clips. Die Dateien weisen dabei die verschiedensten Endungen auf, etwa .AVI, .MKV, .DIVX, .MPG, .MOV, .FLV und dergleichen. Ein Video mit der Endung AVI kann der Media Player abspielen, das nächste nicht. Was soll das?

Ganz einfach: AVI ist lediglich ein Container, der quasi als Grundgerüst für die verschiedensten Codecs dient. Darin können sich verschiedene Arten der Kodierung verbergen, etwa DivX, XviD, H.264, MPEG-4 und so weiter. Letztendlich kommt es also darauf an, ob der Player mit dem Verfahren, das in diesem Container steckt, zusammenarbeitet. Die Dateiendung ist egal.

Die Gründe für diese Komplexität sind vielfältig. Zum einen steckt die technische Entwicklung dahinter. Als die DVD Mitte der 90er Jahre auf den Markt gebracht wurde, hat noch niemand mit Blu-ray-Discs und Full-HD-Videoauflösung gerechnet – die damals eingesetzte Technik, Daten zu komprimieren (MPEG-2) ist für die höhere Auflösung schlicht ungeeignet.

Außerdem kochen unterschiedliche Hersteller gern ihre eigenen Süppchen. Wer beispielsweise Videos im patentgeschützten MPEG-2-Format ausgeben möchte, benötigt dafür einen kostenpflichtigen Encoder. Wenn zum Beispiel Microsoft seinem Windows-Betriebssystem ein Video-Schnittprogramm wie den Movie Maker beilegt, müsste das Software-Unternehmen zu jeder Windows-Version auch eine MPEG-2-Encoder-Lizenz ergänzen, um dieses Format zu unterstützen. So etwas kostet problemlos 300 Euro aufwärts – Windows selbst würde also um ein Vielfaches teurer werden. Um das zu vermeiden, hat Microsoft einfach mit WMV ein eigenes Format an den Start gebracht. Das ist aber wieder nicht offen, sondern eben Eigentum von Microsoft – und somit nicht kompatibel zu Standard-DVD-Playern oder Apple-Computern. Apropos, Apple hat natürlich mit Quicktime ebenfalls ein eigenes Format, diverse Camcorder setzen auf proprietäre Lösungen – und das Chaos ist komplett.

Der erste Versuch: Wir laden den Open-Source-Film "Elephants Dream" herunter und packen ihn auf das Nexus One. Das Video spielt sogar - aber der Ton fehlt.
Der erste Versuch: Wir laden den Open-Source-Film „Elephants Dream“ herunter und packen ihn auf das Nexus One. Das Video spielt sogar – aber der Ton fehlt.

Auf dem PC oder helfen spezielle Mediaplayer wie VLC. Sie bringen einfach sämtliche zum Abspielen nötigen Codecs mit – und schon klappt die Wiedergabe.

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