Mit bis zu 30-fachem optischen Zoom: High-End-Bridgekameras im Vergleich

Moderne Bridgekameras stoßen in Brennweiten vor, die bislang Hobbyteleskopen zur Mondbeobachtung vorbehalten waren. Dank bis zu 30-fachem optischen Zoom sind aber nicht nur extreme Vergrößerungen, sondern auch Weitwinkel-Panorama-Aufnahmen möglich. Es gibt sechs Digicams, die eine mehr als 25-fache Vergrößerung bieten. Wir haben uns die Modelle genauer angesehen.

Im Urlaub kommt die gute, alte Digicam mit Dreifach-Zoom schnell an ihre Grenzen. Im einen Moment schneidet sie vom Gebirgspanorama mangels Weitwinkel die Hälfte ab, und die Löwen bei der Safari landen nur als kleine gelbe Punkte auf dem Foto. Eine Spiegelreflexkamera bietet mit ihrem Wechselobjektivsystem zwar die notwendige Flexibilität, ist aber schwer und teuer. Die Brücke zwischen den kompakten Digicams und den DSLRs spannen die sogenannten Bridgekameras.

Bridgekameras sehen aus wie DSLRs für Zwerge. Im Gegensatz zu ihren Spiegelreflexkollegen verfügen sie allerdings nicht über einen optischen Sucher und verzichten auf Wechselobjektive. Dafür sind sie eben aber eben auch ein ganzes Stück handlicher und bieten sehr flexible Optiken. Noch kleiner geht es nur mit Kompaktkameras, die aber keinen Platz für einen richtig starken Zoom im Gehäuse lassen.

Bildsensor

Auch wenn sie deutlich sperriger als ihre kompakten Verwandten sind, kommen in Bridgekameras sehr ähnliche Bildsensoren zum Einsatz. Mit der Größe 1/2,3 Zoll bewegen sie sich in fingernagelgroßen Dimensionen. Die Auflösung ist mit 10 bis 14 Megapixeln allerdings nicht geringer als bei Spiegelreflexkameras. Das bedeutet in der Praxis, dass sich die gleiche Zahl an Bildpunkten weniger Fläche teilt und somit weniger Licht einfängt. Es ist eine höhere Ausleseempfindlichkeit erforderlich, und damit bewegt sich die Bildqualität auf dem Niveau von Kompaktkameras und nicht von DSLRs.


Kompaktkamera (links) gegen DSLR bei 100-prozentiger Vergrößerung: Der Unterschied ist enorm, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen beziehungsweise hohen ISO-Empfindlichkeiten.

Unabhängig von der Größe ist Bildsensor allerdings nicht gleich Bildsensor. Sowohl die Fujifilm FinePix HS10 als auch die Nikon Coolpix P100 setzen auf rückseitig belichtete Chips. Hier befindet sich die Verdrahtung nicht vor, sondern hinter der lichtempfindlichen Fläche. Somit steht vergleichsweise mehr Platz für eintreffende Photonen zur Verfügung. Zudem kommt anstelle der CCD- die CMOS-Technologie zum Einsatz, was höhere Auslesegeschwindigkeiten und damit hochauflösendere Videoaufnahmen und schnellere Serienbildraten ermöglicht.

Die Fujifilm FinePix HS10 und die Nikon Coolpix P100 verfügen über einen rückseitig belichteten Bildsensor, der Bildraten von bis zu 1000 fps und Full-HD-Videoaufnahme ermöglicht.
Die Fujifilm FinePix HS10 und die Nikon Coolpix P100 verfügen über einen rückseitig belichteten Bildsensor, der Bildraten von bis zu 1000 fps und Full-HD-Videoaufnahme ermöglicht.

In der Praxis spielt es keine große Rolle, ob die Auflösung 10 oder 14 Millionen Bildpunkte beträgt. Zwar ermöglichen höhere Pixelzahlen theoretisch größere Ausdrucke, doch ob bei 300 dpi Druckqualität jetzt 36,3 mal 27,2 (14 Megapixel) oder 30,9 mal 23,2 Zentimeter (10 Megapixel) möglich sind, dürfte kaum eine Rolle spielen.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Mit bis zu 30-fachem optischen Zoom: High-End-Bridgekameras im Vergleich

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *