iPhone-App Sonar Ruler: Distanzen messen wie die Fledermäuse

Sonar Ruler misst Abstände mittels Schall.

Der Mensch ist an sich recht gut ausgestattet. Allerdings gibt es im Tierreich Entwicklungen, die unsere Sinneswahrnehmung teilweise nicht nur in den Schatten, sondern in völlige Dunkelheit stellen. Geparden erreichen beispielsweise Geschwindigkeiten über 110 Kilometer pro Stunde, Adler erkennen über einen Kilometer weit entfernte Mäuse auf dem Feld und Fledermäuse orientieren sich bei völliger Dunkelheit mittels Schall. Der Mensch gleicht diese Mankos mit technischen Hilfsmitteln aus. Er baut Autos, die über 200 Stundenkilometer schnell fahren, entwickelt Ferngläser und Zoom-Objektive und nutzt Sonar für die Orientierung ohne Sicht.

Allerdings sind all diese Hilfsmittel zwar praktisch, doch meist genau dann nicht greifbar, wenn man sie gerade braucht. Wer sich die 0,79 Euro teure iPhone-App Sonar Ruler herunterlädt, kann aber zumindest die Fähigkeiten der Fledermäuse zur Abstandsmessung jederzeit nutzen – vorausgesetzt, er hat sein Smartphone in der Hosentasche.

Wie die kleinen Tierchen nutzt das Programm Schall, um Distanzen zu bestimmen. Es sendet mittels des iPhone-Lautsprechers Tonsignale aus und misst, wie lange diese brauchen, bis sie nach der Reflexion an einer Wand oder einem anderen Gegenstand wieder im Mikrofon des Handys landen. Aus dieser Zeitdifferenz errechnet es aus diesem Zeitversatz den Abstand.

Um die Tonsignale in die richtige Richtung zu leiten, müssen iPhone-Besitzer die Hand im 45-Grad-Winkel unter ihr Smartphone halten.
Ist die Wand angepeilt, erscheint die Distanz in der Skala.
Die manuellen Optionen ermöglichen eine Optimierung des Tonsignals an Abstand und Material des Objektes der Begierde.

Nach dem Start der Anwendung beginnt das Handy sofort damit, Knackgeräusche wiederzugeben. Nun hält der Nutzer sein iPhone mit der Unterseite in Richtung Wand. Um die Abstahlrichtung der Signale zu optimieren, empfiehlt es sich, eine Hand etwa im 45-Grad-Winkel an die Unterseite des Smartphones zu halten. Der im iPhone integrierte Lagesensor dient als Wasserwaage und zeigt an, ob das Handy gerade gehalten wird. Das hilft bei der Vermeidung von Messfehlern.

Im oberen Bildbereich zeigt Sonar Ruler nun eine Entfernungsskala an. Stimmen Smartphone- und Handpostion, taucht in dieser Skala ein Abstandswert auf. In unserem Test erscheinen teilweise mehrere Werte auf einmal, was auf Störungen zurückzuführen ist. Um sie möglichst gering zu halten, gibt eine Anzeige unten im Bild Aufschluss über den Umgebungslärm.

Da sich bei verschiedenen Abständen unterschiedliche Tonsignale besser oder schlechter eignen, haben iPhone-Besitzer die Wahl zwischen zwei voreingestellten Klickgeräuschen für lange und kurze Distanzen. Zusätzlich ist ein manuelles Regeln des Signals möglich. Eine Anleitung hilft hier bei der Verständnis der unterschiedlichen Optionen.

In unserem Test haben wir anfangs Schwierigkeiten bei der Ausrichtung und dem richtigen Positionieren der Hand unter dem Gerät. Nach kurzer Zeit und dem Einstellen der richtigen Raumtemperatur klappt die Messung dann aber anstandslos. Das Smartphone zeigt Distanzen auf wenige Zentimeter genau an und hat bei ruhiger Umgebung kein Problem mit dem Ausmessen eines 5 Meter langen Raums. Wer also desöfteren auf eine nicht zu genaue Abstandsmessung angewiesen ist, sollte den knappen Euro investieren und sein iPhone zum Meterstab für die Hosentasche machen.

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