Kiddie-Cams: die besten Kameras für Nachwuchsfotografen

Ob malen, zeichnen, töpfern oder ein Instrument spielen – Kinder betätigen sich gerne kreativ. Die Fotografie ist eine weitere Möglichkeit, jedoch sind analoge Kameras unpraktisch, und die Spiegelreflexkamera möchte man dem sechsjährigen Nachwuchs dann doch nicht überlassen. Gut, dass es für kleine Fotografen und Fotografinnen eine Vielzahl von Disney-, Hello-Kitty- und Lego-Digicams gibt.

Es scheint, als hätte praktisch jeder größere Hersteller, der Spielzeug in seinem Sortiment führt, auch eine Kamera für Kinder im Angebot. Von Lego und Scout bis Disney und Fisher Price bleibt kaum jemand außen vor. Aber auch weniger bekannte Unternehmen wie Easypix und Vtech haben Digicams für Nachwuchsfotografen im Angebot.

Im Gegensatz zu den Kameragiganten Canon, Nikon, Samsung & Co. halten sich die Hersteller von Digicams für Kinder vornehm zurück, was technische Daten angeht. Anstelle eines ellenlangen Datenblatts stehen nur ein paar wenig brauchbare Anhaltspunkte wie „bietet alles, was Eltern von einer digitalen Kamera erwarten dürfen“. Wenn die Erwartungen der Eltern praktisch gleich null sind, dürfte das zutreffen.

Knallige Fassade mit wenig dahinter: So sieht die Realität bei den meisten Digicams für Kinder leider aus.
Knallige Fassade mit wenig dahinter: So sieht die Realität bei den meisten Digicams für Kinder leider aus.

In puncto Auflösung müssen sich die knallig bunten Kompaktkameras sogar den meisten Handys geschlagen geben. Mehr als drei Millionen Bildpunkte gibt es nicht. Während das für anspruchslose Schnappschüsse noch halbwegs zu gebrauchen ist, fallen einige Kinder-Digicams mit gerade einmal 640 mal 480 Pixeln ins letzte Jahrtausend zurück. Das reicht bei 300 dpi für lediglich 5,4 mal 4,1 große Ausdrucke – in etwa halb so groß wie die Oberseite einer Packung Taschentücher.

Einen optischen Zoom sucht man bei den Digicams vergebens. Nicht einmal die Kidizoom von Vtech verfügt über ein flexibel vergrößerndes Objektiv. Der Name nimmt anscheinend Bezug auf den zweifachen digitalen Zoom, der die 640 mal 480 Bildpunkte auf 320 mal 240 Pixel reduziert. Druckgröße? Briefmarkenformat. Zum Vergleich: Für nicht einmal 60 Euro wechseln bereits Digicams von renommierten Herstellern wie Samsung, Fujifilm und Kodak den Besitzer – mit Auflösungen von 12 Megapixeln und einem jeweils dreifachen optischen Zoom.

Die Displays der Kameras gehören ebenfalls ins letzte Jahrtausend. Hier sind die Kidizoom und die Kidizoom Pro von Vtech mit 1,8 Zoll zweifelhafte Spitzenreiter. Das Herzeigen der Fotos macht auf den winzigen Bildschirmen nicht wirklich Spaß. Manche Modelle bieten nicht einmal eine Anzeige zum Betrachten der Bilder, sondern lediglich eine Display, das darüber informiert, für wie viele Aufnahmen der Speicherplatz noch reicht. Wir blicken noch einmal auf die günstigen Marken-Digicams: Hier gibt es mindestens 2,5 Zoll, was der doppelten Fläche entspricht.

Links ist die acht Zentimeter breite Easypix V130 zu sehen, rechts die sechs Zentimeter breite Fujifilm FinePix A220. Der Unterschied zwischen dem 1,3-Zoll- und dem 2,7-Zoll-Display  ist enorm.
Links ist die acht Zentimeter breite Easypix V130 zu sehen, rechts die sechs Zentimeter breite Fujifilm FinePix A220. Der Unterschied zwischen dem 1,3-Zoll- und dem 2,7-Zoll-Display ist enorm.

Apropos Speicherplatz – der ist in den meisten Fällen ebenfalls sehr mickrig dimensioniert. Die Kinder-Digitalkamera von Crayola bietet magere 8 MByte Kapazität. Das reicht bei der Auflösung von 640 mal 480 Pixeln für lediglich 24 Fotos. Mehr als die 256 MByte der Vtech Kidizoom Pro bietet kein Modell. Das bietet bei den 2 Megapixeln der Digicam etwa 500 Aufnahmen Platz. Immerhin erlauben einige wenige Vertreter die Erweiterung des integrierten Memorys mittels SD-Karten. Wie praxisfremd manche Geräte sind, zeigt beispielsweise die Crayola Kinder-Digitalkamera: Entfernt man die Batterien, werden sämtliche Fotos aus dem Speicher gelöscht.

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