Helm-Kamera HD Helmet Hero von GoPro im Test

Bei der Ausübung von Sportarten wie Surfen, Skifahren, Mountain-Biking oder Moto Cross lässt sich nebenbei kaum ein handelsüblicher Camcorder bedienen. Mit der HD Helmet Hero liefert GoPro genau für diesen Einsatzzweck eine interessante Alternative. Wir haben das Gerät beim Skifahren getestet.

Helmkamera im Eigenbau: Nur selten gelingen gute Ergebnisse.
Helmkamera im Eigenbau: Nur selten gelingen gute Ergebnisse.

Bei der Ausübung von Sportarten ist das Filmen mit einem Camcorder meistens tabu. Schließlich benötigt man nicht selten beide Hände, um Stürze oder andere Unfälle zu vermeiden. Auch Mitreisende sind nur wenig begeistert, wenn es heißt: “Bleib doch mal hier stehen und filme mich. Ich fahre mal schnell mit dem Lift hoch und komme dann bei Dir hier vorbeigefahren”.

Mit dem mitgelieferten Zubehör lässt sich die HD Hero an diversen Helmen befestigen. Der Kopfgurt passt auch auf manche Helme, sodass man sich die Klipps zur Befestigung sparen kann.
Mit dem mitgelieferten Zubehör lässt sich die HD Hero an diversen Helmen befestigen. Der Kopfgurt passt auch auf manche Helme, sodass man sich die Klipps zur Befestigung sparen kann.

Die HD Helmet Hero lässt sich stabil am Helm befestigen. Auch nach der Befestigung kann man die Kamera justieren.
Die HD Helmet Hero lässt sich stabil am Helm befestigen. Auch nach der Befestigung kann man die Kamera justieren.

Wer einmal auf Skiern mit einem Camcorder unterwegs war, kennt dieses Szenario. Gleiches gilt für andere Sportarten. Man kann natürlich versuchen, mit Hilfe von Spezialklebeband das Gerät am Skihelm zu befestigen. Das sieht aber weder gut aus, noch liefert dieses Verfahren optimale Ergebnisse. Hat man die Kamera beispielsweise nicht korrekt justiert, ist auf den Videos entweder viel Himmel oder viel Schnee zu sehen. Dabei sollte doch der Bereich dazwischen auf den Film.

Genau für solche Einsatzzwecke ist die Full-HD-Videokamera HD Helmet Hero von GoPro geeignet. Das Gerät ist in Deutschland über den Distributor Grofa erhältlich und kostet 349 Euro. Für die Befestigung am Helm liefert GoPro insgesamt vier Klipps mit, die mit einer 3M-Klebefolie beschichtet sind. Zwei davon bieten eine plane Klebefläche, während die anderen mit einem nach innen gewölbten Untergrund optimalen Halt auf entsprechenden Oberflächen bietet. Zusätzlich befinden sich im Lieferumfang noch zwei Gurte, die in Verbindung mit einem Fahrradhelm oder direkt am Kopf als Kamerahaltungen genutzt werden können. Weitere Befestigungsmöglichkeiten stehen optional zur Verfügung.

Die Kamera findet in einem Plastikgehäuse Platz, das bis 60 m Tiefe wasserdicht ist. Die im Lieferumfang befindliche offene Verschlussklappe soll ab Geschwindigkeiten von 100 km/h für leisere Windgeräusche sorgen. An der Unterseite des Gehäuses sitzt eine wechselbare und justierbare Schnellverschlusshalterung, die in Verbindung mit den Klipps einen optimalen Halt des Geräts bietet. Durch die Justierbarkeit der Halterung lässt sich die Kamera optimal positionieren. Die beiden Bedienknöpfe des Geräts sind nach außen geführt. Der vordere dient zum Ein- und Ausschalten und zur Auswahl der Aufnahmemodi. Mit dem oberen starten und stoppen Sportler die Aufnahme.

Videos mit bis zu 60 fps, kein LCD-Screen für Wiedergabe

Die HD Helmet Hero unterstützt die Aufnahme von Filmchen mit einer maximalen Auflösung von 1920 mal 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde (fps). Der sichtbare Winkel der Fixed-Fokus-Kamera liegt in dieser Betriebsart bei 120 Grad. Mit einem Weitwinkel von 170 Grad bieten die restlichen Aufnahmemodi ein deutlich erweitertes Sichtfeld. Zudem unterstützt die Kamera bei der Auflösung 1280 mal 720p die Aufnahme von 60 Bildern pro Sekunde. Spielt man einen solchen Clip später mit 30 fps ab, lässt sich ein toller Zeitlupeneffekt erzeugen. Ist ein besonders großes vertikales Sichtfeld gefragt, eignet sich die 4:3-Auflösung 1280 mal 960p mit 30 fps am besten. Fotos nimmt die Fünf-Megapixel-Kamera im 4:3-Format mit einer Auflösung von 2592 mal 1944 Pixeln auf. Hierfür stehen verschiedene Betriebsarten zur Verfügung: 10-Sekunden-Selbstauslöser, automatische Aufnahmen alle 2, 5, 10, 30 oder 60 Sekunden sowie Einzel- und Dreifach-Fotoaufnahmen (drei Fotos in zwei Sekunden).

Ein Mini-LCD-Screen an der Vorderseite der Kamera informiert über die gewählte Auflösung (3) und die bisherigen Aufnahmen (2).
Ein Mini-LCD-Screen an der Vorderseite der Kamera informiert über die gewählte Auflösung (3) und die bisherigen Aufnahmen (2).

Akku

Zur Standardausstattung gehört ein Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 1100 mAh. Damit nimmt die HD Helmet Hero gut 2 Stunden lang Videos auf. Das Laden des Akkus funktioniert über den USB-Anschluss. Ein Kabel, das gleichzeitig als Datenverbindung dient, ist im Lieferumfang enthalten. Ein USB-220-Volt-Adapter, wie man ihn vom iPhone her kennt, fehlt allerdings. Die Batterie wird an einem Computer-USB-Port in zwei Stunden zu 80 Prozent geladen. Für eine vollständige Aufladung sind vier Stunden nötig. Mit einem USB-Ladegerät mit 1000 mAh gelingt das Befüllen in der Hälfte der Zeit. An der Rückseite der Kamera sitzt eine Halterung für einen Zusatzakku. Dieser ist allerdings noch nicht lieferbar.

Videoqualität, Praxis

Die Qualität der aufgenommenen Videos ist sehr gut. In der Praxis überzeugt vor allem der Modus r3, der einen Film im Format 1280 mal 720p mit 60 Bildern pro Sekunde auf den Speicher bannt. Die Datenrate liegt in diesem Betriebsmodus bei knapp 16 MBit/s und ist damit höher als beim HD-Programm von ARD und ZDF. Dank der hohen Auflösung des Geräts muss man anders als bei Videos mit niedriger Auflösung keine Abstriche in Sachen Qualität machen, wenn man sich die Aufnahmen auf einem HD-Fernseher ansieht. Im Gegenteil: Erst mit einem Großbild-TV kommt die exzellente Qualität der Videos voll zur Geltung. Stellt man die 60-fps-Videos auf Youtube zur Verfügung, muss man allerdings Qualitätseinbußen in Kauf nehmen. Der Google-Dienst konvertiert die Clips und spielt sie nur mit 30 Bildern pro Sekunde ab.

In der Praxis kann es passieren, dass die Aufnahmeaktivierung nicht immer gelingt. Das hat zur Folge, dass man beispielsweise am Ende einer Skiabfahrt durch Betätigung des Auslösers nicht die Aufnahme beendet, sondern startet. Man sollte sich also vor der Abfahrt vergewissern, dass der Camcorder tatsächlich läuft (blinkende Nummer am Status-LCD). Die Qualität der Videos lässt sich zudem nicht sofort nach der Aufnahme kontrollieren. Ein entsprechender LCD-Screen fehlt.

Beide Schwachstellen (Start- und Stop der Aufnahme, Kontrolle des Videos) könnte man mit einer Funkfernbedienung mit integriertem LCD-Screen umgehen. Dieses Add-on ist zwar in Planung, aber derzeit noch nicht lieferbar. Für ein optimales Blickfeld ließe sich die Kamera damit auch besser justieren.

Fazit

Für die Aufnahme von Ski-Videos ist die knapp 170 Gramm leichte HD Helmet Hero von GoPro gut geeignet. Auch ohne Bildstabilisation und nicht immer optimal funktionierendem Weißabgleich ist die Qualität der Videos sehr gut. Diese kommt durch die Wiedergabe an einem großen TV-Bildschirm voll zur Geltung. Die überzeugendsten Resultate gelingen mit dem Aufnahmemodus r3, der Clips mit einer Auflösung von 1280 mal 720p und 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnet. Die Schwächen bei der Bedienung lassen sich angesichts der gebotenen Qualität verschmerzen. Eine Funkfernbedienung mit integriertem LCD-Screen wäre dennoch wünschenswert: Damit wären Justierung der Kamera und Aufnahmesteuerung deutlich besser zu überwachen. Ansonsten gibt es an dem Gerät nichts auszusetzen.

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Helm-Kamera HD Helmet Hero von GoPro im Test

  • Am 13. Juni 2010 um 14:28 von RALF KUHTZ

    Tolle Kamera in HD-Qualität
    habe einige Filme auf Youtube gesehen, welche mit der Kamera im Einsatz war. Toll – gut – Klasse …

  • Am 19. Juni 2010 um 19:13 von Markus Winter

    GoPro HD bei helmkamera-systeme.de
    Hi,

    habe mir die GoPro True HD Motorsport bei

    http://www.helmkamera-systeme.de

    gekauft. Super Beratung, noch schnellere Lieferung und einfach eine geile Helmkamera. Bin gerade in Spa auf der Rennstrecke in Holland und bewundere die genialen Videos dieser Cam. Bis jetzt kann ich die voll empfehlen!

    Machts gut

    Markus W.

    • Am 17. Oktober 2010 um 01:08 von Steve Kaminski

      AW: GoPro HD bei helmkamera-systeme.de
      SPA ist zwar in Belgien aber naja!!!

      Für mich ein nicht glaubwürdiger Kommentar, aber Kamera ist TOP!

  • Am 20. November 2010 um 12:49 von Leon Radeknecht

    Schmaler Einsatzbereich
    Da die Kamera viel Licht braucht um gute Bildqualität zu liefern, ist ihr Einsatzbereich stark eingeschränkt. Innenaufnahmen eher unbrauchbar. Der Ton ist auch eher auf billigem Diktiergerätniveau. Unter Wasser nur unscharfe Bilder – wozu dann bis 60m wasserdicht?

    http://www.youtube.com/watch?v=FMcKYlzNmck

    • Am 28. September 2011 um 11:53 von Niklas

      AW: Schmaler Einsatzbereich
      Für Unterwasser-Aufnahmen muss die Linse getauscht werden…! Sonst sind die Aufnahmen undscharf, das stimmt. Sonst ein super Kamera!!!

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