Samsung EX1 angetestet: High-End-Kompaktkamera mit F1,8-Optik

Auf den ersten, flüchtigen Blick wirkt die Samsung EX1 nach keinem guten Angebot: 10 Megapixel und Dreifach-Zoom für 499 Euro. Der zweite Blick zeigt, wofür Käufer soviel Geld auf den Tisch legen. Mit 1/1,7 Zoll ist der Bildsensor größer als bei der gewöhnlichen Schnappschussknipse, und die Lichtstärke des Objektivs ist mit F1,8 im Weitwinkel und F2,4 im Telebereich ungeschlagen. Volle manuelle Aufnahmeoptionen und ein 3 Zoll großes, dreh- und schwenkbares AMOLED-Display komplettieren die Ausstattung. Unsere Kollegen von CNET Asia hatten bereits die Gelegenheit, die Digicam ausführlich unter die Lupe zu nehmen.

Es ist fast zwei Jahre her, seit Panasonic mit der Lumix DMC-LX3 unter den Kompaktkameras für Fotografieenthusiasten ordentlich aufgeräumt hat. Mit der EX1 kommt nun von Samsung ein taffer Konkurrent daher. Aber was unterscheidet die beiden Digicams überhaupt von den Otto-Normal-Kompakten?

Erstens sind die Objektive deutlich lichtstärker. Gewöhnliche Digicams bieten im Weitwinkel eine größte Blendenöffnung von F3,5, die EX1 schafft F1,8. Das ist ein Unterschied von fast zwei Blenden. Das bedeutet, dass die Kamera wahlweise mit einem Viertel der ISO-Empfindlichkeit oder einer viermal kürzeren Belichtungszeit auskommt. Damit gelingen Aufnahmen auch bei schwierigen Lichtverhältnissen noch aus der freien Hand und mit weniger Bildrauschen. Auch Actionfotos bei Tageslicht profitieren von den kürzeren Verschlusszeiten.

Apropos Verschlusszeiten: Sowohl die LX3 als auch die EX1 bieten vollständige manuelle Kontrolle über Blende, Belichtungszeit und Lichtempfindlichkeit. Hinzu kommt ein überdurchschnittlich großer Bildsensor. Mit einer Diagonale von 1/1,7 Zoll ist er zwar deutlich kleiner als bei Systemkameras à la Panasonic G2, bietet aber dennoch rund 50 Prozent mehr Fläche als die gewöhnliche Digicam. Damit hat jeder einzelne Pixel mehr Platz für einfallendes Licht, was eine geringere Ausleseempfindlichkeit ermöglicht. Das wiederum wirkt sich positiv auf das Bildrauschen aus.

Design

Die Samsung EX1 macht einen sehr soliden Eindruck. Das Gehäuse fühlt sich an, als wäre es aus einem massiven Metallblock herausgearbeitet. Sämtliche Rädchen und Knöpfe wirken robust und weisen keinerlei unnötiges Spiel auf. Von allen Kompaktkameras, die wir in den letzten Jahren im Test hatten, bietet die EX1 mit die beste Verarbeitungsqualität.

Der Blitz schnellt bei Bedarf auf der Oberseite der Kamera heraus.
Der Blitz schnellt bei Bedarf auf der Oberseite der Kamera heraus.

Dank des gebürsteten Metalls auf der Vorderseite wirkt die EX1 nicht erst beim Anfassen, sondern bereits auf den ersten Blick hochwertig. Der recht dicke Objektivtubus dominiert zwar die Vorderseite der Kamera, aber ausreichend Platz für einen mit texturiertem Gummi beschichteten Handgriff bleibt dennoch. Alles in allem ist das Design erfreulich aufgeräumt.

Auf der linken Oberseite des Gehäuses befindet sich ein Ausklapp-Blitz. Weiter rechts sitzen zwei Drehrädchen: eines zum Auswählen zwischen den verschiedenen automatischen, halbautomatischen und manuellen Aufnahmemodi sowie eines zum Konfigurieren von Serienbildfunktion, Selbstauslöser und Belichtungsreihen. Dazwischen bringt Samsung den Auslöser mitsamt Zoomring unter.

Praktisch: Neben dem obligatorischen Moduswahlschalter gibt es auf der Oberseite der EX1 noch ein Drehelement zum Konfigurieren von Belichtungsreihen, Selbstauslöser und Serienbildmodus.
Praktisch: Neben dem obligatorischen Moduswahlschalter gibt es auf der Oberseite der EX1 noch ein Drehelement zum Konfigurieren von Belichtungsreihen, Selbstauslöser und Serienbildmodus.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Samsung EX1 angetestet: High-End-Kompaktkamera mit F1,8-Optik

  • Am 19. Juni 2010 um 12:39 von Adrian Walther

    Test!?
    Es ist mir schleierhaft weshalb noch kein aussagekräftiger Test der EX1 zu finden ist? Die Kamera ist ja nicht mehr brandneu…

    Würde mich jedenfalls über einen ausführlichen Testbericht sehr freuen (Rauschverhalten, Auslöseverzögerung) HDR soll sie ja auch "machen", oder nicht? Auto!??

    Veilen Dank. Gruss Adi

  • Am 23. Juni 2010 um 19:57 von Ich

    Die Kamera beeindruckt mich, aber eine kleine Warnung!
    momentan unterstützen die RAW-Maschinen von Apple und Adobe die Kamera noch nicht. Einzig das gruselige mitgelieferte Tool und der eben so gruselige Raw Photo Processor unterstützen sie.

    Sobald Lightroom 3 die EX1 unterstützt werde ich sie mir wohl kaufen.

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