F2.0-Objektiv und hochempfindlicher BSI-CMOS-Sensor – damit preist Canon seine IXUS 300 HS an. Aber was bedeuten die beiden eher kryptischen Begriffe in der Praxis? F2.0 beziffert die Lichtstärke der Optik. Je niedriger der Wert, desto mehr Licht dringt durch die Linse auf den Bildsensor. Und desto höher sind die Chancen, im Halbdunkel noch vernünftige Fotos zu schießen. Mit F2.0 ist die IXUS 300 HS der Masse ihrer Konkurrenten (mit Lichtstärke F2,8) um eine Blende voraus. In der Praxis reicht dann die halbe Verschlusszeit aus, um ein ebenso ausgeleuchtetes Bild zu erzielen. Oder auf gut Deutsch: Es kann doppelt so dunkel sein, und trotzdem sind noch freihändig scharfe Aufnahmen möglich.

Für gewöhnlich befindet sich die Ausleseelektronik bei CMOS-Sensoren vor den lichtempfindlichen Zellen. Damit blockiert sie einen Teil der eintreffenden Photonen. Der Trick an den rückseitig belichteten CMOS-Sensoren ist der, dass die Hersteller den Chip einfach umdrehen. Damit steht mehr Fläche für eintreffendes Licht zur Verfügung – et voilà, die Bildqualität steigt. Jedenfalls in der grauen Theorie.

Design

Die IXUS 300 HS sieht aus wie die meisten ihrer Schwestern. Mit einer Dicke von 2,4 und den Außenmaßen von 10,0 mal 5,4 Zentimeter passt sie einwandfrei in die Hosentasche. Das in Schwarz und Silber erhältliche Metallgehäuse liegt gut in der Hand und sieht recht schick aus. Das 3,0 Zoll große Display auf der Rückseite fällt angenehm groß aus, löst für eine Highend-Kompaktkamera jedoch vergleichsweise niedrige 230.000 Bildpunkte auf. Zudem ist die Anzeige im 16:9-Format gehalten, während das Seitenverhältnis des Sensors 4:3 beträgt. Damit sind beim Fotografieren rechts und links vom Sucherbild schwarze Balken zu sehen. Der Bildschirm lässt sich auch bei starker Sonneneinstrahlung noch recht gut erkennen.

Auf der Oberseite befindet sich ein Moduswahlschalter zum Wechseln zwischen Video- und Fotofunktion sowie intelligenter Automatik. Rechts daneben sitzt der Ein/Aus-Schalter der bündig mit dem Gehäuse abschließt und sich blind nur schwer ertasten lässt. Um den Auslöser herum bringt Canon einen Zoomring an, von dem wir beim Zoomen aufgrund des winzigen Griffs allerdings häufiger mal abrutschen.

Auf der Oberseite der IXUS 300 HS finden sich Ein/Aus-Schalter, Auslöser samt Zoomring und Modus-Schieber.
Auf der Oberseite der IXUS 300 HS finden sich Ein/Aus-Schalter, Auslöser samt Zoomring und Modus-Schieber.

Die übrigen Bedienelemente sitzen auf der Rückseite und halten keine Überraschungen bereit. Rechts neben dem LCD gibt es zwei große Tasten für Wiedergabe und Menü, dazwischen platziert der Hersteller ein drehbares Vier-Wege-Pad samt mittigem Func/Set-Button. Berührt man das Pad, zeigt die Kamera auf dem Bildschirm an, in welche Richtung man drücken muss, um die Einstellungen für Blitz, Belichtung, Selbstauslöser und Fokus zu ändern. Das Vier-Wege-Pad selbst ist leider unbeschriftet. Zudem reicht selbst die leichteste Berührung aus, sodass uns beim Fotografieren immer wieder der Pad-Wegweiser in die Quere kommt.

Positiv ist anzumerken, dass das Dreh-Pad eine schnelle Navigation durch die Menüs ermöglicht. Es lässt sich leicht drehen und rastet spürbar ein. Ein Druck auf die Func/Set-Taste holt ein Schnellmenü aufs Display. Leider sind die halbmanuellen Modi Blenden- und Belichtungsautomatik recht gut versteckt. Sie finden sich zusammen mit sämtlichen Szenenprogrammen in einem 20-Aufwahlpunkte fassenden Untermenü. Sicherlich richtet sich die IXUS 300 HS vornehmlich an Einsteiger, die primär mit der Automatik fotografieren – schade und unnötig kompliziert ist das allerdings trotzdem.

Das drehbare Vier-Wege-Pad dient zum direkten Konfigurieren von Blitz, Selbstauslöser, Belichtung und Fokus, ist allerdings nicht beschriftet.
Das drehbare Vier-Wege-Pad dient zum direkten Konfigurieren von Blitz, Selbstauslöser, Belichtung und Fokus, ist allerdings nicht beschriftet.

Auf der rechten Seite des Gehäuses befinden sich Mini-USB- und Mini-HDMI-Port. Hinter einem Türchen auf der Unterseite verstecken sich die Fächer für Akku und Speicherkarte. Der Stromspeicher lässt sich nicht in der Kamera selbst laden und macht vergleichsweise schnell schlapp.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Canon IXUS 300 HS im Test: lichtstarker Zwerg mit guter Bildqualität

  • Am 28. Juni 2010 um 16:30 von C-Gam

    Falsches Foto
    Warum habt Ihr ein Bild von der Canon Powershot SD4000IS zu dem Artikel eingefügt ?

    • Am 28. Juni 2010 um 16:57 von Stefan Möllenhoff

      AW: Falsches Foto
      Hallo,

      vielen Dank für den Hinweis, da ist uns wohl etwas durchgerutscht. Die IXUS 300 HS heißt in den USA PowerShot SD4000 IS.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

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