Wer an Beamer denkt, dem fallen Hersteller wie Sony, Benq, Epson und vielleicht noch Optoma ein. Der Name Vivitek ist aber den wenigsten ein Begriff. Doch Vivitek ist nicht irgend eine kleine Firma, die erst seit kurzem Projektoren baut. Der Konzern gehört zu den größten in diesem Segment. Allerdings hat er seine Hardware bis vor wenigen Monaten fast ausschließlich als Zulieferer für andere Hersteller unter die Leute gebracht. Doch damit ist jetzt Schluss. Ab sofort konkurriert Vivitek direkt mit den bekannten Marken und verkauft seine Geräte selbst. Das erste Modell, das unser Testlabor erreicht, ist der H1085. Der Full-HD-Beamer setzt auf die DLP-Technologie und kostet rund 1220 Euro.

Design

Der H1085 sieht nicht wie ein Projektor aus, der nur etwa 1200 Euro kostet. Sein Gehäuse mit Klavierlackoptik besteht zwar aus Plastik, macht aber einen erstaunlich soliden Eindruck. Außerdem ist es angenehm geschwungen designt. Wir hätten bei diesem Preis eher einen lieblosen Kunststoffkasten erwartet und sind positiv überrascht.

Als wir einen Blick auf das Anschluss-Panel werfen, erstaunt uns der H1085 noch mehr. Der Beamer bietet gleich zwei HDMI-Ports, einen D-Sub-VGA-Anschluss, einen 12-Volt-Trigger-Port zum Ansteuern einer motorisierten Leinwand und sogar eine RS-232C-Schnittstelle für die Integration in ein Home-Entertainment-Kontrollsystem. Die letzteren beiden Anschlüsse sind bei Geräten für weniger als 2000 Euro eine echte Seltenheit. Hinzu kommen die Standard-Ports für Composite-Video, S-Video und Component-Video sowie eine USB-Buchse und Audio-Anschlüsse.

Ausstattung

Die Sound-Schnittstellen versorgen die integrierten Lautsprecher mit Signalen. Wie bei vielen günstigen Modellen sind die Treiber allerdings sehr schwach und sind nicht für den Heimkinoeinsatz zu gebrauchen. Außerdem sorgt die Positionierung der Boxen im Beamer dafür, dass der Sound genau aus der falschen Richtung kommt, nämlich von hinten und nicht von der Leinwand. Beim Public-Viewing im eigenen Garten ist das allerdings nicht so schlimm und erspart ein Aufstellen zusätzlicher Lautsprecher. Auch für den mobilen Einsatz bei Freunden oder Meetings stellen sich die Boxen durchaus als praktisch heraus.

Das Aufstellen und Ausrichten des Beamers ist leider etwas kompliziert. Dem H1085 fehlt optisches Lensshift, wodurch für das Positionieren des Bildes auf der Leinwand ein Verschieben des Beamers selbst notwendig ist. Bei einem Preis von 1200 Euro ist es jedoch kein Wunder, dass dieses Feature fehlt. Irgendwo musste der Hersteller die Sparschraube ja ansetzen, und dann lieber bei einer so selten benötigten Funktion als bei der Bildqualität. Um das Manko auszugleichen, integriert Vivitek ein automatisches Keystone-Korrektursystem, das die Trapezform des Bildes nach dem Aufstellen zuverlässig korrigiert.

Wer im Onscreen-Menü eines der drei Presets wählt, findet sich in einer erstaunlich langen Liste mit Einstellungen wieder. Darunter sind ein Farbmanagement-System, das ein Regeln von Helligkeit, Ton und Sättigung der sechs Grundfarben ermöglicht. Besonders nützlich sind auch die Gamma-Justierung und die Hautfarben-Anpassung.

Die Optionen des H1085 sind sogar so flexibel, dass das Gerät die Kalibrierung durch einen Experten der Imaging Science Foundation (ISF) unterstützt. Wer sich so einen Profi nach Hause bestellt, zahlt zwar rund 200 Euro, bekommt dafür aber perfekt auf den Aufstellungsort angepasste Einstellungen. Das ISF-Feature ist bei 1200-Euro-Fernsehern zwar bereits recht häufig vorhanden, bei einem Projektor in dieser Preisklasse findet man es aber so gut wie nie.

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