Magsafe im Eigenbau: Schluss mit ausgerissenen Notebook-Stromsteckern

Die Notebook-Hersteller bieten zwar in der Regel zwei Jahre Garantie, die greift aber nur bei Schäden, die der Besitzer nicht selbst verschuldet hat. Doch leider sterben die meisten mobilen Rechner genau an Defekten, die sehr wohl Schuld des Anwenders sind. Einer der häufigsten sind ausgerissene Stromstecker. Wir erklären, wie der Eigenbau eines Magsafe-Magnetadapters funktioniert, der ein Ausreißen der Buchse verhindert.

Das Notebook steht auf dem Wohnzimmertisch und hängt am Netzteil. Plötzlich kommt ein Freund herein, will sich auf die Couch setzen und bleibt prompt am Kabel hängen. Die Strippe reißt aus dem Laptop heraus und verleiht dem Rechner dabei noch genug Schwung, um ihn auf den Boden zu reißen. Selbst wenn er den Sturz überlebt, die Buchse des Ladeadapters ist ziemlich sicher hinüber. Geschätzt sind rund ein Drittel der Defekte bei tragbaren Computern auf dieses Schicksal zurückzuführen.

Apple hat sich für dieses Problem eine schlaue Lösung ausgedacht: den Magsafe-Adapter. Dabei handelt es sich um einen Stromstecker, der eigentlich gar nicht steckt, sondern nur aufliegt. Für eine sichere Verbindung sorgen Magnete. Reißt hier jemand am Kabel, löst sich einfach die magnetische Verbindung – ohne das Notebook mitzureißen und ohne Schaden zu hinterlassen. Man muss sich aber nicht gleich ein teures MacBook kaufen, nur um vor defekten Power-Buchsen gefeit zu sein. Mit Bauteilen für etwa 10 Euro kann sich jeder die Magnetverbindung selber basteln.

Der selbst gebaute Magsafe-Adapter versorgt das Notebook zuverlässig mit Energie und verhindert ein Ausreißen des Stromsteckers.
Der selbst gebaute Magsafe-Adapter versorgt das Notebook zuverlässig mit Energie und verhindert ein Ausreißen des Stromsteckers.

Warnung: Der Eigenbau des Stromadapters ist nicht ganz ungefährlich. Falsches Vorgehen kann einen Defekt des Notebooks zur Folge haben. Außerdem besteht Kurzschluss- und Brandgefahr. Daher sollten nur erfahrene Bastler dieses Projekt in Angriff nehmen. Wir haften nicht für Schäden oder Unfälle.

Notwendiges Material

Um den Magsafe-Adapter selbst zu bauen, sind Lötkolben inklusive Lötzinn, Drehmel mit Schneid-, Bohr- und Fräs-Aufsatz, Seitenschneider, Sekundenkleber und Heißkleber-Pistole notwendig.

Der Drehmel mit Fräsaufsetz ist notwendig, um rund um die Power-Buchse im Notebook Platz für den Eigenbau-Adapter zu schaffen.
Der Drehmel mit Fräsaufsetz ist notwendig, um rund um die Power-Buchse im Notebook Platz für den Eigenbau-Adapter zu schaffen.

Damit die Stromversorgung nach dem Bau gut hält und nicht ständig abfällt, nutzen wir Neodym-Magnete. Sie sind sehr kräftig, wodurch sie schon bei kleiner Bauform ausreichend Halt bieten. Solche Magnete gibt es sehr günstig bei Ebay. Wir haben hier ein Misch-Set mit verschiedenen Formen und Größen gekauft. Das ist empfehlenswert, da so sicher die richtigen Magneten für das Vorhaben dabei sind.

Außerdem brauchen wir ein Stück Kupferdraht mit einem Durchmesser von 2 Millimetern. Die wenigsten Baumärkte führen einen solchen Draht einzeln, er steckt aber in Stromkabeln für die Unterputzverlegung. Kabel mit Kupferlitzen eignen sich nicht.

Zudem benötigen wir ein Stück einer etwa 4 Millimeter dicken Plastikplatte. Gut geeignet sind hier Kunststoff-Scheiben. Sie sind in nahezu jedem Baumarkt in der Baumaterial-Abteilung zu finden.

Als letztes müssen einige Beilagscheiben her. In unserem Fall kommen zwei Scheiben mit einem Innendurchmesser von 6 Zentimetern, einem Außendurchmesser von 12 Millimetern und einer Dicke von 1 Millimeter zum Einsatz. Die Größe dieser Scheiben variiert je nach Größe des Notebook-Steckers. Daher sollte jeder selbst nachmessen, bevor er zum Einkaufen geht.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Magsafe im Eigenbau: Schluss mit ausgerissenen Notebook-Stromsteckern

  • Am 5. Juli 2010 um 09:30 von chris

    Garantie
    Genau, der Notebook Hersteller wird ganz begeistert sein, wenn ich am Gehäuse rumschneide, und mir sicher nicht jeden Garantieanspruch aberkennen, oder?

    • Am 5. Juli 2010 um 16:27 von Pascal Poschenrieder

      AW: Garantie
      Hallo Chris,

      natürlich haben Sie Recht. Die Garantie ist nach so einem Umbau dahin. Das dürfte aber ohnehin klar sein. Allerdings hält die Garantie ja nicht ewig. Ist sie – wie bei unserem Test-Notebook – bereits abgelaufen, ergibt der Umbau durchaus Sinn.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Pascal Poschenrieder, CNET.de

      • Am 6. Juli 2010 um 16:02 von chris

        AW: AW: Garantie
        Klar ist das schon, nur Ihre Einleitung
        "Die Notebook-Hersteller bieten zwar in der Regel zwei Jahre Garantie, die greift aber nur bei Schäden, die der Besitzer nicht selbst verschuldet hat. Doch leider sterben die meisten mobilen Rechner genau an Defekten, die sehr wohl Schuld des Anwenders sind."
        finde ich nicht so gelungen, da man jeden Garantieanspruch durch den Umbau verlieren wird.

        • Am 6. Juli 2010 um 16:47 von Pascal Poschenrieder

          AW: AW: AW: Garantie
          Hallo Chris,

          da haben Sie natürlich recht. Ich wollte so einfach nur darauf hinweisen, dass die defekten Stromstecker eine der häufigsten Ursachen für kaputte Notebooks sind.

          Mit freundlichen Grüßen,
          Pascal Poschenrieder, CNET.de

          • Am 21. September 2010 um 10:43 von Micha Kleiber

            AW: AW: AW: AW: Garantie
            Der Magsafe Stecker ist eine der vielen genialen Ideen von Apple und die Umsetzung auch professionell. Der Stecker hier birgt die Gefahr eines ziemlich hohen Übergangswiderstandes und der Möglichkeit eines Wackelkontaktes (vor allem nach Korrosion der verwendeten Materialien, Apple verwendet nicht ohne Grund vergoldete Kontakte), was zum einen zum Erhitzen der Kontakte (es fließen je nach Notebook ja etliche Amperes) und mitunter auch zur Zerstörung der Stromversorgung im Innern des notebooks führen kann… Garantie ist dann erst recht futsch, wenn man vorher am Gehäuse rumgeschnitzt hat…

          • Am 5. Oktober 2010 um 17:34 von Pascal Poschenrieder

            AW: AW: AW: AW: AW: Garantie
            Hallo Micha,

            natürlich erreicht man nicht die Fertigungsqualität von Apple. Daher ist der Umbau auch nur für Geräte mit abgelaufener Garantie empfehlenswert. Vermutlich würde aber ohnehin niemand an seinem neuen Notebook herumbasteln.

            Mit freundlichen Grüßen,
            Pascal Poschenrieder, CNET.de

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