High Definition für die Hosentasche: Mini-Camcorder im Vergleichstest

Ausgewachsene Full-HD-Camcorder liefern zwar eine überragende Bildqualität, haben aber einen großen Nachteil. Wenn der Kumpel einen verrückten Skateboard-Stunt hinlegt, liegen die sperrigen und teuren Büchsen meistens dort, wo man sie am wenisten braucht: im Schrank. Die sogenannten Pocket Camcorder sollen das Problem lösen. Sie sind gerade einmal so groß wie ein Smartphone und nehmen bis zu 1920 mal 1080 Pixel auf. Wir haben fünf aktuelle Modelle gegenübergestellt.

Auch wenn die Camcorder für die Hosentasche teilweise sogar Full-HD-Auflösung stemmen, darf man natürlich nicht die Bildqualität eines ausgewachsenen Modells erwarten. Dafür sind Bildsensoren, Optiken und nicht zuletzt auch das Budget der Hersteller zu begrenzt. Schließlich kosten die Mini-Videokameras allesamt deutlich weniger als 200 Euro. Den gemeinen Handy-Clips, wie man sie zuhauf auf YouTube & Co. findet, sind sie allerdings trotzdem meilenweit überlegen.

In unserem Vergleichstest sind zwei Full-HD-Modelle von Kodak dabei – der Zi8 und der wasser- und stoßfeste PlaySport Zx3. Von Flip Video stammt der MinoHD, der in 1280 mal 720 Pixeln aufzeichnet. Creatives VadoHD der dritten Generation schafft ebenfalls 720p-Auflösung. Samsungs HMX-U20 bietet als einziger Pocket-Camcorder auf dem Markt einen dreifachen optischen Zoom – und stemmt darüber hinaus 1920 mal 1080 Bildpunkte. Die folgende Tabelle zeigt die technischen Daten der fünf Teilnehmer im direkten Vergleich.

Tabelle anzeigen: Mini-Camcorder im Vergleich

Mini-Camcorder im Vergleich

Hersteller Creative Flip Video Kodak Kodak Samsung
Modell Vado HD (3rd Gen) MinoHD Zi8 Zx3 Playsport HMX-U20
Preis 100 Euro 110 Euro 130 Euro 125 Euro 170 Euro
Bildsensor k. A. 1/4,5-Zoll-CMOS 1/4,5-Zoll-CMOS 1/2,5-Zoll-CMOS 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel 1280 x 720 Pixel 1920 x 1080 Pixel 1920 x 1080 Pixel 1920 x 1080 Pixel
Max. Fotoauflösung 1280 x 720 Pixel 1280 x 720 Pixel 5,3 Megapixel; 16:9 5,3 Megapixel; 16:9 3648 x 2736 Pixel
Optischer Zoom nein nein nein nein 3-fach
Brennweite (max. Auflösung) k. A. k. A. 61 mm 48 mm k. A.
Blende F2,0 F2,4 F2,8 F2,8 F3,5 – F6,8
Naheinstellgrenze k. A. 150 cm 15 cm 100 cm k. A.
Bildstabilisator elektronisch elektronisch elektronisch elektronisch elektronisch
Integrierter Speicher 4 GByte 4 GByte 128 MByte 128 MByte nein
Kartenleser nein nein SD, SDHC SD, SDHC SD, SDHC
Display 2,0 Zoll 1,5 Zoll 2,5 Zoll 2,0 Zoll 2,0 Zoll
Integrierter USB-Stecker nein ja ja nein ja
Mikrofoneingang ja nein ja nein nein
HDMI-Ausgang ja nein ja ja ja
Abmessungen 9,9 x 5,8 x 1,6 cm 10,0 x 5,0 x 1,6 cm 11,3 x 6,2 x 2,2 cm 11,3 x 5,8 x 2,0 cm 10,4 x 5,3 x 1,6 cm
Gewicht 93 g 94 g 110 g 128 g 110 g

Ausstattung

Dreimal Full-HD- und zweimal 720p-Auflösung, viermal digitaler und einmal optischer Zoom. Was gibt es noch an Unterscheidungsmerkmalen? Beispielsweise den Speicher: Flip Video MinoHD und Creative Vado HD verzichten auf einen Kartenleser und legen das Videomaterial auf dem integrierten Memory ab. Läuft dieses unterwegs voll, gibt es keine andere Möglichkeit, mehr Platz zur Verfügung zu stellen, als sich von einigen eingefangenen Clips zu trennen. Nachdem die Modelle aber jeweils 4 GByte mitbringen, dürfte die Kapazität für eine Videosession allerdings mehr als ausreichen.

Kodak Zi8 und PlaySport Zx3 sowie Samsungs HMX-U20 setzen auf Speicherkarten. Zwar haben die beiden Kodak-Camcorder theoretisch noch etwas integrierten Memory zu bieten, doch das ist bei Full-HD-Auflösung nach nicht einmal zehn Sekunden gefüllt. Wer mehr als nur eine Szene einfangen möchte, braucht also eine SD- oder SDHC-Karte. Bei keinem der drei Modelle ist ein Speichermedium im Lieferumfang enthalten.

Auch die Anschlussmöglichkeiten spielen eine nicht unwesentliche Rolle: Wer beispielsweise Videoblogs erstellen möchte und sich hochwertigen Klang wünscht, braucht einen Mikrofoneingang. Den haben lediglich Creative Vado und Kodak Zi8 zu bieten. Eine Kopfhörerbuchse gibt es bei keinem der Modelle. Wer endlos lange Videos aufzeichnen möchte, profitiert vom Netzanschluss der Kodak Zi8.

Wer die bei der Grillparty abgedrehten Videoclips noch am selben Abend bei den Freunden am Fernseher angucken möchte, freut sich über einen integrierten HDMI-Ausgang. Diesen bieten alle Pocket Camcorder außer dem MinoHD. Beim Flip-Video-Gerät führt kein Weg am Rechner vorbei.

Einen USB-Anschluss findet man selbstverständlich bei allen fünf Videokameras. Kodak Zi8, Samsung U20, Flip Video MinoHD und Creative VadoHD bieten sogar einen ausklappbaren USB-Stecker, sodass der Kameramann nicht ständig das passende Kabel mit sich herumschleppen muss. Um das Gehäuse wasserdicht zu halten, verzichtet Kodak beim PlaySport Zx3 auf einen integrierten Stöpsel. Das nehmen wir billigend in Kauf – dass der Port proprietär ist, nervt allerdings.

Zieht man einen seitlich angebrachten Schieber nach unten, schnappt der USB-Stecker des Flip Video MinoHD oben aus dem Gehäuse heraus.
Zieht man einen seitlich angebrachten Schieber nach unten, schnappt der USB-Stecker des Flip Video MinoHD oben aus dem Gehäuse heraus.

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