Der richtige Tarif: Internet-Zugänge für Handys und Smartphones

Spätestens seit dem iPhone ist Internet auf dem Handy gesellschaftsfähig. Webseiten sehen auf den Displays der Mobilgeräte so aus, wie wir sie vom PC her kennen, und mit der aktuellen Android-Version 2.2 zieht auch endlich vollwertiges Flash in die Hosentasche ein. Aber wie viel kostet die mobile Internet-Verbindung überhaupt? Wir haben die Tarife namhafter Provider überprüft und die richtigen Pakete für Gelegenheitssurfer, Vielnutzer und Dauer-Onliner ermittelt.


[KOMMENTAR]
TITEL=Je länger das Kleingedruckte, um so größer die Abzocke!
AUTOR=Daniel Schräder, Leitender Redakteur
IMAGE=/i/c/dl/specials/0809_netbooks/daniel-schraeder.png
TEXT=

Wer ein neues Handy kauft, kommt damit ohne Umstände ins Internet – mit einem Fingertipp oder Tastendruck. Das freut erst den Kunden und dann den Netzbetreiber, denn wer vorher keinen passenden Tarif gewählt hat, zahlt am Monatsende schnell dreistellige Summen.

Aber selbst bei vermeindlichen Flatrates lauern Kostenfallen, wenn das vereinbarte Inklusivvolumen verbraucht ist. Dazu kommen freche Extra-Pakete für Voice-over-IP oder Instant Messaging. Als Kunde kann man sich davon nur veralbert vorkommen – dieser Tarifdschungel grenzt an Abzocke! Nur wenige Anbieter, darunter O2, halten sich mit dem Kleingedruckten vornehm zurück. Sehr lobenswert.

Die pixeligen WAP-Webseiten der 90er Jahre sind glücklicherweise Geschichte, und auch die Zeit der lahmen, ruckeligen Mobilbrowser, die die Hälfte von Online-Inhalten nicht darstellen, ist vorbei. Und nicht nur die Geräte sind langsam Internet-tauglich, auch die Tarife sind inzwischen durchaus auch für Privatnutzer und Gelegenheitssurfer bezahlbar. Stolperfallen gibt es im Tarifdschungel dennoch zuhauf: Wer sein Smartphone mit seinem Standard-Handy-Vertrag einfach so mal richtig ausreizt, erlebt schnell eine böse Überraschung. Besonders heftig schnappt diese Kostenfalle im Ausland zu, aber auch beim Surfen in heimischen Gefilden freut sich der Provider – wenn der Kunde nicht vorher das richtige Paket gebucht hat.

Datentarife gibt es wie Sand am Meer. Mit 100 MByte, mit 500 MByte, mit 5 GByte, mit Geschwindigkeitsdrosselung oder Mehrkosten bei Überschreitung des Volumens und so weiter. Aber welches Angebot ist nun das richtige? Wir haben die aktuellen Mobilfunktarife der namhaften Provider überprüft und in drei Kategorien unterteilt.

Mit dem Handy ins Internet?

Selbst ein gutes Smartphone ist kein vollständiger Ersatz für ein Notebook oder einen Arbeitsplatzrechner, aber es reicht für Fahrplanauskünfte, Info-Abrufe aus Wikipedia, Nachrichten-Webseiten, Recherchieren von Telefonnummern, Youtube-Videos, Kartenansichten oder einen kurzen Chat. Der Datentransfer ist dank UMTS angenehm flott, ja fast schon auf DSL-Niveau, und die Preise sind dank spezieller Tarife vertretbar bis günstig.

Alles möglich – solange man nicht vergisst, dass man vielleicht gerade ohne entsprechenden Datentarif oder zumindest eine Tariferweiterung mobil surft und nicht per billiger DSL-Flatrate im Netz herumgeistert. Denn speziell ohne gebuchtes Datenpaket halten die Netzbetreiber gerne die Hand auf – da kostet das Abrufen einer Webseite schnell einen einstelligen Euro-Betrag.

Wer sicherstellen will, dass er nicht ungewollt mit seinem Standard-Tarif teure Datenübertragungen auslöst, sollte bei der Einrichtung des Geräts Datenoptionen wie GPRS und UMTS vorsichtshalber komplett deaktivieren. Nur so ist man auch vor zufälliger ungewollter Nutzung wirklich gefeit, zumal viele aktuelle Smartphones eine permanente Internet-Verbindung quasi voraussetzen.

10, 100, 1000 MByte – wieviel Traffic braucht man?

Das wichtigste bei der Wahl des Tarifs ist es, das vermutete Nutzungsverhalten und Datenaufkommen vorher so gut wie möglich abzuschätzen – und das ist auch gleichzeitig die schwierigste Aufgabe. Wer nur gelegentlich im Web unterwegs ist, um beispielsweise eine Adresse oder eine Telefonnummer zu suchen, braucht keine großes Gigabyte-Paket, sondern nur ein paar Megabyte im zwei- bis dreistelligen Bereich. Wer dagegen permanent mobil surft, Youtube-Videos ansieht und Musik herunterlädt, sollte auf jeden Fall gleich eines der großen Pakete in Betracht ziehen.

Denn während man beim Internet-Surfen per DSL-Flatrate schon durch gewöhnliche Nutzung erzeugte Datenmengen im Gigabyte-Bereich achselzuckend hinnimmt, ist die gleiche Datenmenge beim mobilen Internet ungleich teurer. Und die Datenmenge ist meist gleich: Moderne Smartphones ziehen beim Abruf einer Webseite die gleichen Bilder wie DSL-Anschlüsse aus dem Netz. Da rasseln die Megabytes nur so herunter.

Ein normaler DSL-Anschluss verursacht Datentransfer im einstelligen Gigabyte-Bereich – dabei enthalten ist stundenlanges Surfen im Netz, das Betrachten von Youtube-Videos, das Nutzen von Instant-Messengern oder Video-Telefonie mit Skype & Co. Wer auf die multimedialen Inhalte verzichtet, kommt schon mit ein paar hundert Megabyte aus. Beim Handy lässt sich darüber hinaus durch das Abrufen von Mobilseiten ordentlich Traffic sparen. Während Homepages großer Webseiten wie CNET.de oder Spiegel Online locker mal ein Megabyte verbrauchen, bekommt man die Mobilseiten im eingeschränkten Look & Feel, aber mit vollständigem Text, schon mit ein paar Kilobyte auf das Handydisplay.

Was kostet Surfen? Der Abruf einer Webseite wie Spiegel Online oder CNET schlägt mit einem knappen Megabyte zu Buche. Die Mobilversionen der Seiten sind deutlich schlanker - und sparen somit Traffic.
Was kostet Surfen? Der Abruf einer Webseite wie Spiegel Online oder CNET schlägt mit einem knappen Megabyte zu Buche. Die Mobilversionen der Seiten sind deutlich schlanker – und sparen somit Traffic.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, schaut nach speziellen Angeboten wie dem MTV-Deal (siehe Tabelle) und nutzt die damit einhergehende SIM-Karte, wenn er unterwegs surfen will. Damit nimmt man zwar auch einen neuen Telefontarif in Kauf, das ist aber unter Umständen die günstigste Lösung.

Übrigens: Die meisten Provider erlauben ein kostenloses Upgrade von gebuchten Datenpaketen während der Laufzeit. Man kann also zunächst ein kleines Paket mit geringem Inklusivvolumen bestellen und dann ein größeres ordern, wenn man bereits am fünften Tag des Monats mit verminderter Geschwindigkeit im Netz unterwegs ist.

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Der richtige Tarif: Internet-Zugänge für Handys und Smartphones

  • Am 1. August 2010 um 19:18 von Jacob

    Frage
    Hallo,

    ich habe eine Frage zum "Freenet-Mobiltarif".
    In der Spalte "Kosten pro Megabyte" steht
    "mobil.freenet.de kostenlos, sonst 0,19 €"
    Heißen die 0,19€, dass es 19 Cent kostet pro heruntergeladenen MB?

    Vielen Dank schonmal an dieser Stelle.
    Jacob

    • Am 2. August 2010 um 14:22 von Daniel Schraeder

      AW: Frage
      Hallo Jacob,

      genau so ist es.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

      • Am 2. August 2010 um 15:58 von Jacob

        AW: AW: Frage
        Hallo,

        danke für die schnelle Antwort:).
        Noch eine Frage.
        In der Spalte steht ja auch, dass mobil.freenet.de kostenlos ist.
        Lohnt es sich? Also ist es wirklich im mobilen Leben so, dass man diese Seite braucht? Und ist sie praktisch?
        Ich hab da 0 Erfahrung.^^

        Viele Grüße
        Jacob

        • Am 3. August 2010 um 09:29 von Daniel Schraeder

          AW: AW: AW: Frage
          Hallo Jacob,

          Sie können die Seite ja einfach mit dem normalen Browser am Computer öffnen und sich ansehen.

          Beste Grüße
          Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 26. August 2010 um 03:31 von Fabian

    Smartphone+Internet
    Hallo Daniel,
    Ich möchte mir gern ein Smartphone zulegen. Da mir das Iphone 4 ehrlich gesagt zu teuer ist liebäugle ich mit dem Samsung Galaxy I9000. Jetzt bleibt die Frage nach dem Vertrag… Also ich bin eher nicht der viel telefonierer und sms schreiber. Aber ich wollte das Handy unbedingt nutzen um in Internet zu surfen usw. Da gibts es zum beispiel Verträge von T-Mobile mit Inklusivminuten und Datenflat für circa 20€ pro Monat. Nun bin ich durch euren Vergleich auf Symio gestoßen und habe das mal ein bisschen hochgerechnet und festgestellt dass ich warscheinlich mit der Symio pre-paid karte und der Symio Internetflat bis 1 Gb für 9,90€/Monat deutlcih billiger wegkomme. Jetzt die erste Frage: Was passiert nach erreichen der 1 Gb?? Muss ich draufzahlen, wird es gedrosselt oder sogar gesperrt? Erreiche ich die 1Gb überhaupt in 30 tagen oder müsste ich dafür fast rund um die Uhr Youtube Videos oder dergleichen ansehen?
    Und was hälst du Allgemein von meiner Lösung mit der Symio Prepaid Karte und Datenflat? Ist das in meinem Falle zu empfehlen?
    Ich müsste mir halt das Handy kaufen für den vollen Preis aber ich denke mal unterm Strich komme ich langrifstig immernoch günstiger weg als mit einem Vertrag!! Wo würdest du das Handy dann kaufen?
    Sooo viele Fragen aber es wäre Nett wenn du mir weiterhelfen könntest und dafür schon mal im voraus danke!!
    Gruß Fabian

    • Am 31. August 2010 um 18:46 von Daniel Schraeder

      AW: Smartphone+Internet
      Hallo Fabian,

      beim Simyo 1-GByte-Tarif ist nach Erreichen dieser Menge einfach "Schluss" – der Internet-Zugang ist dann nicht mehr möglich. 1 GByte ist mit reinem Surfen auf dem Handy schon eine ordentliche Hürde, aber Yotube-Videos reißen den Traffic massiv in die Höhe. Das sind etliche Megabyte pro Clip.

      Eine Alternative wäre vielleicht noch der O2 O Tarif ohne Grundgebühr und Mindestvertragslaufzeit, also fast wie eine Prepaid-Karte. Es gibt verschiedene Datentarife von 200 MByte bis 5 GByte, die man auch wechseln kann, und eine 0-Prozent-Finanzierung des Handys über 24 Monatsraten.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 4. Oktober 2010 um 19:40 von Caijn

    Vodafone MobileInternet Handyflat
    Gerade bei der Vodafone Hotline angerufen und folgendes wurde gesagt:

    "Die Vodafone MobileInternet Handyflat beinhaltet nur WAP spezifische Seiten bzw. Dienste und ist somit kein richtiger Internet Tarif."

    Es würde nur für das Vodafone Life! Portal gelten.
    In anderen Foren habe ich gelesen das man einen speziellen Vodafone Browser im Smartphone braucht der die Seiten über das Vodafone Life! Portal schickt. Alles andere würde angeblich extra Kosten verursachen.

    Ist da was dran an dieser Geschichte ?
    Und gilt dieser Tarif wirklich nur für WAP bzw. Entstehen extra Kosten wenn man nicht über das LIFE! Portal surft ?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *