Digicams für den Sommer: mit Touristen-Radierer, GPS-Ortung und HDR-Automatik

Digitalkameras machen die Fotografie nicht nur erschwinglicher, sondern auch einfacher. Vor drei Jahrzehnten standen beim Fotografieren noch Blende, Belichtungszeit & Co. im Mittelpunkt. Heute übernehmen zahlreiche elektronische Helferlein die meiste Arbeit – von Autofokus über Sonnenuntergang-Modus bis hin zum Touristen-Radiergummi. Touristen-Radiergummi? Genau, wer das Kolosseum in Rom ohne krebsroten Sandalen-mit-Socken-Trägern ablichten will, ist hier genau richtig.

1976 kam mit der Konica C35-AF der erste Serien-Fotoapparat mit Autofokus auf den Markt, zehn Jahre später ersetzte man erstmals serienmäßig analoge Filme durch lichtempfindliche Digitalchips. In der ersten Hälfte der Neunziger Jahre schließlich wurden Kompaktkameras für die breite Masse erschwinglich. Im Jahr 2005 brachte Nikon schließlich die ersten Kameras mit Gesichtserkennung auf den Markt: Coolpix 5900, 7600 und 7900. Die Software in der Kamera sucht selbsttätig nach Gesichtern und optimiert die Aufnahmeeinstellungen für eine ideale Abbildung von Personen. Und wo stehen wir heute? Im Winter wurde die weltweit erste Kamera mit Haustier-Erkennung angekündigt.

Die Gesichtserkennung sorgt dafür, dass die Digicam Personen scharf abbildet (links) und korrekt belichtet - ob mit Blitz, oder ohne (mitte und rechts).
Die Gesichtserkennung sorgt dafür, dass die Digicam Personen scharf abbildet (links) und korrekt belichtet – ob mit Blitz, oder ohne (mitte und rechts).

Wer sich jetzt an die Stirn greift, sei beruhigt: Wir haben die Pressemitteilung ebenfalls für einen verfrühten Aprilscherz gehalten. Aber die Katzenlady aus Springfield hätte hier sicherlich bedenkenlos zugeschlagen. Immerhin: Die Menschen werden nicht vergessen, und so gibt es immer noch eine ganze Reihe von praktischen Funktionen, die Fotografen beim Ablichten von Zweibeinern unter die Arme greifen.

Da wäre etwa die Lächelerkennung – die Kamera schießt erst ein Bild, wenn alle Personen oder zumindest die meisten Fotomodels lächeln. Und die Winkerkennung, die auslöst, wenn man in die Kamera winkt. Was etwas stupide klingt, ist bei Selbstportraits durchaus praktisch. Oder dann, wenn der Fotograf ebenfalls auf dem Gruppenbild landen möchte. Das geht aber auch mit dem Zusätzliches-Gesicht-Auslöser: Die Kamera knipst, sobald eine zusätzliche Person vor der Linse auftaucht.

Neben der Gesichtserkennung gibt es auch eine Gesichtswiedererkennung. Bei aktuellen Kompaktkameras Marke Panasonic lassen sich beispielsweise bis zu sechs Personen registrieren, die die Digicam bei der Wahl der Aufnahmeparameter bevorzugt. So landet die Freundin immer scharf und gut ausgeleuchtet auf den Urlaubsfotos. Die schrägen Bungalow-Nachbarn sind der Kamera dagegen herzlich egal und haben entweder Glück oder Pech, was Fokus und Belichtung angeht.

Auch nicht schlecht für Selbstportraits: Die Samsung PL150 bietet auf der Vorderseite ein zweites Display.
Auch nicht schlecht für Selbstportraits: Die Samsung PL150 bietet ein zweites Display auf der Vorderseite.

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