Nicht nur das iPhone 4 zickt rum: Steve Jobs verärgert RIM, Nokia, Samsung & Co.

iPhone 4: Apples Antennen-TestlaborWie macht man seine Konkurrenten glücklich? Ganz einfach: Man bringt ein Produkt auf den Markt, das erst einen riesigen Hype verursacht, weil es jeder haben will – und dann einen riesigen Wirbel, weil es einen gravierenden Mangel aufweist. Die Rede ist vom iPhone 4 und seinen Empfangsproblemen. Noch nie wurde irgendein Smartphone irgendeinem Konzern derart aus den Händen gerissen. Binnen 72 Stunden nach Marktstart waren weltweit 1,7 Millionen Geräte verkauft, inzwischen ist die 3-Millionen-Marke durchbrochen. Angesichts dieser Absatzzahlen fällt es natürlich leicht, sich zurückzulehnen und der erbosten Nutzerschaft zu antworten: „Dann haltet das iPhone 4 halt anders.“

Als nächstes war die Software schuld. Die Empfangsbalken würden schlicht und ergreifend falsch berechnet, wodurch der Anwender den Eindruck bekäme, Netz zu haben, wenn gar kein Signal vorhanden sei. Immerhin war das schonmal eine brauchbare Aussage, letztendlich aber auch nicht hilfreicher als ein Loch im Kopf. Entsprechend begeistert fiel auch das Echo seitens iPhone-4-Besitzern und Medien aus.

Letzten Freitag hat sich Steve Jobs schließlich durchgerungen, das Problem ernsthaft anzugehen – mit einer eigenen Pressekonferenz in der Apple-Heimat im kalifornischen Cupertino. „Wir wollen all unsere Nutzer glücklich machen“, sagte der CEO. Und verspricht allen iPhone-4-Käufern einen kostenlosen Bumper, der sich einmal rundherum um das Gehäuse legt und so verhindert, dass die Antenne mit der Handhaltung des Nutzers kollidiert.

Und als ob das nicht ausreichen würde, um die ob des Apple-Imageschadens selig lächelnde Konkurrenz etwas von ihrem Höhenflug herunterzubringen, holt Steve Jobs noch einmal aus. Ein Smartphone mit Windows Mobile, eines mit Android und eines mit BlackBerry OS dürfen auf die Bühne. Und siehe da – wenn man sie nur richtig hält, schwinden auch hier die Balken. Von fünf auf eins, von vier auf null – sollte es irgendwer nicht gesehen haben, hält eine eigens von Apple eingerichtete Microsite Videobeweise bereit.

Samsungs Omnia II, HTCs Droid Eris und RIMs BlackBerry Bold 9700 sind im konkreten Fall die Negativbeispiele, und dementsprechend sieht die Begeisterung seitens der Hersteller aus. Am empörtesten zeigt sich RIM: Co-CEO Mike Lazaridis schreibt in einem Statement vom Freitag: „Apples Versuch, RIM in sein selbst verschuldetes Debakel zu verstricken, ist nicht akzeptabel.“ Apples Behauptungen bezüglich der BlackBerrys seien ein vorsätzlicher Versuch, das öffentliche Verständnis hinsichtlich der Empfangsprobleme zu verzerren und von den eigenen Schwierigkeiten abzulenken.

HTCs Chief Financial Officer Hui-Meng Cheng hält sich vornehmer zurück und erklärt lediglich, dass Probleme dieser Art alles andere als gewöhnlich bei Smartphones seien. Und ein Samsung-Vertreter gibt an, bislang keine signifikanten Nutzer-Feedbacks bezüglich Empfangsschwierigkeiten beim Omnia II erhalten zu haben. Obwohl nicht direkt von Steve Jobs Rundumschlag betroffen, meldet sich auch Nokia zu Wort: „Wie Sie es von einem Konzern erwarten würden, der sich darauf konzentriert, Menschen miteinander zu verbinden, priorisieren wir stets die Empfangsleistung höher als das Design der Geräte, sollte es jemals zu einem Konflikt kommen.“

Seid Ihr als iPhone-4-Besitzer mit dieser Lösung zufrieden? Oder als Android-, BlackBerry- oder Windows-Mobile-Fan von Steve Jobs Rundumschlag empört? Schreibt Eure Meinung in die Kommentare. (Foto: CBS Interactive)

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