Fujifilm FinePix F300EXR und Z800EXR: Digicams mit DSLR-Autofokus

Fujifilm FinePix F300EXREgal ob Kompakt, Bridge oder EVIL: Kameras ohne Spiegelkasten sind langsam! Man drückt auf den Auslöser, und es dauert quälend lange, bis die Aufnahme endlich im Kasten ist. Bei DSLRs erfolgt die Scharfstellung mittels Phasenvergleich. In der Hutze auf der Oberseite der Spiegelreflex sitzt ein spezieller Sensor, der die Entfernung misst, und das Objektiv zielgenau auf den korrekten Fokus einstellt.

Bei Digicams ohne Spiegelkasten beziehungsweise bei DSLRs im Live-View-Modus fällt das eintreffende Licht direkt auf den Sensor. Beim Fokussieren rödelt die Knipse jetzt einfach fröhlich durch den gesamten Fokusbereich, bis die kamerainterne Elektronik möglichst viele scharfe Kanten erkennt. Dieser sogenannte Kontrast-Autofokus ist langsam, bislang aber (fast) unumgänglich, wenn Live-View – also die Verwendung des Displays als Sucher – gewünscht ist.

Z800EXR (links) und F300EXR (rechts): Die eine Kamera ist schick und schlank, die andere das eher unscheinbare Arbeitstier.
Z800EXR (links) und F300EXR (rechts): Die eine Kamera ist schick und schlank, die andere das eher unscheinbare Arbeitstier.

Fujifilm will das bei seinem kompakten Duo FinePix F300EXR und Z800EXR geändert haben. In dem 1/2 Zoll großen CCD-Chip ist ein Phasenvergleichssensor integriert. Laut Hersteller sind damit Fokuszeiten von bis zu 0,158 Sekunden möglich – das wäre DSLR-Niveau. Ein paar technische Limitierungen gibt’s wohl. Denn anscheinend arbeitet der Phasenvergleichsfokus bei schlechten Lichtverhältnissen und kontrastarmen Motiven nicht zuverlässig. Und dann schalten die Digicams wieder auf den guten (beziehungsweise schlechten), alten Kontrast-AF um.

Soweit, so gut – was hat das Kamera-Duo noch zu bieten? Beide Digicams kommen mit einem Super-CCD-EXR-Sensor. Klingt nach Marketing-Geschwätz, hat aber durchaus ein paar nette Tricks auf Lager. So lassen sich beispielsweise bei schlechten Lichtverhältnissen jeweils zwei Pixel auf dem Chip zusammenfassen. Die Auflösung sinkt dann zwar auf 6 Megapixel, dafür rauschen die Fotos aber weniger. Eine weitere Möglichkeit ist, die beiden 6-Megapixel-Pixelgruppen unterschiedlich zu belichten und quasi mit einer einzigen Auslösung ein HDR-Foto zu schießen.

Hersteller Fujifilm Fujifilm
Modell FinePix F300EXR FinePix Z800EXR
Preis 329 Euro 199 Euro
Bildsensor 1/2,0-Zoll-Super-CCD-EXR 1/2,0-Zoll-Super-CCD-EXR
Auflösung 12 Megapixel 12 Megapixel
Optischer Zoom 15-fach 5-fach
Brennweitenbereich 24 – 360 mm 35 – 175 mm
Lichtstärke F3,5 – F5,3 F3,9 – F4,7
Belichtungszeiten 1/2000 – 8 s 1/1000 – 4 s
Bildstabilisator mechanisch mechanisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 3200
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel 4000 x 3000 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 24 fps 1280 x 720 Pixel @ 24 fps
Dateiformate JPEG (Foto), MJPEG (Video) JPEG (Foto), MJPEG (Video)
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, M
Display 3,0 Zoll, 460.000 Pixel 3,5 Zoll, 460.000 Pixel
Speichermedien SD, SDHC SD, SDHC
Anschlüsse USB, AV, HDMI USB
Abmessungen 10,4 x 5,9 x 3,3 cm 9,8 x 5,9 x 2,0 cm
Gewicht 195 g 141 g

360-Grad-Schwenkpanorama, 720p-Videofunktion, Gesichts- und Haustiererkennung haben beide zu bieten, ansonsten verfolgen die Kameras völlig unterschiedliche Konzepte. Die Z800EXR ist mit einer Dicke von zwei Zentimetern und einem 3,5-Zoll-Touchscreen die schicke und elegante Schwester. Dafür gibt sie sich aber auch mit einem fünffachen optischen Zoom und Lichtstärken von F3,9 bis F4,7 zufrieden. Die F300EXR kommt dagegen eher als Arbeitstier daher. Der Brennweitenbereich des 15-fach vergrößernden Objektivs beginnt bei 24 und endet bei 360 Millimetern. Angesichts der zoomgewaltigen Optik ist die Gehäusedicke von drei Zentimetern immer noch beachtlich.

Das Kamera-Duo soll ab Anfang September im Handel erhältlich sein. Die FinePix F300EXR wird 329 Euro kosten, die Z800EXR 199 Euro. (Fotos: Fujifilm)

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