DivX, MKV & Co – so gelangen Videodateien auf den HD-Fernseher

Videokassette? DVD? Und sogar Blu-ray? Alles von gestern. Digitale Videodateien haben den Siegeszug längst begonnen, egal, ob es der Musik- und Filmindustrie gefällt oder nicht. Quellen von Dateien im AVCHD-, DivX-, Xvid- oder H.264-Format sind Internet-Downloads, Camcorder und Handykameras. Während die Wiedergabe auf dem PC kein Problem dar, stehen der Darstellung auf dem Fernsehschirm im Wohnzimmer einige Hürden im Weg. Wir zeigen einige Video-Lösungen.

Zahlreiche sehenswerte Videoclips befinden sich auf der Festpatte des Computers – und der steht im Arbeitszimmer. Der knarzende Bürostuhl lädt nicht gerade zu umfangreichen Video-Sessions ein, und der Klang, der den PC-Lautsprechern entweicht, kann bestenfalls mit der Qualität eines Küchenradios mithalten. Was liegt also näher, als Videodateien ähnlich wie DVD-Filme auf dem großen Fernseher im Wohnzimmer zu betrachten und mit dem Heimkino-Lautsprechersystem die Wände beben zu lassen?

Das klingt zunächst ganz verlockend, doch im Gegensatz zum guten alten VHS-Rekorder, bei dem man lediglich die Kassette einlegen und auf Play drücken musste, ist die Sache bei Videodateien nicht ganz so trivial. Zum einen gibt es schlicht kein einheitliches Medium. USB-Sticks, Speicherkarten, DVD-Rohlinge, Festplatten und etliche alternative Datenträger kommen in Frage und bieten jeweils bestimmte Vor- und Nachteile. Auf Seiten der Unterhaltungselektronik stehen ebenfalls mehrere Abspielgeräte zur Auswahl, die zur Dateiwiedergabe imstande sind. Zu guter Letzt können digitale Videos in unterschiedlichen Dateiformaten vorliegen, die nicht jeder Player anstandslos beherrscht.

Codecs und Container

Um beurteilen zu können, ob ein Wiedergabegerät mit bestimmten Videos zurecht kommt, ist zunächst ein gewisses Grundverständnis über Codecs und Containerformate notwendig. Videoclips benötigen sehr viel Platz. Der meiste Speicher geht für die Bildinformationen drauf. Um den Platzbedarf zu senken, kommen in den meisten Fällen verlustbehaftete Datenkompressionsverfahren zum Einsatz. Dies bedeutet, dass die einzelnen Bilder eines Videos einem gewissen Qualitätsverlust im Vergleich zum unkomprimierten Ausgangsmaterial unterworfen sind. Da dies beim Betrachten des Films aber kaum auffällt und der Speicherbedarf drastisch sinkt, wird der Qualitätsverlust toleriert. Im Laufe der Zeit haben sich einige Verfahren zum Kodieren und Dekodieren von Videos – auch Codecs genannt – durchgesetzt. Viele Filme, die Anwender aus dem Netz laden, liegen zum Beispiel im platzsparenden und dennoch qualitativ hochwertigen DivX-Format vor. Xvid ist ebenfalls verbreitet.

Videodateien bestehen aber nicht nur aus Bilddaten, sondern beinhalten auch eine oder mehrere Audiospuren. Untertitel, wie sie bei DVD-Filmen zum Einsatz kommen, sind je nach Codec ebenfalls möglich. Um Bild, Ton und andere Informationen in einer einzigen Datei zu kombinieren, haben sich Containerformate durchgesetzt. Eines der bekanntesten dürfte das von Microsoft eingeführte AVI sein, das an der gleichnamigen Dateiendung zu erkennen ist. Eine Vielzahl an Video- und Audiocodecs sowie Untertitel und Metainformationen beherrscht das Matroska genannte Containerformat mit der Dateiendung MKV. Es hat aufgrund seiner Eignung für HD-Material in den letzten Jahren viele Anhänger unter Filmfans gefunden.

Während am Computer dank nachträglich installierbarer Codecs oder Software nahezu alle möglichen Videoformate abspielbar sind, sieht es bei Peripheriegeräten für den Fernseher anders aus. Oft sind die unterstützten Codecs in den Produktspezifikationen aufgelistet, doch nicht jedes Gerät beherrscht deren Wiedergabe auch reibungslos. Hier hilft meist nur Ausprobieren. Um herauszufinden, in welchem Format eine Videodatei vorliegt, kann man auf kostenlose Tools wie die Freeware GSpot zurückgreifen.

Das kostenlose Tool GSpot gibt Aufschluss über die Zusammensetzung von Videodateien.
Das kostenlose Tool GSpot gibt Aufschluss über die Zusammensetzung von Videodateien.

Neueste Kommentare 

9 Kommentare zu DivX, MKV & Co – so gelangen Videodateien auf den HD-Fernseher

  • Am 19. August 2010 um 10:52 von David W.

    PS 3 Media Server
    Hallo!

    Ich habe den Media Server genauso eingestellt wie es hier steht. Ich wollte nun einen Film (12GB) mkv streamen. Er erkennt es auch nur es ruckelt heftigst und im sekundentakt geht es voran. Liegt das an meiner Notebookleistung oder woran? Was kann ich machen?
    Mein Notebook:
    Samsung R522- Aura Ahadi Intel C2Duo T6500 2.1GHz, 4GB RAM 500GB HDD, ATI HD4650, W7HP 32 Bit.

    • Am 21. August 2010 um 17:00 von qwerty85

      AW: PS 3 Media Server
      Hallo,

      habe ein ähnliches Problem wie du. Greife mit dem Seagate FreeAgent Theater+ über Netzwerk auf meinen Computer zu und alle 5-10 Minuten ruckelt das Video für einige Sekunden, der Ton läuft indes weiter.

      • Am 27. September 2010 um 19:53 von Pascal Poschenrieder

        AW: AW: PS 3 Media Server
        Hallo,

        überwachen Sie während des Streamens Prozessor und Netzwerkauslastung. Wenn der Prozessor bei den Rucklern voll ausgelastet ist, stört vielleicht ein im Hintergrund laufendes Programm das Umkodieren.

        Mit freundlichen Grüßen,
        Pascal Poschenrieder, CNET.de

    • Am 27. September 2010 um 19:52 von Pascal Poschenrieder

      AW: PS 3 Media Server
      Hallo David,

      vermutlich kommt Ihr Computer beim Umcodieren des großen Videos nicht hinterher. Haben Sie schon einmal den Prozessor während des Streamens überwacht? Ist er voll ausgelastet?

      Mit freundlichen Grüßen,
      Pascal Poschenrieder, CNET.de

  • Am 25. August 2010 um 11:54 von David W.

    Allgemeines Problem
    Allgemein würde mir eine ausführliche Anleitung helfen wie ich so große Dateien MKV AVCHD etc. splitte und mit welchem Programm. Denn bei mir hat es nie richtig geklappt.

    Bitte um Hilfe!

  • Am 2. September 2010 um 12:57 von David

    Hab die Lösung gefunden.
    Habe die Lösung für mkv Dateien. Also ich halte nichts von streamen mit dem Media Server. Wandelt die Dateien um und dann auf die Platte und fertig. Oder vllt sogar mit den umgewandelten Daten streamen.(Das habe ich nicht probiert).
    Auf jeden fall empfhele ich mkv to vob umwandeln. Weiß leider grade den Namen nicht. Wenn dann fragt nach. Auf jeden fall splittet er direkt wenn man will für FAT32 die Größe und wandelt um. Meine 12 GB datei in 10 min locker fertig. Kein Problem läuft alles bestens!

    • Am 27. September 2010 um 19:56 von Pascal Poschenrieder

      AW: Hab die Lösung gefunden.
      Hallo David,

      natürlich ist auch ein Umwandeln möglich. Der PS3 Media Server macht im Prinzip auch nichts anderes. Allerdings scheint er einfach mit der von Ihnen verwendeten MKV-Datei nicht so gut zurecht zu kommen. Es wäre ebenfalls möglich, dass Ihre Netzwerkverbindung einfach zu langsam ist. Nutzen Sie WLAN?

      Mit freundlichen Grüßen,
      Pascal Poschenrieder, CNET.de

      • Am 10. März 2011 um 10:11 von Jay

        Wie teile / splitte ich den DivX Dateien für FAT32
        Hallo,

        wie kann man ohne Neuberechnung DivX-Dateien für einen FAT32 USB Stick splittern. Mein Sony Bravia will fast kein Format abspielen, außer z.b. eben DivX. Wenn ich aber nun große MKV mühselig mit DivX Plus Converter in DivX-Files gewandelt habe kann ich sie nicht 4GB Häppchen aufteilen. Ich habe schon so viele Freeware-Programme durchprobiert, dass ich gar nicht mehr weiß welche alle. Entweder sie erkennen DivX nicht, oder wandeln doch in AVI oder andere um. Gibt es den keine Möglichkeit DivX nur zu splitten. Es ist aber auch eine mittlere Katastrophe Filme auf einem Sony Fernseher (KDL-46NX715) ans laufen zu bekommen.

        Gruß
        Jay

        • Am 14. März 2011 um 21:08 von Pascal Poschenrieder

          AW: Wie teile / splitte ich den DivX Dateien für FAT32
          Hallo Jay,

          eine Möglichkeit wäre Avi Chop.

          Mit freundlichen Grüßen,
          Pascal Poschenrieder, CNET.de

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