Als der Hersteller Shure im Jahr 2007 seinen In-Ear-Kopfhörer SE530 auf den Markt warf, waren wir sofort beeindruckt – zumindest vom Preis. Die zwei winzigen Ohrstöpsel kosteten nämlich satte 450 Euro. Als unsere britischen Kollegen den SE530 dann in die Finger bekamen, stellte sich heraus, dass der Preis durchaus gerechtfertigt war. Heute wechselt das Modell für rund 300 Euro den Besitzer und gehört nach wie vor zu den besten Geräten auf dem Markt.

Doch jetzt legt Shure nach. Der Nachfolger SE535 soll einige Verbesserungen mitbringen, kostet dafür aber mit 480 Euro noch mehr als das alte Modell bei seiner Markteinführung. Die einzige Neuerung, die wir auf den ersten Blick erkennen, ist ein geändertes Design mit austauschbarem Kabel. Doch genügt das, um die Preisdifferenz von momentan 180 Euro zum alten SE530 zu rechtfertigen?

In-Ear für Audiophile

Eines Vorweg: Bei der Qualität hat Shure mal wieder voll ins Schwarze getroffen. Der SE535 bietet einen Klang, mit dem kaum ein anderer In-Ear-Kopfhörer mithalten kann – vielleicht höchstens noch der SE530. Der Sound ist unfassbar klar und definiert und in tiefen Frequenzbereichen noch etwas voluminöser als der des Vorgängers.

Das verdankt der SE535 unter anderem seinen sage und schreibe drei Treibern pro Ohrstöpsel. In jedem der kleinen Gehäuse sitzen ein Hochtöner und gleich zwei Bass-Lautsprecher. Shure nennt diese Technik Drei-Wege High-Definition MicroDriver – und das ist einer der wenigen Fälle, in denen der Name trotz reichlich Marketing-Wirksamkeit noch nicht einmal annähernd so gut klingt wie das Ergebnis der Technologie. Was immer Shure gemacht hat, um die je drei Module in die schicken Mini-Gehäuse zu quetschen, es hat sich gelohnt.

Shure bringt in jedem der kleinen Ohrstöpsel ganze drei Treiber unter.
Shure bringt in jedem der kleinen Ohrstöpsel ganze drei Treiber unter.

Bei den Bässen bietet der SE535 nicht den eindringlichen und übertriebenen Bumms, den einige günstigere Modelle in die Ohren des Zuhörers pumpen. Der Klang wirkt stattdessen sehr natürlich und bringt den originalen Sound der Aufnahme unverfälscht herüber. Wir hören uns Hot Ride von Prodigy an. Dort wird sehr deutlich, dass sich tiefe Frequenzen wesentlich definierter und schärfer anhören, als bei anderen In-Ear-Modellen. Die Bass-Line in den ersten 30 Sekunden des Songs kommt mit unglaublicher Klarheit herüber, anstatt in einer übertriebenen Bass-Wolke unterzugehen.

Später im Song, als die zusätzlichen Instrumente hinzukommen, die alle wild gemischt und verzerrt sind, gibt der SE535 jedes sehr gut separiert wieder. Bei vielen anderen Kopfhörern vermischen sich die einzelnen Sounds, wodurch sich die Musik dann eher nach Krach anhört.

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