Sony Alpha DSLR-A500 im Test: Bildqualität und Leistung top, Bedienung flop

Wer eine Einsteiger-DSLR Marke Sony kaufen möchte, steht vor der Qual der Wahl. Alleine im Preisbereich zwischen knapp 300 und gut 500 Euro bietet der japanische Hersteller ganze sieben Modelle an. Mit Anschaffungskosten von derzeit rund 505 Euro steht die Alpha DSLR-A500 am oberen Ende des hier erwähnten Einsteigerrudels. Und klingt mit neigbarem Display, hoher Serienbildgeschwindigkeit und Live-View nach einem verlockenden Angebot. Wir haben die digitale Spiegelreflexkamera getestet.

Von dem breiten Anfänger-DSLR-Pool – bestehend aus A230, A330, A290, A380, A450, A390 und A500 – bietet die Sony Alpha DSLR-A500 das vermutlich überzeugendste Preisleistungsverhältnis. Bei ihr gibt es die beste Bildqualität, eine sehr ordentliche Leistung und ein neigbares LC-Display. Mit Ausnahme von drei Punkten ist sie mit der 120 Euro teureren A550 identisch: Sie verzichtet auf das hochauflösendere Display sowie den 7-fps-Dauerfeuermodus und bringt zudem einen niedriger auflösenden Sensor mit.

Design

Die Alpha DSLR-A500 ist sperriger und schwerer als ihre günstigeren Schwestern und die Konkurrenz in dieser Preisklasse. Sie macht einen solide verarbeiteten Eindruck, fühlt sich aber aufgrund des Plastikgehäuses nicht so hochwertig an wie die meisten ihrer Marktbegleiter. Zudem verteilen sich die sehr zahlreichen Bedienelemente etwas wahllos über das Gehäuse und sind zudem auch noch teilweise überflüssig. Eine Taste für den digitalen Zoom namens Smart Teleconverter hat auf einer DSLR nichts zu suchen. Auch den D-Range-Optimizer konfiguriert man nicht so häufig, als dass er einen eigenen Knopf verdient hätte. Die Heerschar an Buttons steht eher im Weg, wenn man auf wichtigere Einstellungen wie Serienbildmodus, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungsausgleich und dergleichen zugreifen möchte. Leider fühlen sich die Bedienelemente größtenteils extrem ähnlich an. Es besteht Verwechslungsgefahr.

Die Knöpfe auf der Oberseite sind so weit hinten positioniert, dass sie sich nicht erreichen lassen, wenn man die Kamera vor dem Gesicht hält.
Die Knöpfe auf der Oberseite sind so weit hinten positioniert, dass sie sich nicht erreichen lassen, wenn man die Kamera vor dem Gesicht hält.

Normalerweise bedeuten mehr Tasten ein flotteres Handling. Das gilt insbesondere bei DSLRs, da man hier häufig durch den Sucher blickt und währenddessen an den Parametern feilt. Die Alpha DSLR-A500 scheint dagegen mehr auf die Bedienung per Display ausgelegt zu sein. So fehlen im optischen Sucher wichtige Informationen wie die gegenwärtig gewählte ISO-Empfindlichkeit. Stattdessen präsentiert Sony den gegenwärtigen Grad der Verwacklungsgefahr.

Apropos Sucher: Das Guckloch sorgt bei uns ebenfalls für gemischte Gefühle. Die Fokuspunkte sind außergewöhnlich groß und sehr klar und deutlich zu erkennen. Allerdings fällt der Sucher selbst sehr klein aus und bietet eine schwache Vergrößerung. Das Display steht zudem etwas nach hinten heraus und ist chronisch mit Abdrücken von der Fotografenbacke übersäht.

Die Tasten auf der rechten Oberseite von DSLRs sind normalerweise so platziert, dass sie sich bequem mit den Zeigefingern der rechten Hand erreichen lassen. Bei der A500 sitzen sie so weit hinten, dass man sie nur mit dem Finger beziehungsweise Daumen drücken kann, wenn man die Kamera vom Auge wegnimmt. Insbesondere beim Knopf für die Empfindlichkeit ist das nervig. Bei den günstigeren Kameras der A2xx- und A3xx-Serie bringt Sony die ISO- und Serienbild-Buttons auf der Rückseite unter. Das ist praxistauglicher.

Das Vier-Wege-Pad auf der Rückseite bietet ein schlechtes haptisches Feedback. Wir drücken häufig versehentlich auf die mittig platzierte "AF"-Taste.
Das Vier-Wege-Pad auf der Rückseite bietet ein schlechtes haptisches Feedback. Wir drücken häufig versehentlich auf die mittig platzierte „AF“-Taste.

Der Fn-Button auf der Rückseite holt die wichtigsten Aufnahmeparameter aufs Display, darunter Serienbildmodus, Blitzeinstellungen und -ausgleich, ISO-Empfindlichkeit, Autofokusmodus und -bereich, Weißabgleich, DRO und HDR sowie Sonys Kreativmodi. Das Navigationspad fühlt sich leider etwas flach an und bietet ein eher mäßiges taktiles Feedback. Wir drücken aus Versehen häufig die mittig im Vier-Wege-Pad liegende AF-Taste.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Sony Alpha DSLR-A500 im Test: Bildqualität und Leistung top, Bedienung flop

  • Am 27. Juli 2010 um 20:12 von no name

    häh?
    "Sie verzichtet auf das höher auflösende Displayund bringt zugleich ein niedriger aulösendes Display mit."

    häh?

    • Am 28. Juli 2010 um 10:41 von Stefan Möllenhoff

      AW: häh?
      Hallo,

      ups, da ist uns was durchgerutscht. Da sollte natürlich einmal "Sensor" und nicht "Display" stehen. Danke für den Hinweis, ich habe den Artikel korrigiert.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

  • Am 2. August 2010 um 18:29 von invitavidere

    Sprachliches
    Hallo Leute,

    ich lese Eure Artikel gerne, und habe deswegen nun schon in verschiedenen Testberichten gelesen, wie die Tester mit ihren Backen Spuren an den Displays hinterlassen. – Wenn man nun bedenkt, dass im deutschen Schrift-Sprachgebrauch die "Backe" eindeutig dem Hinterteil zugeordnet ist, muss man schon ein bisschen grinsen, bei der Frage, welcher Art jene Spuren wohl sein mögen…

    Aber vermutlich ist ja die "Wange" gemeint (das ist das Körperteil im Gesicht, das zugegebenermaßen bei manchen wohlgenährteren Zeitgenossen wie eine Backe aussieht; man spricht hier, in Verfolgung beleidigender Absicht, deswegen gerne auch von A****gesicht).

    Vielleicht mögt Ihr ja diesen kleinen anatomischen Unterschied von nun an berücksichtigen, um in Zukunft unfreiwillige Komik zu vermeiden.

    Viele Grüße!

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