Nintendo 3DS: portable Spielkonsole mit 3D-Darstellung ohne Brille

Seit diesem Jahr stellen einige Fernseher Filme dreidimensional dar. Wer ein entsprechendes Gerät kauft, muss für den 3D-Effekt nicht mehr ins Kino gehen, sondern kann ihn zu Hause auf der Couch erleben. Nächstes Jahr soll 3D sogar mobil werden. Mit der Nintendo 3DS kommt Anfang 2011 die erste portable Spielkonsole mit 3D-Display auf den Markt. Wir hatten bereits die Möglichkeit, das Gerät auszuprobieren.

Wer die letzten sechs Monate nicht gerade einsam und abgeschirmt von jeglichen Informationen im Regenwald Schmetterlinge beobachtet hat, wird mit ziemlicher Sicherheit schon etwas von Nintendos neuer portabler Spielkonsole gehört haben. Die 3DS ist die Nachfolgerin der erfolgreichen Modelle DS und DSi und bietet ein vollkommen neues Feature, das es bisher so noch nie gab: eine mobile 3D-Darstellung von Games ohne Brille oder andere Hilfsmittel. Unsere britischen Kollegen haben die 3DS in die Finger bekommen und sich einen ersten Eindruck vom Daddeln in der dritten Dimension gemacht.

Und die Aussichten sind rosig, denn auf den ersten Blick hinterlässt die 3DS einen sehr ausgereiften und guten Eindruck. Allerdings nennt Nintendo bisher noch keinen Preis. Es bleibt also nur zu hoffen, dass sich das 3D-Feature hier nicht genauso kräftig auf den Geldbeutel auswirkt, wie bei Blu-ray-Playern und Fernsehern. Das werden wir aber bald erfahren, denn die neue Konsole soll noch vor März 2011 erhältlich sein.

Neuerungen

Die 3DS hat in etwa die gleichen Abmessungen wie ihre Vorgängerinnen. Dennoch gibt es reichlich neue Features. Nach dem Aufklappen der Konsole tauchen wie gewohnt zwei Bildschirme auf. Der untere misst 3 Zoll (7,7 Zentimeter) und ist mit einem resistiven Touch-Panel versehen. Die Auflösung beträgt 320 mal 240 Pixel. Viel interessanter ist aber die obere Anzeige mit 3D-Darstellung. Nintendo hält sie im Breitbildformat. Die Diagonale beträgt 3,5 Zoll (8,9 Zentimeter). Außerdem löst sie mit 800 mal 240 Bildpunkten deutlich höher auf die Displays der alten Modelle.

Allerdings sind diese 800 Pixel in der Breite nicht überzubewerten. Da die Anzeige Bilder für das rechte und für das linke Auge liefern muss, bleiben für jedes der Sehorgane nur 400 Pixel, also die Hälfte, übrig. Das bedeutet, dass die endgültige Auflösung bei 400 mal 240 Bildpunkten liegt. Das ist aber immer noch deutlich mehr, als bei den Vorgängerinnen der 3DS.

3D ohne Brille

Nintendo hält sich mit der Veröffentlichung von Details zur Funktionsweise der 3D-Darstellung ohne Brille noch sehr stark zurück. Verständlich, schließlich möchte der Hersteller nicht, dass Konkurrenten die Technik kopieren und womöglich vergleichbare Geräte vor der 3DS auf den Markt bringen. Allerdings verwetten wir unser letztes Hemd darauf, dass die Haupt-Anzeige der Konsole mit einer Parallaxen-Barriere arbeitet – einer Deckschicht mit lauter kleinen vertikalen Schlitzen. Diese Schicht leitet je eine Pixelspalte an das eine Auge und die drauffolgende an das andere Auge weiter. Diese Technik wird beispielsweise auch bei Wackelbildern genutzt.

Mit Hilfe des Reglers auf der rechten Seite des Gehäuses lässt sich die Tiefe der 3D-Darstellung stufenlos regeln.
Mit Hilfe des Reglers auf der rechten Seite des Gehäuses lässt sich die Tiefe der 3D-Darstellung stufenlos regeln.

Der Nachteil dieser Technologie besteht darin, dass man seinen Kopf ruhig und in konstantem Abstand zum Display halten muss, damit der 3D-Effekt funktioniert. Im Test stellen wir aber fest, dass trotzdem zumindest ein geringer Bewegungsspielraum vorhanden ist. Erst wenn unser Kopf sich rund 5 Zentimeter nach rechts oder links bewegt, ist die Darstellung gestört. Das sollte gerade reichen, um auch während einer etwas holprigen Autofahrt noch Spiele in der dritten Dimension genießen zu können.

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