Der Jailbreak fürs iPhone 4 ist da – so einfach geht’s

Das iPhone 4 gehört zu den besten Smartphones am Markt – wenn man mal von ein paar Nachteilen wie dem Empfangsproblem oder den knallharten Gängelungen von Apple absieht. Für beide Haken gibt es nun eine Lösung. Im Falle der softwareseitigen Einschränkungen hilft der Jailbreak, der auch die Installation von Apps außerhalb des Apple-Universums erlaubt. Warum das gut ist und wie das funktioniert, verrät der Artikel.

Gegen die Empfangsprobleme, die das iPhone 4 plagt, verteilt Apple inzwischen Gratis-Hüllen – nur zum Zweck der Kundenzufriedenheit, versteht sich. Die Einschränkungen der Software hingegen sind durchaus gewollt. Wer sein iPhone als Modem nutzen möchte, soll gefälligst den richtigen Tarif buchen. Widgets auf dem Lock-Screen gibt’s nur bei Android, der TV-Ausgang funktioniert nur bei bestimmten Apps, alternative Tastaturen oder Eingabehilfen sind böse, Anrufer-Bildchen gehören nicht ins Telefonbuch, sondern erscheinen nur, wenn der entsprechende Kontakt anruft. So ist das eben.

Gute Gründe für die Blockade?

Alles zum Wohle des Kunden, versteht sich. Denn das iPhone ist nicht nur deswegen flotter und besser zu bedienen als beispielsweise der Großteil aller Windows-Mobile-Smartphones, sondern auch aufgrund der starken Vorschriften an die App-Programmierer. Applikationen, die im Hintergrund unkontrolliert mitlaufen, könnten ja Ressourcen aufbrauchen, die im Vordergrund für die flüssige Darstellung von Menüs notwendig sind. Einstellungsdialoge von Programmen dürfen nicht aussehen wie Kraut und Rüben, sondern sind immer gleich.

Auf der anderen Seite bleibt aber auch alles draußen, was Apple nicht gutheißt. Dass Bilder von Nackedeis im iPhone-Universum ebenso tabu sind wie Witze über Politiker oder Spiele, in denen der Anwender mit virtuellen Drogen handelt, sorgt hingegen für Bedenken. Kaum heißt ein Game Candy Wars statt Dope Wars und handelt von Lutschern statt von Joints, die der Spieler in der Nachbarschaft verteilt, ist hingegen alles gut.

Apps wie den Emulator für Nintendos Kult-Konsole gibt es nur im inoffiziellen App Store Cydia.
Apps wie den Emulator für Nintendos Kult-Konsole gibt es nur im inoffiziellen App Store Cydia.

Politiker und Hacker für die Freiheit

Es gibt also technische und politische Gründe, die für die strikten Regeln sprechen. Oder auch dagegen, je nachdem, auf welcher Seite man eben steht. Während sich inzwischen sogar deutsche Politiker mit dem Thema auseinandersetzen und die Medien lauthals Zensur schreien, gehen die technisch versierteren iPhone-Nutzer einfach einen anderen Weg: den Jailbreak.

Den wortwörtlichen Ausbruch aus dem Apple-Knast gibt es schon seit dem ersten iPhone. Er hebt Beschränkungen wie Net- und SIM-Lock auf, erlaubt den Zugriff aufs Dateisystem, das Anpassen des Betriebssystems und die Installation von „bösen“ Programmen – also jenen, die es nicht in den offiziellen App Store geschafft haben. Zu diesem Zweck haben findige Hacker einfach einen eigenen App Store programmiert und die Schranken aufgehoben. Dass – zumindest in den USA – der Jailbreak nun sogar offiziell legal ist, dürfte dieser Vorgehensweise weitere Verbreitung zukommen lassen.

Apple hingegen ist gar nicht so begeistert von den entfesselten iPhones und geht mit technischen Tricks, die Kopierschutzmechanismen gleichen, dagegen vor. Mit jedem Betriebssystem-Update des Handys sind die Tore wieder zu, und die Hacker müssen immer wieder neue Lücken finden. So gab es bis gestern noch keinen richtig funktionierenden Trick, das aktuelle iPhone 4 zu „knacken“.

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