Angetestet: Was kann der Touchscreen-und-Tastatur-Blackberry Torch?

Gestern hat der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) das neueste Modell unter den E-Mail-Maschinen vorgestellt: den Torch. Das Smartphone verfügt sowohl über ein multitouchfähiges, berührungsempfindliches Display als auch über eine vollwertige, mechanische Tastatur, die sich per Slider-Mechanismus unter der Anzeige verbirgt. Damit will das Unternehmen sowohl das klassische Business-Klientel als auch Multimedia-Fans zufriedenstellen. Wir haben uns angesehen, ob das klappt.

Blackberrys sind E-Mail-Maschinen für Business-People. So war’s zumindest, denn die Geräte sind ja auch seit einiger Zeit äußerst attraktiv und leistungsfähig – und damit per se auch für die Profis unter den Privatkunden eine Überlegung wert. Aber genau die wollen lieber große Touchscreen-Displays im Stil von iPhone & Co. – und das verträgt sich nun mal nicht ohne Weiteres mit den für die mobilen Vieltipper so notwendigen Tastaturen. Der Storm sollte es richten – der erste Touchscreen-Blackberry, mit aufwändiger Mechanik hinter dem Display. Viele Fehler vermurksten aber seinen Markteintritt. Der Storm 2 sollte alles besser machen, aber auch mit der überarbeiteten Touchscreen-Technik wurden die Tastatur-Fans nicht glücklich.

Die Zeit der Experimente ist vorbei: Research in Motion braucht einen Erfolg. Gestern ist, früher als erwartet, in den USA der Torch vorgestellt worden – ein nagelneuer Blackberry mit Multitouch-Display und Tastatur hinter einem Slider-Mechanismus. Dort kommt das Gerät am 15. August in den Handel. In Deutschland soll er noch in diesem Jahr in den Läden stehen, über Preise und Verfügbarkeit schweigt sich der Hersteller aber bislang aus.

Messaging-Maschine

Die Blackberrys sind nicht von ungefähr so beliebt bei allen, die unterwegs nicht nur ihre Mails lesen, sondern auch schnell reagieren und antworten müssen. Neben der tollen Integration sämtlicher Messaging-Funktionen sorgt auch die überdurchschnittliche Tastatur für den guten Ruf. Um so besser ist es, dass das Tastenfeld des neuen Torch am ehesten mit dem des Erfolgsmodells Bold vergleichbar ist. Die Knöpfe sind angenehm groß, gut zu erfühlen und der Platz für die Daumen nach oben ist ausreichend: So schleifen die Fingerspitzen beim Schreiben nicht an der Kante. Bei unseren bisherigen Tests konnten die Tastaturen von RIM-Smartphones immer überzeugen. Ein entgültiges Urteil erlauben wir uns zwar erst, wenn wir das Gerät wirklich ausführlich getestet haben, aber der erste Eindruck ist gut.

Das Display ist mit einer Diagonale von 3,2 Zoll ein Stück kleiner als bei der Masse der begehrenswerten Smartphones (HTC Legend: 3,2 Zoll, iPhone: 3,5 Zoll, HTC Desire & Google Nexus One: 3,7 Zoll). Die Auflösung ist mit 360 mal 480 Pixeln auch nicht ganz auf der Höhe der Zeit – macht aber nichts, denn die Anzeige ist Blackberry-typisch gestochen scharf, farbenfroh, hell und einfach ein Augenschmaus. Die komplizierten mechanischen oder piezo-elektrischen, zweistufigen Klick-Lösungen des Blackberry Storm gibt es hier nicht. Stattdessen handelt es sich beim Torch um ein „einfaches“, kapazitives Touchscreen-Panel, wie es auch bei den eben erwähnten Alternativen zum Einsatz kommt. Es reagiert gut, flott und ist multitouchfähig.

Damit man beim Eintippen einer Adresse in den Browser nicht immer das Handy aufschieben muss, gibt es zusätzlich zum mechanischen Tastenfeld auch eine virtuelle Tastatur, die bei Bedarf auf dem Display eingeblendet wird. Zur Auswahl stehen drei Tastaturtypen, die jeweils im Hoch- und im Querformat funktionieren: QWERTZ, Kompakt-QWERTZ und der Klassiker – das alphanumerische Handykeyboard.

Insgesamt ist der Torch nicht gerade ein winziges Fliegengewicht – sondern eher ein Monster. Im zusammengeschobenen Zustand erinnert er uns etwas an den Bold, ist aber noch ein Stück dicker. Aber in Anbetracht des Komforts durch die zusätzliche Tastatur ist es durchaus überlegenswert, etwas zusätzlichen Platz in der Sakkotasche zu opfern.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Angetestet: Was kann der Touchscreen-und-Tastatur-Blackberry Torch?

  • Am 17. August 2010 um 18:17 von sky

    blackberry torch
    trotz aller Vorschusslorbeeren des Kommentators: liest man die letzten News zum Verkaufsstart, so übertreibt man nicht wenn man behauptet, dass sich das neue blackberry torch zu einem veritablen Flopp entwickelt hat. Zwischenzeitlich wurden die Preise schon halbiert. Kurz gesagt, es kommt trotz Verbesserungen bei den Verbrauchern nicht an.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *