Handy in der Uhr? Alter Hut. In der freien Wildbahn begegnet man dieser Technik zwar noch extrem selten, was natürlich für einen hohen Coolnessfaktor sorgt – aber wirklich neu und bahnbrechend ist das nicht mehr. Interessenten haben allerdings die Wahl zwischen günstig und billig auf der einen Seite und sauteuer auf der anderen. Als China-Import gehen Uhren-Handys schon für unter 100 Euro über die virtuelle Ebay-Ladentheke, die einzigen beiden offiziell hierzulande erhältlichen Modelle von LG und Samsung kosten ein Vielfaches. Wir haben die 550 Euro teure LG GD910 getestet.

Design

Winzig ist sie mal. 39 mal 60 Millimeter Grundfläche, 91 Gramm Gewicht – mit diesen Daten ist sie zwar etwas schwerer als die Durchschnittsuhr, aber immer noch leichter als die Durchschnittsrolex. Nicht ganz so graziös ist allerdings die mit 1,4 Zentimetern doch recht solide Höhe des Zeitnehmers – auf Deutsch: Die LG-Uhr wirkt etwas klobig. Dafür überzeugt das Lederarmband. Es lässt sich einstellen und liegt angenehm auf der Haut.

Auf der rechten Seite finden sich drei Knöpfe, darunter die typischen Handy-Tasten zum Annehmen und Auflegen von Anrufen. Dazu kommt noch ein Abbrechen-und-Zurück-Button. Durch die Menüs hangelt man sich primär über das Touchscreen-Display und die Tasten.

Einer der Hauptunterschiede zu den deutlich billigeren Handy-Uhren ist der Touchscreen. LG setzt auf die kapazitive Technik, die auch beispielsweise beim iPhone zum Einsatz kommt und bereits auf Berührung reagiert, während günstigere Modelle üblicherweise über einen resistiven Touchscreen verfügen, der gedrückt werden will. Außerdem eignen sich die resistiven Touchscreens nur eingeschränkt für die coolen Wisch-Bewegungen, die gerade bei so einem kleinen Display äußerst sinnvoll sind. Apropos, die Anzeige misst 1,4 Zoll in der Diagonalen und stellt 128 mal 160 Pixel dar.

Bedienung

Die Menüführung ist sehr gut durchdacht. Standardmäßig ist eine Uhr zu sehen – sinnvoll und nicht gerade ein Wunder. Der Nutzer kann sich eine von insgesamt acht analogen und digitalen Designs der Zeitanzeige aussuchen. Viele davon sehen ganz gut aus und sind hübsch animiert. So kann man das Aussehen des Ziffernblatts mit dem Finger ändern. Handy-Uhr: eins, Rolex: null.

Allerdings benötigen eine Rolex, eine billige Armbanduhr aus dem Kaugummiautomaten und alles dazwischen keinen Strom zur Darstellung der Uhrzeit. Oder nur extrem wenig im Vergleich zum selbstleuchtenden Farbdisplay der GD910. Um Strom zu sparen, dimmt die LG die Helligkeit nach einiger Zeit extrem herunter. So ist es dann schon nicht mehr so leicht, die Zeit abzulesen, vor allem, wenn die Sonne scheint. Ein Druck auf eine der Tasten lässt die Anzeige wieder erstrahlen. Aber das nervt mit der Zeit. Und der Vorteil gegenüber der Rolex ist dahin.

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