3D-Techniken im Überblick: So funktionieren active Shutter, Polarisation & Co.

3D ist in aller Munde, nachdem Avatar der Technik endlich zum Durchbruch verholfen hat. Dreidimensionale Filme gibt es inzwischen nicht mehr nur im Kino. Jeder große TV-Hersteller hat Geräte fürs Wohnzimmer im Angebot. Wir erklären, wie die Tiefendarstellung in den eigenen vier Wänden funktioniert und zeigen die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Techniken auf.

Ohne dreidimensionale Wahrnehmung wären wir aufgeschmissen. Denn was wir als selbstverständlich betrachten, würde ohne 3D-Sehen zum großen Problem. Wir könnten keine Abstände abschätzen und uns dadurch nicht richtig im Raum orientieren. Selbst die einfachsten Dinge wie das Greifen einer Gabel und das Aufpieksen eines Steaks vom Teller wäre fast ein Ding der Unmöglichkeit. Auch Geschwindigkeiten könnten wir ohne dritte Dimension nur sehr schwer erfassen. Einen Ball einfach aus der Luft fangen? Wer ein Auge schließt und das versucht, weiß sofort, wie wichtig unsere dreidimensionale Auffassung ist.

Doch zum Glück sehen wir in drei Dimensionen. Unsere Augen erfassen Bilder aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Aus der Differenz der beiden Eindrücke errechnet unser Gehirn die Entfernung. Je nach dem, ob sich der Winkel zwischen den zwei Bildern eines Objektes stärker oder schwächer unterscheidet, ist es nah oder weit entfernt. Und diese Tiefenwahrnehmung ist für uns glücklicherweise so normal, dass wir alles ohne räumliche Tiefe als unrealistisch empfinden. So merken wir auch beim Fernsehen sofort, dass es sich beim TV-Schirm nicht etwa um ein Fenster zu einer anderen Realität, sondern eben nur um ein zweidimensionales Display handelt. Deshalb haben die TV-Hersteller schon um die Jahrtausendwende mit der Entwicklung dreidimensionaler Fernseher begonnen, die vor knapp einem Jahr endlich in großen Stückzahlen Marktreife erlangt haben. Mittlerweile gibt es von jedem namhaften Konzern mindestens ein Modell. Perfekt ist allerdings noch keines von ihnen. Die unterschiedlichen Techniken zum Erzeugen des Tiefeneffekts haben alle ihre Vor- und Nachteile.

Voraussetzungen für den 3D-Genuss

Um überhaupt Filme mit dritter Dimension ansehen zu können, muss die Heimkino-Ausrüstung mehrere Voraussetzungen erfüllen. Die wohl wichtigste heißt HDMI 1.4a. Sie sorgt dafür, dass 3D-Blu-ray-Player, AV-Receiver, Fernseher und Beamer sich untereinander verstehen und das dreidimensionale Bildmaterial vom Abspiel- bis zum Ausgabegerät nicht verloren geht. Fehlt einem Gerät in der Wiedergabekette HDMI 1.4a, gibt es selbst bei passendem Blu-ray-Player und TV keinen 3D-Effekt zu sehen.

Für den echten 3D-Genuss braucht es nicht nur einen kompatiblen TV, sondern auch einen passenden Blu-ray-Player. Während in anderen europäischen Ländern bereits TV-Sendungen in 3D übertragen werden, kommen wir hierzulande nur via Blu-ray zu dreidimensionalen Bildern. 3D-Blu-ray-Spieler sind noch etwas teurer als ihre 2D-Pendants und derzeit ab 180 Euro erhältlich – mit einer Ausnahme: Der Philips BDP7500 wechselt bereits für 137 Euro den Besitzer.

3D-Blu-ray-Player für knapp 140 Euro: Der Philips BDP7500 versorgt Fernseher mit dreidimensionalen Bildsignalen.
3D-Blu-ray-Player für knapp 140 Euro: Der Philips BDP7500 versorgt Fernseher mit dreidimensionalen Bildsignalen.

Bei allen gängigen 3D-Darstellungstechniken sind derzeit noch spezielle Brillen notwendig. Es ist zwar auch möglich, dreidimensionale Bilder ohne weitere Hilfsmittel anzuzeigen, allerdings ist diese Technik noch teuer und nicht massentauglich. Daher kommt sie kaum zu Einsatz. Aber auch die 3D-Brillen sind nicht ganz billig. Man sollte sich vor dem TV-Kauf über die Zusatzkosten informieren und diese einkalkulieren. Für die üblichen Modelle sind etwa 100 Euro fällig.

Alle derzeit verfügbaren Modelle kommen nicht ohne 3D-Brillen aus. Das abgebildete Shutter-Modell von Samsung ist mit einem Preis von rund 65 Euro vergleichsweise günstig.
Alle derzeit verfügbaren Modelle kommen nicht ohne 3D-Brillen aus. Das abgebildete Shutter-Modell von Samsung ist mit einem Preis von rund 65 Euro vergleichsweise günstig.

Bei Fernsehern heißt der Standard Shutter-Brille. Damit diese Technik funktioniert, benötigen die TV-Geräte eine Bildwiederholrate von 200 Hz. Ohne die hohe Bildrate würden die räumlichen Bilder stark ruckeln. Das war beispielsweise bei den ersten 3D-Shutter-Brillen für Computer der Fall, die es kurz vor der Jahrtausendwende erstmals zu kaufen gab. Wer also einen 3D-TV mit Shutter-Technik und ohne 200-Hz-Display sieht, sollte die Finger davon lassen. Allerdings ist nicht jeder Fernseher mit der hohen Bildrate automatisch für die Darstellung dreidimensionaler Inhalte geeignet. Er benötigt zusätzlich ein Infrarot- oder Funkmodul zur Kommunikation mit den Brillen. Ohne diese wäre eine Synchronisation von Shutter-Sehhilfe und TV-Display nicht möglich.

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