Quadratischer Android mit QWERTZ-Tastatur im Test: Motorola Flipout

Mit dem Flipout hat Motorola ein verspielt wirkendes Handy auf den Markt gebracht, das uns an eine Mischung aus Microsofts Flop-Telefon Kin One, dessen Vorgänger Danger Sidekick und einen Griff in die Playmobil-Spielzeugkiste erinnert. Aber das ist vielleicht etwas zu vorschnell geurteilt – denn auf dem Flipout läuft das leistungsfähige Android-Betriebssystem, es gibt Zugang zu den inzwischen um die 100.000 Apps im Market, eine QWERTZ-Tastatur und auch sonst alles, was das mobile Technikherz begehrt.

Unter den Androiden nimmt das Motorola Flipout eine besondere Stellung ein. Es ist das erste Smartphone mit dem Google-Betriebssystem, das abgefahren aussieht. Viereckig, abgerundet, Dreh- statt Slidermechanismus, QWERTZ-Tastatur. Das fällt auf. Leider nicht nur positiv, denn bereits auf den ersten Blick stört uns das kleine, niedrig auflösende Touchscreen-Display. Wir haben das Flipout ausführlich getestet.

Klein und schlau

Die wohl beste Nachricht rund um das kleine Motorola-Smartphone nennt sich Android 2.1. Auf dem Flipout läuft die bis vor kurzem noch aktuellste Version des attraktiven Google-Betriebssystems. Mit dabei sind nicht nur alle wichtigen Features des Suchmaschinenbetreibers – also Youtube, toller Webbrowser, Maps, Mail und Kalender – sondern vor allem auch der Android Market. Dabei handelt es sich um das Pendant zu Apples App Store auf dem iPhone. Das Suchen und Herunterladen von Apps erfolgt direkt auf dem Handy, per WLAN oder UMTS. Inzwischen stehen um die 100.000 Programme zur Verfügung – und der Großteil davon ist sogar kostenlos.

Leider hatten wir schon mit diesen Basics erste Probleme auf dem Flipout: Der Market ist bereits bei den ersten Versuchen, ihn zu starten, mehrmals abgestürzt. Das mag zwar die Schuld von Google sein und nicht die von Motorola, aber mit anderen Smartphones hatten wir dieses Problem nicht.

Außerdem hat die eine oder andere App, die wir ausprobiert haben, Probleme mit dem Display des Flipout. Es ist im Querformat ausgerichtet und nicht wie bei den meisten anderen Geräten im Hochformat. Eigentlich sollte das für Android zwar kein Problem darstellen, in der Praxis kommt hier aber schon die offizielle Twitter-Anwendung ins Schleudern. Sie blendet sich konsequent im Hochformat ein, also um 90 Grad verdreht, und reagiert auch nicht auf Bewegungen des Handys. Wie gesagt: Auch das ist wohl eher nicht die Schuld von Motorola, sondern die von einzelnen Apps. Unterm Strich ist das aber nervig und kommt bei anderen Smartphones nicht vor. Auf dem Flipout wird man wohl eher nicht nur gute Erfahrungen mit Android und seinen Apps machen.

Als Oberfläche kommt ein von Motorola überarbeitetes User-Interface namens Motoblur zum Einsatz. Motoblur bringt ein paar zusätzliche Dienste mit, darunter einen Ortungsdienst: Auf einer Webseite kann man die Position seines Handys orten, und, sollte man es verloren haben, direkt per Mausklick alle Daten löschen. Außerdem sind diverse Erweiterungen rund um Social Networks und Messaging an Bord, beispielsweise Widgets, die Statusupdates von Freunden direkt auf dem Homescreen anzeigen.

Die Idee hinter Motoblur ist gut. In der Praxis hat sich aber in der letzten Zeit zu wenig am Motorola-Interface getan, wenn man es beispielsweise mit HTCs Sense-Oberfläche vergleicht. Außerdem sind die Widgets nicht sonderlich gut an das kleine und niedrig auflösende Display des Flipout angepasst. Abgerundete Ecken und andere Designschnörkel verschwenden viel zu viel Platz, der hier einfach nicht vorhanden ist. Und auch andere Elemente des Android-Betriebssystems sind für die kleine Anzeige nicht geeignet. Hier hätte Motorola mal einen Blick auf das Sony Ericsson Xperia X10 Mini oder dessen Bruder X10 Mini Pro werfen sollen: Der Hersteller hat Android nämlich hervorragend an die Belange eines ähnlich kleinen Displays angepasst. Mit einer Auflösung von 320 mal 240 Pixeln stellen X10 Mini und Flipout übrigens gleich viele Punkte dar, die Anzeige des Motorola ist mit 2,8 Zoll (X10 Mini: 2,55 Zoll) ein kleines Stück größer.

Aber natürlich gibt es nicht nur Negativpunkte. Motoblur hat eine vorbildliche Integration in Facebook, Twitter, Last.fm, MySpace und Picasa und holt auf Wunsch sämtliche Kontaktdaten aus allen unterschiedlichen Diensten, um sie im obligatorischen Google-Konto zusammenzuführen. Wie bei Android üblich werden alle Daten bei Google gespeichert. Sollte das Handy einmal defekt sein oder verloren gehen, lassen sich Kontakte, Termine & Co. einfach durch Eingabe der Zugangsdaten wiederherstellen.

Außerdem an Bord sind Widgets, die den Akkustatus und den Datentransfer überwachen. Das ist vor allem für Nutzer von mobilen Internet-Tarifen mit Traffic-Beschränkung hilfreich.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Quadratischer Android mit QWERTZ-Tastatur im Test: Motorola Flipout

  • Am 28. September 2010 um 13:43 von Anna

    Unterschied zwischen flipout und X10 mini pro
    Guten Tag,

    leider ist mir absolut schleierhaft warum das mini pro ein "sehr gut" erhält un das flipout nur ein "befriedigend"?!
    Beide haben die absolut gleiche Auflösung. die widgets auf dem flipout, kann je nach eigenem Gusto, vergrößert oder verkleinert werden (fehlt beim mini pro!).
    Könnt Ihr mir vielleicht noch die pro´s und con´s der beiden Handys genau beschreiben? Leider wird es aus den Reviews nicht eindeutig klar.
    Kurz zum Slider des mini pros: Dieser lässt sich nur mit einigem Druck öffnen, wobei es beim Flipout ganz einfach zu öffnen ist.

    Gruß
    Anna

  • Am 1. Oktober 2010 um 11:11 von Anna

    Unterschied zwischen flipout un x10 mini pro??
    Hallo zusammen,

    leider ist mir absolut schleierhaft, warum das flipout so schlecht bewertet wurde und das x10 mini pro im verhältnis dazu so gut.
    Ich habe mir beide Testberichte angeschaut auch alle Pros und Cons aber ich kann mir dir unterschiedlichen Bewertungen nicht erklären. Könnt Ihr das vielleicht noch näher erläutern?!
    Kurz zu den Widgets die angeblich nicht der Auflösung entsprechend angepasst wurde: Die Widgets können (!) angepasst werden, durch Ziehen an den jeweiligen Kanten.

    Meiner Meinung nach ist die Bewertung des Flipouts so nicht gerechtfertigt.

  • Am 1. September 2011 um 11:49 von Schusdziarra Beate

    Handy Motorola FlipFlop
    Habe mit dem Flip Flop grosse Probleme.Das Handy wählt sich selbstänig in das Internet ein.Meine Vertrag ist nicht mit Flatrate Internet ausgestattet.Bin jetzt bei einem Betrag von 500 Euro angelangt weil ich das nicht gemerkt habe. Wie kann das passieren?

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