Endlich wieder ein gutes Smartphone von Nokia? Blick auf das N8

Endlich steht das Nokia N8 in den Startlöchern. Ein Smartphone, dessen Datenblatt allein Power-Usern schon das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt – Xenon-Blitz, HD-Videoaufnahme, 12-Megapixel-Kamera, HDMI-Ausgang, OLED-Display, kapazitives Multitouch-Display und so weiter. Bleibt nur die Frage, ob die Finnen auch ihr Software-Problem in den Griff bekommen haben und die Bedienung hier genauso flüssig und angenehm funktioniert wie bei iPhone, Android & Co. Wir hatten einen Prototypen in der Hand.

Wer vor zehn Jahren, vor sieben, fünf oder drei Jahren ein richtig gutes Handy kaufen wollte, konnte bedenkenlos zu einem Nokia-Top-Modell greifen. Über einen langen Zeitraum hinweg stellten die Finnen die absolute Handy-Oberklasse her. Mit der Einführung des ersten iPhone begann dieser Ruf zu bröckeln. Erst kam bei Nokia viel zu lange nichts mit berührungsempfindlichem Display, und dann gab es starke Kompromisse. Während Apple bereits die vierte Generation seines eigenen Smartphones in die Läden gebracht hat, Google mit Android Marktanteile gewann und Microsoft fleißig an seinem Windows Phone 7 doktorte, fummelten die Finnen bei ihren Top-Modellen mit nicht zeitgemäßen, resistiven Touchscreens und einer niemals für berührungsempfindliche Displays gedachten Oberfläche herum. Das Ergebnis: Wer heute ein anständiges Smarpthone haben möchte, greift zum iPhone oder zu Android – und macht einen Bogen um Nokia.

Noch. Denn auch Nokia hat die Zeichen der Zeit erkannt und Hardware, Betriebssystem und Oberfläche von Grund auf renoviert. Das neue Flaggschiff N8 wird in den nächsten Wochen auf den Markt kommen. Wir hatten die Möglichkeit, uns einen Prototypen näher anzusehen.

Design

Das N8 ist vielleicht nicht ganz so schnörkellos wie das iPhone, aber es ist auch definitiv nicht überfrachtet. Das dominierende Element ist natürlich der 3,5 Zoll große AMOLED-Touchscreen, der wie gehabt mit tollen Farben, erstklassigen Kontrasten und einer angenehmen Schärfe überzeugt. Er löst 640 mal 360 Pixel auf – nicht so viel wie die Android-Flaggschiffe Samsung Galaxy S oder HTC Desire (800 mal 480) oder das neue iPhone (960 mal 640). Es würde also noch mehr gehen – aber das, was das N8 in diesem Punkt zu bieten hat, ist schon mal überdurchschnittlich.

Unterhalb der Anzeige gibt es nur eine einzelne Taste. Sie bringt den Nutzer zum Homescreen beziehungsweise ins Menü und ist im Gegensatz zum iPhone-Button beleuchtet. Die weiteren Eingabeelemente ziehen sich rund um den Rahmen: lauter, leiser, Bildschirm sperren und der zweistufige Kamera-Auslöser befinden sich auf der rechten Seite. Oben finden wir, wie wir es bei Nokia nicht anders erwarten, den Einschalter. Ebenfalls oben hat der Hersteller eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss von Standard-Kopfhörern sowie – verborgen unter einer Klappe – einen Mini-HDMI-Anschluss untergebracht. Rechts befinden sich die Micro-USB-Buchse zum Laden des Akkus und zwei weitere Kunststoffklappen, die die Slots für microSD-Speicherkarte und SIM-Karte schützen. Wie bitte, SIM-Karte? Tatsächlich sitzt der Chip hier ausnahmsweise einmal nicht hinterm Akku – denn das Gehäuse ist dicht. Keine Klappe, kein Akkudeckel – und damit auch kein Akkutausch. Um den Stromspeicher bei Defekt zu ersetzen, sollte man den Service aufsuchen. Deutlich sichtbare Schraubenköpfe dürften zwar den einen oder anderen Bastler nicht davon abhalten, die Batterie selbst zu tauschen, aber offiziell übernehmen das die Nokia-Servicepartner. Die Kosten dafür sind Sache des Händlers und nicht einheitlich. Schade – Investitionssicherheit sieht anders aus. Aber das ist der Preis für das tolle Monoblock-Aluminiumgehäuse.

Apropos, die eigentliche Schale sieht gut aus und fühlt sich extrem hochwertig an. Kunststoff kommt nur an einigen Stellen zum Einsatz – etwa bei den Klappen, die die beiden Slots bedecken, sowie am oberen und unteren, sich verjüngenden Endstück des Geräts. Das Alu ist in fünf Farben zu haben – Schwarz, Silber, Blau, Grün und Orange. Letztere gibt es exklusiv bei der Bestellung im Nokia-eigenen Online-Shop.

Eine weitere Besonderheit gibt es noch an der Unterseite. Obwohl sich das N8 bereitwillig über Micro-USB laden lässt, steht unten eine zusätzliche Ladebuchse zur Verfügung, die auf den Standard-2-Millimeter-Nokia-Ladeadapter setzt.

Neueste Kommentare 

9 Kommentare zu Endlich wieder ein gutes Smartphone von Nokia? Blick auf das N8

  • Am 31. August 2010 um 14:26 von ferdi

    Irgendetwas stimmt hier nicht:
    Ihr schreibt hier von einem 3,2 Zoll Bildschirm, auf der Nokia Homepage steht dass es einen 3,5 Zoll Bildschirm hat?!?

    • Am 31. August 2010 um 20:23 von Daniel Schraeder

      AW: Irgendetwas stimmt hier nicht:
      Hi Ferdi,

      völlig richtig. Danke für den Hinweis, ich habe den Artikel entsprechend korrigiert.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

      • Am 1. September 2010 um 10:50 von ferdi

        AW: AW: Irgendetwas stimmt hier nicht:
        bitte, gerne :-)

  • Am 31. August 2010 um 18:12 von Daniel

    Akku
    Der Akku ist austauschbaur allerdings braucht man dazu einen kleinen Schraubenzieher. Soweit ich weiss befindet sich da auch die SIM-Karte (etwas kompliziert vor allem für jemanden der diese oft wechselt)

    • Am 31. August 2010 um 21:31 von Paw

      AW: Akku
      Das ist nicht korrekt. Die SIM-Karte wird über einen Slot an der Seite des Telefons eingeschoben.

    • Am 31. August 2010 um 22:47 von killer

      AW: Akku
      nein die sim karte kann man an der seite einschieben

    • Am 3. September 2010 um 15:55 von Phil

      AW: Akku
      Nein, die SIM-Karte befindet sich unter einem Deckel auf der Längsseite des N8, direkt neben der MicroSD.

    • Am 4. September 2010 um 18:04 von Alessandro

      AW: Akku
      Um an den Akku zu kommen braucht man einen Torx-Schraubenzieher.
      An die Sim-Karte, sowie an die SD-micro-karte kommt man ohne Werkzeug, und ohne das Gerät öffnen zu müssen. Die Schlitze mit Klappe sind an der Seite.

  • Am 1. September 2010 um 12:57 von Frank

    SIM-Karte
    Die SIM-Karte hat einen Extra-Einschub an der Seite, der sich ohne Werkzeug öffnen lässt. Nur beim Akkutausch benötigt man einen kleinen Schraubendreher. Ich finde die Lösung aber optimal, wie oft muss denn den Akku wechseln und es gibt wenigstens keinen wackeligen Deckel.

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