Nikon Coolpix P7000: Highend-Kompaktkamera für Anspruchsvolle

Nikon Coolpix P7000Canon hat sie mit der G11 und der S95 im Programm, Samsung mit der EX1 und Panasonic mit der LX5 – eine Kompaktkamera für Fotografen, die mehr Wert auf Bildqualität denn auf Schnickschnack legen. Und ihre DSLR trotzdem nicht ständig mit sich herumschleppen möchten. Es ist eigentlich erstaunlich, dass der Profi-Versorger Nikon erst jetzt mit einem entsprechenden Modell auf den Markt drängt. Klar, da gibt es die inzwischen zwei Jahre alte P6000, aber so wirklich überzeugen konnte die nie. Da stellen wir doch erfreut fest, dass die Nachfolgerin P7000 mehr als nur ein kleines Update, sondern eher einen vollständigen Neuanfang darstellt.

Zum Einsatz kommt ein Bildsensor, der in der Diagonale 1/1,7 Zoll misst. Er ist gut 50 Prozent größer als der lichtempfindliche Chip in den Standard-Kompaktknipsen, aber immer noch gut achtmal kleiner als der Sensor einer Einsteiger-DSLR von Nikon. Als Faustregel gilt: Je mehr Platz auf dem Lichtfänger, desto besser ist die Qualität. Und die P7000 dürfte dann ein gutes Stück besser sein als die übliche Schnappschussdigicam, aber nicht einmal in die Nähe von Spiegelreflexkameras kommen. Erfreulicherweise hat Nikon die Auflösung im Vergleich zur Vorgängerin von 13,5 auf 10 Megapixel gesenkt. Damit teilen sich weniger Pixel die Fläche auf dem Chip, und die Qualität pro Bildpunkt steigt.

Das Objektiv ist für eine Kompakte mit 1/1,7-Zoll-Sensor vergleichweise vergrößerungsstark: Einen 7,1-fachen optischen Zoom sucht man in dieser Klasse lange. Digicams mit kleinerem Bildsensor kommen zwar bereits auf 15-fache Vergrößerungen, aber da ist der lichtempfindliche Chip eben kleiner, und das Objektiv damit kompakter und einfacher zu konstruieren. Jetzt kommt aber der große Knackpunkt: Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Optik mit einer größten Blende von F2,8 nicht besonders lichtstark. Der unmittelbarste Konkurrent Canon PowerShot G11 steht zwar auch nicht besser dar, doch Samsungs EX1 und Panasonics Lumix DMC-LX5 ziehen mit F1,8 respektive F2,0 davon. Zwischen F2,0 und F2,8 liegt genau eine Blende – das bedeutet eine Halbierung der Verschlusszeit oder der ISO-Empfindlichkeit. Und das bedeutet wiederum mehr Flexibilität bei schlechten Lichtverhältnissen.

Reliktcharakter, aber praktisch: Wie die analogen Sucherkameras bietet die Nikon P7000 einen optischen Sucher.
Reliktcharakter, aber praktisch: Wie die analogen Sucherkameras bietet die Nikon P7000 einen optischen Sucher.

Im Gegensatz zur P6000 bringt die P7000 keinen integrierten GPS-Empfänger mit. Dafür gibt es jetzt allerdings einen HD-Videomodus, der 1280 mal 720 Pixel bei 24 Bildern pro Sekunde einfängt und im H.264-Format mit Stereo-Ton auf die Karte bannt. Wie ihre fast gleich große Konkurrentin PowerShot G11 bietet die Nikon-Digicam jede Menge mechanische Bedienelemente für diverse manuelle Einstellungen, darunter etwa für Belichtungsausgleich, Belichtungsreihen und Weißabgleich. Sollte das 3-Zoll-Display bei schwierigen Lichtverhältnissen nicht abzulesen sein, hilft der optische Sucher weiter. Weitere technische Daten und wie die Nikon P7000 im Vergleich zur aktuellen Konkurrenz dasteht, zeigt die folgende Tabelle.

Hersteller Canon Nikon Nikon Panasonic Samsung
Modell PowerShot G11 Coolpix P6000 Coolpix P7000 Lumix DMC-LX5 EX1
Preis (UVP) 589 Euro 499 Euro 549 Euro 529 Euro 499 Euro
Sensorgröße 1/1,7-Zoll-CCD 1/1,7-Zoll-CCD 1/1,7-Zoll-CCD 1/1,63-Zoll-CCD 1/1,7-Zoll-CCD
Auflösung 10 Megapixel 13,5 Megapixel 10 Megapixel 10 Megapixel 10 Megapixel
Optischer Zoom 5-fach 4-fach 7,1-fach 3,8-fach 3-fach
Brennweitenbereich 28 – 140 mm 28 – 112 mm 28 – 200 mm 24 – 90 mm 24 – 72 mm
Lichtstärke F2,8 – F4,5 F2,7 – F5,9 F2,8 – F5,6 F2,0 – F3,3 F1,8 – F2,4
Bildstabilisator optisch optisch optisch optisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 80 – 3200 ISO 100 – 6400 ISO 100 – 6400 ISO 80 – 12.800 ISO 80 – 3200
Max. Videoauflösung 640 x 480 Pixel @ 30 fps 640 x 480 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 24 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 640 x 480 Pixel @ 30 fps
Display 2,8-Zoll-LCD, dreh- und schwenkbar 2,7-Zoll-LCD, fest 3-Zoll-LCD, fest 3-Zoll-LCD, fest 3-Zoll-AMOLED, dreh- und schwenkbar
Sucher optisch optisch optisch optional optional
Zubehörschuh ja ja ja ja ja
Abmessungen 11,2 x 7,6 x 4,8 cm 10,7 x 6,6 x 4,2 cm 11,4 x 7,7 x 4,5 cm 11,0 x 6,6 x 4,3 cm 11,4 x 6,3 x 2,9 cm
Gewicht 355 g 292 g 310 g 231 g 300 g

Die Coolpix P7000 soll ab Ende September in den Regalen stehen. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 549 Euro. Wir sind gespannt, ob Nikon mit der anspruchsvollen Kompaktkamera den Anschluss zu Canon, Panasonic & Co. wiederfindet. (Bilder: Nikon)

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Nikon Coolpix P7000: Highend-Kompaktkamera für Anspruchsvolle

  • Am 8. September 2010 um 16:19 von Vielflieger

    Kein GPS eingebaut!
    Auf Nikons Produktseite zu dieser Kamera ist ein GPS nicht angegeben. Das Vorgängermodell P6000 dagegen hatte noch eins…

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