Der iPod Nano kann einem eigentlich etwas leid tun: Er stand schon immer zwischen den Stühlen. Er ist nicht der „große“ iPod, aber auch nicht der kleinste und nicht der bestausgestattetste, aber auch nicht der günstigste. Dennoch handelte es sich von Anfang an beim kleinsten Apple-Player mit Display (!) um ein begehrenswertes Stück Technik.

Bei der diesjährigen Renovierung hat Apple Schluss gemacht mit dem Hickhack. Hier wurde nicht nur neu gestrichen und saniert, sondern gleich gesprengt und neu gebaut. Mit diversen Vor- und Nachteilen. Sicherlich ist der kleine Begleiter nun mit seinem Multitouch-Display noch cooler als jemals zuvor, vielleicht auch noch begehrenswerter, aber auch nicht mehr ganz so gut ausgestattet. Insgesamt steht der Nano in sieben verschiedenen Farben und zwei Ausführungen mit 8 GByte und 16 GByte Speicher zur Verfügung – für 159 respektive 189 Euro. Wer bei Apple direkt bestellt, bekommt auf Wunsch eine kostenlose Gravur.

Design

Wir sind nicht davon ausgegangen, dass Apple den Nano noch kleiner bauen kann. Und so falsch wie bei dieser Vermutung liegen wir selten: Er ist fast nur noch halb so groß wie sein Vorgänger, misst jetzt 3,8 mal 4,1 Zentimeter und ist niedliche 8,8 Millimeter dick – inklusive Halteclip, versteht sich. Wie beim noch kleineren Bruder iPod Shuffle muss man jetzt wohl auch hier aufpassen, dass man das Gerät nicht versehentlich mitwäscht.
Zwei runde, mechanische Tasten auf der Oberseite des Nano kümmern sich um die Lautstärkeregelung. Das klappt exakt und intuitiv. Daneben befindet sich ein etwas größerer, ovaler Knopf, der den Touchscreen sperrt und das Gerät aus dem Schlafmodus holt. Touchscreen? Genau – das ClickWheel gibt es erstmals nicht mehr. Stattdessen ist das Display nun berührungsempfindlich. Mit einer Diagonalen von gerade einmal 1,54 Zoll gehört die Multitouch-Anzeige des iPod Nano der sechsten Generation zu den kleinsten Touchscreens, die uns je untergekommen sind.

Weitere Eingabgemöglichkeiten gibt es nicht. Auf der Unterseite entdecken wir den typischen, 30-poligen Dock-Connector sowie eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschließen von Standardkopfhörern und Headsets mit Fernsteuerung. So arbeitet der neue Winz-iPod im Gegensatz zum iPod Shuffle auch mit den typischen Docks zusammen.

Das LC-Display wird von einer Echtglasscheibe geschützt und ist hell und farbenfroh. Die Auflösung von 240 mal 240 Pixeln klingt nicht sonderlich hoch, sorgt aber in Anbetracht der kleinen Diagonale für eine erstaunliche Schärfe (220 dpi). Wie wir es von Apple-Produkten nicht anders gewöhnt sind, reagiert der Touchscreen hervorragend. Bewegungen und Animationen laufen so flüssig ab, dass man glauben könnte, man wischt durch die Menüs eines iPhone 4. Die Icons und Menüpunkte erinnern optisch ebenfalls an das Smartphone-Betriebssystem iOS, und beim Druck auf ein Symbol muss man keinerlei Verzögerung hinnehmen. So muss das sein.

Im Praxistest haben wir diversen Kollegen, Freunden und Bekannten das Testgerät in die Hand gedrückt. Auf Anhieb hatte kaum einer Probleme, die Musik zu finden und den Nano zum Spielen zu bewegen – aber bei der Aufforderung, zum Homescreen zurückzukehren, gab es große Augen. Denn den Home-Button kennen wir inzwischen im Schlaf – aber der kleine iPod hat keinen, obwohl die sonstige Bedienung und Menüstruktur extrem ähnlich zu iPhone, iPod Touch & Co. ist.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Schon im Test: neuer iPod Nano mit Touchscreen-Display

  • Am 9. September 2010 um 22:50 von viz94

    Wo her?
    Woher bekommt CNET.de die iPods zum Testen?
    Aus den Apple Stores etwa?

  • Am 10. September 2010 um 14:03 von Stephan

    On-the-Go Wiedergabelisten, "Hold"-Schalter
    Hallo liebe CNET-Redaktion,

    ein sehr guter und aufschlussreicher Test über den neuen iPod nano, vielen Dank dafür!
    Zwei Frage habe ich allerdings noch an Sie:
    1) kann man beim neuen nano "On-the-Go" Wiedergabelisten erstellen?
    2) Lässt sich der nano nur durch die "Standby" Taste wieder aufwecken oder auch durch eine Berührung auf dem Touchscreen oder das Drücken der Lautstärketasten?
    Ein richtiger "Hold"-Schalter fehlt dem nano ja leider…

    Vielen Dank für Ihre Antworten
    Stephan

  • Am 4. Oktober 2010 um 11:48 von Thomas

    Test
    Guter Test, schön geschrieben, danke dafür.
    Für mich ist es der perfekte Musikplayer: Display ja, aber kein überflüssiger Mist wie Kamera, Kalender & Co. mehr. Für die Konzentration auf das Wesentliche – für ungetrübten Musikgenuss.

  • Am 17. November 2010 um 11:55 von alex

    internet?
    kann mir vielleicht irgend wer sagen,ob der iPod nano touch auch internet hat?
    wer echt nett wenn mir jemand antworten würde :)

  • Am 24. März 2011 um 16:53 von Gunter

    Ausschaltfunktion iPod nano 6g
    Hallo,
    ich wollte für diejenigen die die Akkulaufzeit ganz genießen
    wollen hier einen kleinen Tipp veröffentlichen.
    Wenn ihr euer iPod ganz ausschalten wollt müsst ihr nur diese 5 Schritte durchführen:
    1. Haltet die +- Tasten und den Hold-button gleichzeitig gedrückt
    2. Ihr solltet nach dem reboot in einen Diagnosemodus gelangen (grüne Schrift)
    3. Mit den +- Tasten könnt ihr auf und ab navigieren und mit dem Hold-button Dinge auswählen.
    Wählt die erste Option ’standby‘
    4. Nun sollte sich euer iPod komplett ausschalten.
    5. Durch das Gedrückthalten des Hold-button erscheint das Apple-logo und euer iPod ist wieder einsatzbereit.

  • Am 4. August 2011 um 10:59 von kalle5710

    nano 8g
    toller Test sehr hilfreich. werde ihn sofort kaufen denn ich brauche ein gerät für meine Frau das Musik spielt und alles andere wird nicht gebrauchtDanke weiter so.

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