Das Toshiba Libretto lässt sich nicht so klar zwischen Tablet, Mediaplayer und Netbook einordnen. Es hat das Format eines kleinen Netbooks, verfügt aber über ein berührungsempfindliches Display. Beziehungsweise sogar zwei: Anstelle einer mechanischen Tastatur haben die Entwickler einfach einen zweiten Touchscreen verbaut.

Design

Auf den ersten Blick sieht das Libretto ein wenig wie ein überdimensioniertes Nintendo DS aus. Es gibt zwei Displays, die beide 7 Zoll groß sind und 1024 mal 600 Pixel auflösen. Die zweite Anzeige sitzt genau dort, wo wir bei einem typischen Netbook in diesem Format die Tastatur erwarten würden. Eine mechanische Taste an der Seite des Geräts blendet ein virtuelles Tastenfeld auf dem unteren Monitor ein, das stark an das des iPad erinnert. Ein zweiter Druck auf den Knopf zeigt ein virtuelles Touchpad zur Mausbedienung. Etwas merkwürdig zwar, aber es funktioniert bestens.

Vorausgesetzt, man hat verstanden, wie man damit umgeht. Denn das ist die erste Hürde. Der untere Monitor müsste einfach noch ein Stück größer sein – dann könnte er Touchpad und Tastatur gleichzeitig darstellen. Ist er aber eben nicht – und darüberhinaus mangelt es wohl an der Multitouch-Genauigkeit. In unseren Tests war das System zumindest nicht in der Lage, gleichzeitig unser Getippe auf den virtuellen Tasten und die Bewegung des Mauscursor umzusetzen. Nach kurzer Zeit flutscht die Hand aber schon automatisch zum Umschalter zwischen den beiden Eingabemethoden.

Im Gegensatz zum iPad kann man hier nicht mit einem simplen Fingerwisch an einer beliebigen Stelle im Browser oder in Word & Co. durch Webseiten und Dokumente scrollen. Windows 7 soll zwar Touchscreen-tauglich sein – Spaß macht die Bedienung aber immer noch nicht. Bei einigen Fenstern sind die Wischbewegungen zwar möglich, bei den meisten aber nicht – und dann muss man mit der Fingerspitze auf die kleinen Scrollbalken zielen. Das nervt. Immerhin arbeitet das untere Touchscreen-Display ja auch auf Wunsch als Touchpad. Die Mausbedienung unter Windows funktioniert wie gewohnt einwandfrei.

Bedienung

Rechts vom unteren Display befindet sich eine Taste, die zwischen dem Windows-Standard-Desktop und diversen Toshiba-Eigenentwicklungen durchwechselt. Darunter befindet sich beispielsweise eine Möglichkeit, Fotos und Notizen mehr oder weniger frei per Multitouch auf dem Display zu platzieren. Das sieht toll aus, wirklich praktisch ist es aber nicht – zumal sich die Bedienung grundlegend von Windows unterscheidet.

Deutlich sinnvoller ist da schon das Easy Menu, das beim Antippen einer Fenster-Leiste aufpoppt. Ein Quadrat legt sich in den Vordergrund und zeigt fingerfreundlich große Tasten, die beispielsweise das aktive Fenster maximieren oder minimieren, es auf den anderen Bildschirm schieben oder es auf beide Displays vergrößern. Das ist auf jeden Fall schon mal besser als die winzigen Standard-Buttons, über kurz oder lang muss hier aber eine intuitive Gesten-Lösung her.

Ein selbstverständliches Ausstattungsmerkmal eines jeden Tablets ist der Beschleunigungssensor, der den Display-Inhalt automatisch mitdreht. So wird der Libretto schnell zu einem E-Book-Reader, der sich sogar so aufschlagen lässt wie ein ganz normales Buch. Schnell? Nicht ganz – denn das Drehen des Display-Inhalts dauert Windows-typisch einfach viel zu lang. Das haben wir auch gerade erst auf der IFA beim Viewsonic-Tablet gesehen, das alternativ zu Android ebenfalls Windows 7 laufen lässt.

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