Augmented Reality für Handys: Head-up-Display in der Hosentasche

Science-Fiction-Filme haben eines gemeinsam: Sie zeigen, welche coolen Werkzeuge uns vielleicht in der Zukunft einmal zur Verfügung stehen. Augmented Reality ist eines davon. Ein Blick auf eine Kirche, und wir wissen, wer sie wann gebaut hat. Ein Blick in die Berge zeigt uns, welchen Gipfel wir gerade ansehen, und wie hat eigentlich die Straßenkreuzung hier vor 100 Jahren ausgesehen? Das ist keine Zukunftsmusik – sonern Realität für Smartphone-Besitzer.

„Welches Gebäude ist denn das?“, fragen Städtetouristen jeden Tag in aller Welt. Doch statt mühsam im Reiseführer zu blättern, lassen sich immer mehr Urlauber elektronisch unterstützten: Smartphone raus, die passende App wählen und die integrierte Kamera in Richtung des unbekannten Objektes halten. Schon erscheint auf dem Display nicht nur, was der Betrachter mit eigenen Augen sieht. Überlagert wird dieses Bild mit zusätzlichen Informationen: „Nationalmuseum, erbaut 1912, geöffnet bis 18 Uhr“. Alles natürlich verlinkt mit Wikipedia, wo es weiteren Informationen gibt.

Was sich anhört wie Science Fiction, ist geradezu typisch für Augmented Reality, kurz AR. Übersetzen lässt sich der Ausdruck mit „computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung“, also dem Verbinden von realen mit computergenerierten Inhalten. Fußball-Fans kennen eine simple Form der Augmented Reality seit langem: Bei Freistößen in Tornähe blenden die Sender in die Livebilder beispielsweise einen Entfernungspfeil zum Tor oder einen Kreis ein, der den regelkonformen Mindestabstand zwischen Mauer und Ball markiert.

Fortschritte bei der Programmierung und die gestiegene Prozessorleistung von Smartphones ermöglichen nun auch Augmented-Reality-Anwendungen auf Handys. Die meisten der Programem sind noch im Betastadium, es mangelt an Daten, es kommt zu Fehlern. Aber wer schon mal eine seichte Briese Zukunft schnuppern möchte, kann das mit den richtigen Apps für iPhone oder Android bereits jetzt machen: Einrichtungsplaner zeigen, wie die eigene Wohnung mit der neuen Tapete zeigen würden, Stadtführer blenden in das Live-Bild eines Straßenzuges ein, wie es hier kurz nach dem Krieg ausgesehen hat und Infoprogramme zeigen, welche bekannten Orte sich wo befinden. Wir haben einen Blick die Gegenwart der Augmented Reality geworfen.



Die meisten AR-Apps existieren für das iPhone sowie für Geräte mit dem Betriebssystem Android. Eines der preiswertesten Smartphones, das alle Voraussetzungen für den Einsatz von Augmented Reality mitbringt, ist derzeit das Vodafone 845 mit Android 2.1. Es kostet ohne Vertrag oder Einschränkungen wie SIM- oder Net-Lock beispielsweise bei Vodafone knapp 100 Euro. Es muss also nicht unbedingt das teure iPhone sein, um einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Bei häufiger Nutzung dieser Apps benötigt man einen geeigneten Datentarif fürs Handy. Hier bietet sich entweder eine Flatrate (ab 15 bis 20 Euro pro Monat, meist auf 5 GByte gedrosselt) oder ein Volumentarif (ab 10 Euro für 500 bis 1000 MByte) an. Im Urlaub sollte man darauf achten, dass durch Roaming nicht unerwünscht hohe Kosten entstehen.

Außerdem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass viele dieser Apps zumindest die Position, oft aber auch andere Daten über den Anwender und die Nutzung an den Hersteller übermitteln. Ob davon wirklich immer alle unbedingt zur korrekten Funktion notwendig sind, ist umstritten. Wer Bedenken hat, sollte sich vor Installation des Programms informieren, welche Daten genau übermittelt werden – etwa indem er die Kommentare anderer Nutzer bei iTunes aufmerksam durchliest.

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