DSLR-Fotokurs: Grundlagen von Spiegelreflexkameras und Objektiven

Neben der besseren Bildqualität stellen die Einstellungsmöglichkeiten ein zentrales Argument dar, von einer Kompaktkamera auf eine digitale Spiegelreflexkamera zu wechseln. Doch insbesondere bei Umsteigern von einfachen Digicams sorgen die Dutzenden von Parametern eher für Verwirrung als für bessere Fotos. Und wer seine DSLR dann doch nur im Automatikmodus benutzt, vergeudet viel Potenzial. Wir erklären in den nächsten Wochen die wichtigsten Aspekte von Spiegelreflexkameras.

Vor ein paar Monaten hatten wir bereits einen dreiteiligen Fotokurs veröffentlicht, der sich mit ein paar Grundlagen der Fotografie auseinandersetzt. Im ersten Teil ging es um den grundsätzlichen Aufbau von Kompaktkameras und um Bildkomposition. Der zweite Teil drehte sich sich um die verschiedenen Automatikmodi sowie den Einfluss der Belichtungszeit auf die Bildwirkung. Der dritte Teil behandelte schließlich ISO-Empfindlichkeit und Blende.

Auch bei unserem DSLR-Fotokurs wollen wir uns zuerst mit dem grundsätzlichen Aufbau unseres Fotowerkzeugs beschäftigen. In der Regel bringen Spiegelreflexkameras deutlich mehr Tasten als kompakte Modelle mit. Manche Schnappschussknipsen überfordern mit nur fünf bis sechs Tasten auch Einsteiger nicht, die rund 4500 Euro teure Nikon D3s ist von ganzen 33 Tasten übersäht. Verschiedene Hersteller setzen auf eine verschiedene Anordnung der Knöpfe und Rädchen. Aber im Großen und Ganzen gibt es bei praktisch jeder Kamera mit Wechselobjektiven dieselben Bedienelemente.

Vorderseite

So sieht eine typische Einsteiger-DSLR ohne Objektiv von vorne aus.
So sieht eine typische Einsteiger-DSLR ohne Objektiv von vorne aus.

Vorne an der Kamera befindet sich das sogenannte Objektivbajonett. Dabei handelt es sich um die Haltevorrichtung, die das Objektiv mit der Kamera verbindet. Auf dem Markt gibt es hier zahlreiche verschiedene Ausführungen, und praktisch jeder Hersteller setzt auf ein proprietäres System – eine Nikon-Linse lässt sich beispielsweise nicht auf eine Canon-DSLR aufstecken. Beim Montieren der Optik ist Vorsicht geboten. Wer den Verschluss nicht glatt aufsetzt und das Objektiv dreht, beschädigt dabei möglicherweise Kamera oder Linse. Hinweise zu den jeweiligen Modellen gibt es im Handbuch des Herstellers.

Die Objektivverriegelung verhindert, dass sich die Optik versehentlich von der Kamera löst. Erst nach dem Drücken einer Taste neben dem Bajonett lässt sich die Linse einfach von der Kamera schrauben.

Ebenfalls meist auf der Vorderseite der Kamera sitzt die sogenannte Abblendtaste. Sie schließt die Blende auf der derzeit eingestellten Wert und liefert so im Sucher der DSLR eine akkurate Vorschau dazu, wie sich die Konfiguration auf das Foto auswirkt. Um den Sucher möglichst hell erscheinen zu lassen, schließen die Fotoapparate die Blende erst in dem Moment, in dem der Anwender auf den Auslöser drückt.

Bei dieser Canon-DSLR dient die vorderseitige Lampe leider nur dazu, den Fortschritt des Selbstauslösers anzuzeigen. Bei vielen Modellen anderer Hersteller unterstützt das sogenannte Autofokus-Hilfslicht den kamerainternen Fokus-Mechanismus in dunklen Umgebungen. Wer auf der Hochzeit nicht ständig das Brautpaar blenden möchte, kann die Lampe in den Menüs der Kamera deaktivieren.

Rückseite

Die hier markierten Elemente finden sich bei praktisch allen digitalen Spiegelreflexkameras auf der Rückseite.
Die hier markierten Elemente finden sich bei praktisch allen digitalen Spiegelreflexkameras auf der Rückseite.

Das Display auf der Rückseite der Kamera übernimmt mehrere Funktionen. In erster Linie zeigt es die aktuell gewählten Aufnahmeparameter wie Blende und Belichtungszeit sowie bereits aufgenommene Fotos und Videos an. Aber nachdem praktisch alle aktuellen DSLRs über einen Live-View-Modus verfügen, nutzen viele Fotografen den Bildschirm der Kamera auch anstelle des Suchers zum Festlegen des Bildausschnitts.

Digitale Spiegelreflexkameras verfügen über einen optischen Sucher, sprich, der Fotograf blickt – wie der Name Spiegelreflexkamera schon verrät – über eine Spiegelkonstruktion durch das Objektiv auf das Motiv. Im Moment des Auslösens klappt der Spiegel nach oben und leitet das Licht nicht mehr in den Sucher, sondern lässt es zum Bildsensor durch. Die Klasse der sogenannten EVIL-Kameras (Electronic Viewfinder, Interchangeable Lens) verzichtet auf die Spiegelkonstruktion. Und hinter dem Guckloch der Digicam sitzt dann kein Spiegel, sondern ein winziges Display, das anzeigt, was der Sensor der Kamera gerade sieht.

Mit dem Wiedergabe-Knopf kann der Fotograf die bereits eingefangenen Clips und Bilder ansehen. Die Menü-Taste dient dazu, auf die tiefgreifenderen Einstellungen zuzugreifen. Das Vier-Wege-Pad auf der Rückseite praktisch jeder DSLR- und EVIL-Kamera hält zum Navigieren durch die diversen Menüs und Dialoge her und fungiert meist auch als Shortcut zu diversen Aufnahmeeinstellungen – in diesem Fall ISO-Empfindlichkeit, Belichtungsmessung, Fokusmodus und Weißabgleich.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu DSLR-Fotokurs: Grundlagen von Spiegelreflexkameras und Objektiven

  • Am 20. Januar 2011 um 03:11 von Alex L.

    Misslungenes Foto kostet nichts?
    Das stimmt leider nicht ganz,
    wenn man beachtet,
    dass die Sensoren eine begrenzte Lebensdauer haben.

    Nehmen wir an, die Kamera ohne Objektiv und Zubehör
    kostet 1.000 Euro und ihr Sensor hat die Lebensdauer von 10.000 Bildern: so gibt man für jedes Foto c.a. 10 Cent aus, nehmen wir an, dass jedes 10. Foto (bei Erfahrenen, jedes 6.) mehr oder weniger gelingt, so kommt man c.a. auf 1 Euro pro solches (60 Cent bei "alten Hasen"). Je mehr Ausschuss, desto teurer logischerweise das Bild, das man behalten möchte.

    Natürlich sind die Chips bei Profi-DSLRs anders und halten mehr als 10.000 Bildern aus, dafür muss man aber auch mehr in die Kamera investieren können und wollen.

    Eine Fortsetzung wäre super!
    Wie sollen da die Anfänger am besten vorgehen? Wie viel sollte man dafür (Kamera + Objektiv + Blitz) ausgeben? Was sind die besten Optionen für einen Anfänger? Auch wenn man beachtet, dass es noch neben DSLR die EVIL-Kameras gibt..
    Wäre super, wenn man auf cnet.de Antworten auf diese Fragen finden könnte..

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